ManUnited-Stürmer als Rashica-Ersatz?

Baumann bestätigt Interesse an Chong

Noch ist Milot Rashica nicht verkauft, ein Nachfolger wird trotzdem schon gesucht. Tahith Chong, 20-jähriger Stürmer von Manchester United ist dabei ein Kandidat, wie Frank Baumann dem WESER-KURIER bestätigt.
05.08.2020, 12:53
Lesedauer: 2 Min
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Baumann bestätigt Interesse an Chong
Von Christoph Sonnenberg
Baumann bestätigt Interesse an Chong

Tahith Chong ist bei Werder ein Kandidat für ein Leihgeschäft.

dpa

In den 70'er und 80'er Jahren waren Fußballer noch häufig durch ihr auffälliges Äußeres zu unterscheiden. Es gab wuchtige Schnurrbärte, glänzende Halbglatzen oder schulterlange Haarprachten, die leicht zu erkennen und zuzuordnen waren. Immer wieder machen sich einschlägige Zeitschriften eine Freude daraus, Bildergalerien aus dieser Zeit der skurrilen Frisuren zu zeigen. Heutzutage geht es im Fußball eher Richtung Einheitsfrisur: Die Seiten sind meist kurz rasiert, oben drauf etwas länger – fertig.

Es gibt sie natürlich auch heute noch, Spieler, die aufgrund ihrer Frisur zu erkennen sind. Axel Witsel gehört dazu, vom Dortmunder gibt es im Fanshop des BVB sogar Perücken zu kaufen. Auch in Bremen könnte bald einer auflaufen, dessen Haarpracht Aufsehen erregt: Tahith Chong von Manchester United. „Eine sehr auffällige Frisur hat er", antwortet Frank Baumann auf die Frage, ob er Chong kenne. Natürlich kennt Baumann den niederländischen U21-Nationalspieler, er kennt ihn sogar sehr gut.

Rashica soll ersetzt werden

Zwar ist der Abschied Milot Rashicas noch immer nicht perfekt, die Suche eines Nachfolgers läuft trotzdem schon. Mindestens einen, eventuell zwei schnelle Flügelspieler plant Werder zu holen. „Wir werden jemanden dazunehmen, falls Milot uns verlässt", bestätigt Frank Baumann.

Einer, der dabei in den Bremer Fokus geraten ist, ist der 20-jährige Linksfuß Chong. „Er hat großes Tempo, er kommt über die Außenbahn – vom Profil her passt er„, sagt Baumann gegenüber dem WESER-KURIER. Der Sportchef betont jedoch auch, dass in dieses Profil durchaus auch andere passen: „Wir können da noch zwei, drei weitere Spieler hinzunehmen.“

Erst im Frühjahr verlängerte Chong, der meist über die rechte Außenbahn kommt, seinen auslaufenden Vertrag in Manchester bis 2022. In der abgelaufenen Saison kam er in der Premier League jedoch gerade mal auf drei Einsätze – zusammengerechnet waren es 34 Minuten Spielzeit. Da ManUnited für diesen Sommer weitere Investitionen in der Offensive plant, könnte Chong ein Kandidat für ein Leihgeschäft sein.

Werders Motto: Leihen statt kaufen

Um nichts anderes geht es in diesem Fall. „Solche Jungs von Top-Klubs auszuleihen, kann für uns Sinn ergeben„, sagt Baumann und meint damit auch Chong, bevor er präziser wird: „Aufgrund unserer Situation ist er ein Spieler, der interessant sein könnte.“ Gemeint ist die finanzielle Situation. Mindestens 30 Millionen Mindereinnahmen in Folge der Corona-Pandemie müssen aufgefangen werden. Ausgaben, die für Transfers in der Vergangenheit bereits getätigt wurden, gilt es darüberhinaus auszugleichen. Geld für Neuzugänge ist nicht da. Finanziert werden können allenfalls Leihgeschäfte.

Werders Erfahrungen mit Leihspielern sind durchwachsen. Mit einem großen Talent, das einst bei einem Klub der Premier League nur auf der Bank oder Tribüne saß, war es jedoch für beide Seiten ein gutes Geschäft: Kevin De Bruyne. Klaus Allofs tütete das Leihgeschäft mit dem FC Chelsea 2012 ein. Mit zehn Toren und neun Vorlagen hatte De Bruyne großen Anteil daran, dass Werder im Sommer 2013 nicht in die 2. Liga musste.

Ein ähnliches Modell könnte es mit Chong auch geben. Ein Problem dürfte sein, dass Werder nicht der einzige Interessent ist. Im Herbst 2019 wurde der Mann mit der auffälligen Frisur als Kandidat für die Nachfolge von Arjen Robben beim FC Bayern gehandelt. Es kam anders, wie man heute weiß. Es zeigt aber, dass Chong auch bei anderen Top-Klubs im Notizbuch stehen dürfte. Es bliebt abzuwarten, ob Baumann am Ende vielleicht doch die besseren Argumente auf seiner Seite hat. Für De Bruyne war Werder sicher nicht der schlechteste Schritt in seiner Entwicklung zum Weltklassespieler. Möglich, dass Chong das ähnlich sieht.

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