Werder-Boss Filbry kritisiert Politik

„Warum dürfen wir bis heute nicht vor Zuschauern spielen?“

Seit Monaten wird in den deutschen Stadien ohne Publikum gespielt. Werder-Boss Klaus Filbry hat jetzt die Politik dafür kritisiert, dass keine Fans in den deutschen Arenen zugelassen sind.
07.05.2021, 19:20
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Björn Knips
„Warum dürfen wir bis heute nicht vor Zuschauern spielen?“

Werders Klub-Chef Klaus Filbry.

nordphoto GmbH / gumzmedia

Wenn am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr der Anpfiff für das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen ertönt, wird das Weserstadion wieder fast leer sein. Wegen der Corona-Pandemie sind seit einem Jahr nur Geisterspiele erlaubt. Werder-Boss Klaus Filbry kann das nicht verstehen und kritisiert deshalb – mitten im Lockdown mit nächtlichen Ausgangssperren nicht nur in Bremen – das Verhalten der Politik.

„Ich versuche, es differenziert zu betrachten“, sagt Filbry im Podcast „Chefgespräch“ der Wirtschaftswoche – darauf angesprochen, wie er die Corona-Maßnahmen bewertet: „Zum einen habe ich hohen Respekt vor der Politik bezüglich der Verantwortung, die sie getragen haben. Ich hätte mir aber an der einen oder anderen Stelle eine differenziertere Betrachtungsweise der Probleme gewünscht.“

Lesen Sie auch

Dabei hat Filbry als Clubchef vor allem den Profi-Fußball im Blick. Bundesligisten wie Werder müssen seit einem Jahr komplett auf Zuschauereinnahmen verzichten, auch Sponsoren- und TV-Gelder fielen geringer aus. Werder geht von einem Gesamtminus bis Saisonende von 40 Millionen Euro aus. Ein 20-Millionen-Euro-Kredit wurde bereits mithilfe einer Landesbürgschaft beantragt, eine Mittelstandsanleihe soll nun eine ähnliche Summe in die Kasse spülen, um die Liquidität auch für die neue Saison zu sichern.

Geht es nach Filbry, wäre das möglicherweise gar nicht nötig gewesen. „Ich glaube, es ist mittlerweile erwiesen, dass Corona zu 99,9 Prozent nicht im Freien übertragen wird – und Fußball ist eine Freiluft-Veranstaltung“, sagt der 54-Jährige und fügt sogleich an: „Also ist die Frage: Warum dürfen wir bis heute nicht vor Zuschauern spielen? Ich glaube, man kann durch Testen und entsprechende Hygienekonzepte sicherstellen, dass ein Fußballspiel ein sicheres Event ist.“ Vor allem aufgrund des beschleunigten Impftempos geht Filbry davon aus, dass zumindest in der neuen Saison wieder vor Publikum gespielt werden darf und dass „ab Oktober die Stadien wieder voll sind“.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+