Nach dem Weggang vieler Stars Werder braucht neue Leitwölfe

Bremen. Eine Reihe von Stars und Führungsspielern mit enormer Erfahrung haben Werder Bremen verlassen. Jetzt stellt sich die Frage wer bei den Grün-Weißen die entstandenen Lücken schließen kann. Wir haben einen Kandidaten-Kreis zusammengestellt.
21.07.2012, 12:38
Lesedauer: 3 Min
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Von Philipp Nicolay

Bremen. Werder Bremen befindet sich nach dem Weggang vieler gestandener Spieler in einem Umbruch. Nach Thorsten Frings, Per Mertesacker im Jahr 2011 haben nun auch die Leistungsträger Claudio Pizarro, Tim Wiese und Publikumsliebling Naldo Werder den Rücken gekehrt. Jetzt stellt sich die Frage, wer von den vorhanden Profis dazu im Stande ist, eine Führungsrolle in der jungen Mannschaft einzunehmen. Eines scheint sicher: Die Lücke, die nach den namhaften Abgängen entstanden ist, kann nur von mehreren Spielern geschlossen werden.

Werder-Kapitän Clemens Fritz gehört mit seinen 213 Bundesliga-Einsätzen zu den erfahrensten Spielern im Werder-Kader. Er ist sicherlich nicht der typische Leader-Typ, aber als Kapitän muss er versuchen, die Mannschaft zu führen und gerade er sollte den jungen Spielern Rückhalt geben. Wenn er im zentralen Mittelfeld eingesetzt wird, kann er seine Führungsrolle sicherlich am Besten ausfüllen. Fritz hat in seiner Profi-Karriere schon einiges erlebt und falls er von Verletzungen verschont bleiben sollte, dürfte er eine der tragenden Stützen im Konzept von Thomas Schaaf werden.

Der griechische Nationalspieler Sokratis hat schon in seiner ersten Werder-Saison angedeutet, dass er das Rüstzeug zum Führungsspieler hat. Der EM-Teilnehmer ist zwar erst gerade 24 Jahre alt geworden, aber er verfügt durch seine Zeit in Italien und die Länderspiele für Griechenland schon über eine gewisse internationale Erfahrung. In der Innenverteidigung scheint er gesetzt zu sein und er will unbedingt in der kommenden Saison wieder im Europapokal spielen.

Auf Werders Innenverteidiger Sebastian Prödl kommt nach dem Weggang von Naldo eine besondere Rolle zu. Der 25-Jährige geht in seine fünfte Saison an der Weser und selten standen die Vorzeichen für einen Stammplatz in Werders Innenverteidigung so gut wie in diesem Sommer. Auch Prödl ist ein Kandidat für eine Führungsrolle in der jungen Mannschaft. Er ist in der Vergangenheit immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden. Der Nationalspieler hat nun die Chance unter Beweis zu stellen, dass er zu einem Führungsspieler gereift ist und Verantwortung auf dem Platz übernehmen kann.

Hunt muss den nächsten Schritt machen

Auch auf Werders Eigengewächs Aaron Hunt kommt in der neuen Mannschaftshierarchie mehr Verantwortung zu. Der Mittelfeldspieler galt lange Zeit als ewiges Talent und konnte dieses Image bislang noch nicht abstreifen . Zu starke Konkurrenz oder viele Verletzungen warfen ihn häufig zurück. Doch in der Hinrunde 2011/2012 deutete Hunt an, dass er Akzente im Mittelfeld setzen kann und spielte seine beste Halbserie im Werder-Trikot. Wenn Hunt seine Undiszipliniertheiten auf dem Platz einstellt und sich auf seine Stärken konzentriert, kann er eine der Führungsfiguren in Werders Mittelfeld werden.

Eine der heutzutage wohl entscheidenen Positionen im Spielsystem ist die des zentralen, defensiven Mittelfeldspielers vor der Abwehr. Trainer Thomas Schaaf betraute in den meisten Test-Spielen der Vorbereitung Philipp Bargfrede mit dieser Aufgabe. Bargfrede muss erst noch durch Leistung auf dem Platz überzeugen, aber da es Schaaf auf dieser Position an Alternativen mangelt, wird der 23-Jährige wohl wieder vermehrt eingesetzt werden. Bargfrede gehört zwar selbst noch zur jungen Garde. Doch er verfügt in jungen Jahren schon über die Erfahrung von 74 Bundesliga-Spielen, in denen er bisher leider noch kein Tor erzielen konnte. Bargfrede scheint ein Spieler zu sein, auf den Schaaf baut und gerade wegen seiner zentralen Spiel-Position kann er ein wichtiger Baustein des neuen Werder Bremens werden.

Egal, wer von den genannten Werder-Profis nun eine Führungsrolle in der neu zusammengestellten Mannschaft übernimmt. Der Verlust der Führungsfiguren und sogenannten Stars kann nur durch eine starke Kollektiv-Leistung aufgefangen werden. Vielleicht blühen einige Spieler ja erst jetzt richtig auf, wo sie dazu gezwungen sind, Verantwortung innerhalb der Mannschaft zu übernehmen.

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