0:2 – die dritte Niederlage in Folge Werder verliert auch in Leipzig

Werders Abwärtstrend geht weiter. Bei RB Leipzig unterliegen die Bremer mit 0:2 (0:2) und kassieren damit die dritte Niederlage in Folge. Am Dienstag kommt Borussia Dortmund ins Weserstadion.
12.12.2020, 17:22
Lesedauer: 4 Min
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Von Christoph Sonnenberg und Christoph Bähr

Die Überraschung ist ausgeblieben. Werder verliert bei RB Leipzig mit 0:2 (0:2) und kassiert die dritte Niederlage in Folge. Seit acht Spielen sind die Bremer nun ohne Sieg. Nach engagiertem Beginn, als Werder die Gastgeber früh unter Druck setzte, war der Sieg der Leipziger am Ende verdient. Die Treffer erzielten Marcel Sabitzer per Strafstoß und Dani Olmo.

Einen Vorwurf lässt sich der Mannschaft nicht machen. Auch in Leipzig war die Einstellung in Ordnung und der Wille, gegen den Favoriten zu bestehen, zu erkennen. Er war jedoch nicht so groß, um gegen die individuell stärkeren Leipziger zu punkten. Im nächsten Spiel am kommenden Dienstag ist Borussia Dortmund in Bremen zu Gast.

Ein Problem der Bremer: Die Anzahl der verletzten Profis kletterte unter der Woche weiter in die Höhe. Mit Milot Rashica, Niclas Füllkrug und Davie Selke fehlt aktuell eine ansehnliche Sturmreihe. „Wir werden nicht klagen. Mein Vertrauen in die jungen Spieler ist da", sagte Kohfeldt vor der Partie. Auch aus diesem Grund stand Romano Schmid bei RB in der Startelf. Im bisherigen Saisonverlauf durfte Schmid nur zehn Minuten gegen Stuttgart vergangene Woche spielen.

Und noch einen Wechsel gab es im Vergleich zum Spiel gegen den VfB. Neben Schmid stand auch Kevin Möhwald von Beginn auf dem Platz. Dafür mussten Yuya Osako und Tahith Chong auf die Bank.

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Die taktische Marschroute, die Kohfeldt seiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben hatte, ließ sich schnell erkennen: Leipzig sofort unter Druck setzen und so zu einer frühen Führung kommen. Nach knapp zwei Minuten führte das zur ersten Bremer Chance. Josh Sargent passte fast von der Grundlinie zurück in den Strafraum, wo Möhwald den Ball aus sieben Metern nicht richtig traf. Es war ein mutiger Auftakt der Bremer, während Leipzig sich in den ersten Minuten einige Unsauberkeiten im Passspiel erlaubte.

Nach einem Unentschieden beim FC Bayern und einem Sieg in der Champions League gegen Manchester United, der den Einzug ins Achtelfinale bedeutete, war die Frage, wie konzentriert und fokussiert Leipzig gegen Werder auftreten würde. Und es dauerte tatsächlich, bis RB die Kontrolle Stück für Stück übernahm. Allerdings ohne dabei zu nennenswerten Möglichkeiten zu kommen.

Zumindest bis zur 22. Minute. Da brach Leipzigs Kluivert auf links in den Bremer Strafraum, verzog den Ball dann aber aus sieben Metern unbedrängt über das Tor. In der Folge dieser Gelegenheit erhöhten die Gastgeber den Druck weiter, sie spielten nun schneller und präziser.

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Nur drei Minuten dauerte es, bis RB in Führung ging. Sabitzer traf per Elfmeter zum 1:0. Nach einer Flanke in den Strafraum war zuvor Ludwig Augustinsson im Luftduell gegen Poulsen etwas zu heftig mit dem Arm zur Sache gegangen. Die Frage war weniger, ob es ein Strafstoß war, sondern weshalb Augustinsson, der das Kopfballduell souverän gewann, überhaupt seinen Arm in dieser Weise einsetzte.

Eingeschüchtert war Werder davon keineswegs. Kurz darauf konterten die Bremer über Schmid, der Bittencourt aber nicht genau genug einsetzte, sodass dessen Schuss von halblinks abgeblockt wurde.

Nach einer guten halben Stunde offenbarte Werder erneut Kommunikationsprobleme in der Verteidigung. Pavlenka eilte aus seinem Tor, um an der Strafraumgrenze den Ball abzufangen, rauschte dabei aber in den Rücken Marco Friedls. Den Abpraller schlenzte Poulsen aus 20 Metern knapp neben das Bremer Tor. Eine Szene, die Erinnerungen an den Treffer zum 0:2 gegen Stuttgart weckte, Pavlenkas und Ömer Topraks Schwächen in der Abstimmung zu einem Tor führten.

Wenig später, in der 41. Minute, bewies Leipzig die große individuelle Klasse. Poulsen legte per Hacke auf Olmo ab, der mit einem feinen Trick Friedl und Christian Groß ins Leere laufen ließ und zentral aus zwölf Metern zum 2:0 traf.

Nach dem Wechsel schaltete Leipzig einen Gang runter. Erst in der 62. Minute gab es ein wenig Unruhe, als Haidara im Duell mit Groß zu Boden ging und die Leipziger Elfmeter forderten. Schiedsrichter Sören Storcks aber ließ weiterlaufen. Kurz darauf hatte Poulsen die Chance zum 3:0, vergab aber unglücklich.

Und Werder? Kohfeldt wechselte, brachte Chong für Schmid und Kapitän Niklas Moisander für Toprak. Später dann Nick Woltemade für Bittencourt und Manuel Mbom für Möhwald. Kurz vor dem Ende kam Osako noch für Groß. Im Ansatz gab es einige Kontermöglichkeiten, doch es fehlte der letzte präzise Pass, um sie erfolgreich zu Ende zu spielen. Nicht nur da waren die Unterschiede zwischen beiden Mannschaften zu erkennen.

Parallelen zur vergangenen Saison drängen sich geradezu auf beim Blick auf die Punktanzahl. Elf waren es nach dem 10. Spieltag, also vor der Partie in Leipzig. Geholt mit fünf Remis, drei Niederlagen und zwei Siege – exakt dieselbe Bilanz wie in der vorherigen Spielzeit. Auch nach dem 11. Spieltag gleichen sich die Bilanzen der aktuellen und vergangenen Saison.

Bei Werder wollen sie davon nichts wissen. „Letzte Saison, immer letzte Saison. Ich kann es nicht mehr hören", wetterte Clemens Fritz bereits unter der Woche. Auch Kohfeldt machte klar, dass er keine Vergleiche mehr ziehen wolle. Aber so, wie diese Saison läuft – nach einem guten Start folgte ein schleichender Abstieg in der Tabelle –, wird die vergangene Saison mit dem erst in letzter Sekunde abgewendeten Abstieg immer als mahnendes Beispiel in den Köpfen sein. Egal, ob sie das bei Werder wollen oder nicht.

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