Werder ärgert sich über aberkanntes Tor

„Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“

Es war die meist diskutierte Szene des Spiels gegen Mainz: Ein Werder-Tor von Josh Sargent wurde nach einem Eingriff des Video-Schiedsrichters aberkannt. Sportchef Frank Baumann hatte dafür kein Verständnis.
22.04.2021, 09:26
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Von Daniel Cottäus
„Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“

Josh Sargent bejubelt seinen vermeintlichen Treffer gegen Mainz. Kurz darauf wird das Tor nach einem VAR-Eingriff nicht gewertet.

Carmen Jaspersen/dpa

Die Geschichte vom Glück und Pech wollte niemand bemühen. Eigentlich nicht. Denn die 0:1-Niederlage gegen Mainz 05 hatte für den SV Werder Bremen eine dermaßen große negative Wucht, dass über eine falsche Schiedsrichterentscheidung zu reden, wie die Suche nach einer schwachen Erklärung, einer Ausflucht erschienen wäre. Dennoch konnten die Chefs des SV Werder es sich nicht verkneifen, die Szene aus der 44. Minute zum Thema zu machen. Denn: Zum zweiten Mal nach dem 1:1 beim 1. FC Köln fühlten sie sich bei der Bewertung von Aktionen gegen einen Torhüter benachteiligt.

In Köln, es war der 24. Spieltag gewesen, war der Ausgleich des FC gegeben worden, obwohl Werder-Torhüter Jiri Pavlenka im Kampf um den Ball angegangen worden war. Gegen Mainz wurde Werder wiederum der vermeintliche Ausgleich durch Josh Sargent aberkannt, weil sich Kevin Möhwald zuvor gegen 05-Schlussmann Robin Zentner regelwidrig eingesetzt haben soll. So entschied es Schiedsrichter Marco Fritz – jedoch erst auf Hinweis des Video-Assistenten. „Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“, zürnte Werder-Sportchef Baumann anschließend und fragte sich, warum sich Felix Zwayer als der Mann aus dem Kölner Keller überhaupt gemeldet hatte. Schließlich habe keine klare Fehlentscheidung von Fritz vorgelegen. Was in der Tat stimmte. Die Partie laufen, das Tor also zählen zu lassen, wäre absolut vertretbar, ja sogar die bessere Entscheidung gewesen. „Wenn selbst der Schiedsrichter in der Halbzeitpause zu mir sagt, dass man es so sehen kann, dass es keine klare Fehlentscheidung von ihm war, dann habe ich den Sinn des Video-Schiedsrichters nicht verstanden“, sagte Baumann.

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Während Mainz’ Keeper Zentner darauf hinwies, dass Möhwald ihn leicht an der rechten Hand berührt hatte, äußerte sich Werders Trainer Florian Kohfeldt überraschend ruhig über die Szene. „Ich mache da jetzt kein großes Fass auf“, sagte der 38-Jährige, erneuerte aber seine Bitte, solche Szenen nicht vom VAR überprüfen zu lassen. „Entscheidet und nehmt es wahr auf dem Platz“, forderte Kohfeldt – und betonte: „Der Videobeweis soll eine Gerechtigkeit über alle Plätze schaffen – das ist der Anspruch.“ Und den sah der Bremer Coach am Mittwochabend nicht erfüllt. Für ihn schaffe der VAR lediglich eine „Scheingerechtigkeit“, die für Diskussionen sorge.

Natürlich sorgte die Szene in den Internetforen für Gesprächsstoff – gerade weil der Vergleich mit der Aktion in Köln so naheliegend war. Peter Gagelmann, ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter aus Bremen, hatte sich damals klar positioniert und das Kölner Tor durch Jonas Hector für korrekt erklärt. Und weil er damals A gesagt hat, sagt er jetzt auch B. „So wie ich die Bilder gesehen haben, war der Bremer Treffer korrekt. Der Ball war frei, ich habe kein Foul von Möhwald gesehen“, erklärte er.

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