Versöhnlich verloren Trotz Niederlage gegen Leipzig: Werder blickt zufrieden auf 2022

Werder verabschiedet sich mit einer Niederlage in die Bundesliga-Winterpause. Lange ärgern wollen sich die Bremer nicht - es überwiegt der positive Rückblick auf 2022. Mahnende Worte kommen von Kapitän Friedl.
13.11.2022, 13:12
Lesedauer: 3 Min
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Von dco

Letzte Spiele in einem Jahr, bevor dann Weihnachten und Silvester anstehen und sich die Bundesliga erstmal zum Winterschlaf hinlegt, bringen seit jeher eine Besonderheit mit sich. Und selbstredend war sie auch am Samstagnachmittag nach Werder Bremens 1:2-Heimniederlage gegen RB Leipzig wieder zu beobachten, als es zwar auch, aber eben nicht nur um die vorangegangenen 90 Minuten ging. Sondern um einen viel längeren Zeitraum.

Letzte Spiele in einem Jahr – das ist traditionell die Zeit des großen Bilanzierens und Einordnens, was in diesem speziellen Fall für eine merkwürdige Stimmungslage in den Katakomben des Weserstadions sorgte. Einerseits war da bei allen Bremer Beteiligten natürlich die Enttäuschung über die knappe Niederlage gegen Leipzig, andererseits aber auch große Zufriedenheit über das generell Erreichte im Jahr 2022.

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„Es ist eine sehr vernünftige Art und Weise, wie sich die Mannschaft in ihrer Rolle als Aufsteiger präsentiert hat“, hielt Cheftrainer Ole Werner fest – und ernsthaft widersprechen dürfte dem 34-Jährigen da niemand wollen. Zunächst die starke Rückrunde in Liga zwei, gekrönt vom ekstatisch gefeierten Bundesliga-Aufstieg im Frühjahr. Dann die bisweilen furiosen Auftritte (Stichwort: Dortmund) in den ersten Spielen der laufenden Saison, die nicht nur wertvolle Punkte brachten, sondern noch viel mehr – nämlich das in der Vergangenheit oft schmerzhaft vermisste Gefühl, dass dieser Bremer Fußball wieder für etwas steht. Für Mut, für Offensivgeist und große Unterhaltung.

„Man muss immer sehen, von wo wir kommen und wo wir jetzt stehen“, sagte Werner, dessen Team sich mit 21 Punkten aus nunmehr 15 Ligaspielen im Mittelfeld der Tabelle eingenistet hat, was für einen Aufsteiger mehr als manierlich ist. „Das war schon sehr gut und erfolgreich“, betonte auch Stürmer Niclas Füllkrug, der zehn Tore zum Abschneiden seiner Mannschaft beigetragen hatte und spätestens mit seiner WM-Nominierung zum Gesicht des Bremer Aufschwungs geworden war. „Wir waren außer gegen die Bayern gegen jeden Gegner für Punkte gut und haben ganz besondere Spiele abgeliefert“, hielt der 29-Jährige noch fest: „Das ist das, was wir aus diesem Jahr mitnehmen“.

In der zweiten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe
Werder-Verteitiger Friedl

Da war es unter dem Strich auch zu verschmerzen, dass Werder gegen enorm formstarke Leipziger eine Überraschung verpasst hatte und nun – das 1:6 in München dazugenommen – mit zwei Niederlagen am Stück in die lange Winterpause geht. Zumal die Gastgeber zum Abschluss gegen ein Spitzenteam nicht untergegangen waren, sondern bis zum Ende Chancen auf mehr gehabt hatten. Zu Beginn des Spiels hatte es danach wahrlich noch nicht ausgesehen.

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In einer schwachen Bremer Anfangsphase brachte André Silva die Gäste mit 1:0 in Führung (13.), wonach nicht wenigen Zuschauern Böses geschwant haben dürfte. Anders als gegen die Bayern fand Werder in der Folge aber in die Partie und ließ den Gegner nicht nach Belieben agieren. Schon vor der Pause gab es Möglichkeiten zum Ausgleich, den Routinier Christian Groß mit seinem ersten Bundesligator überhaupt dann kurz nach dem Wechsel besorgte (57.). „Nach dem 1:1 waren wir am Drücker, weil uns das Tor Aufschwung gegeben hat“, sagte Kapitän Marco Friedl. Genützt hatte es Werder jedoch nichts. Im Gegenteil. Denn mitten in eine gute Phase der Hausherren hinein erzielte Leipzigs Xaver Schlager in der 71. Minute das 2:1, wobei es trotz Bremer Schlussoffensive am Ende blieb.

„In der zweiten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe und hatten vielleicht einen Tick die besseren Chancen“, sagte Friedl, ehe er den Blickwinkel weitete, über ein „ordentliches“ Jahr 2022 sprach – und daraus wiederum eine Forderung an sich und seine Kollegen ableitete. „Wir müssen weiterhin Gas geben, weil man sieht, wie schnell es gehen kann, dass du von einem Erfolgserlebnis in eine kleinere Krise hineinrutschst“, sagte der Österreicher. Diese Krise habe Werder zwar noch nicht, will ihr durch weitere Misserfolge im neuen Jahr aber auch auf keinen Fall näher kommen. „Wir müssen schauen, dass wir nach der Pause die Spiele wieder gewinnen“, betonte Friedl, dessen Trainer Ole Werner wenig überraschend dasselbe Ziel verfolgt. Bei ihm klang es am Samstag nur etwas anders.

„Am Ende wird für uns jeder Punkt zählen. Wir haben speziell auch deshalb bisher gut abgeschnitten, weil wir im Sommer gut gearbeitet haben und vorbereitet waren auf die Dinge, die auf uns zukommen. Das müssen wir jetzt auch wieder hinkriegen“, sagte Werner, für dessen Bremer die Bundesligasaison am Sonntag, 22. Januar 2023, mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln fortgesetzt wird. 

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