Bundesliga-Kolumne von Daniel Boschmann

Heimsiege gibt’s wirklich – warum nicht mal ausprobieren?

Schon sehr lange hat Werder nicht mehr im heimischen Weserstadion gewonnen. Kolumnist Daniel Boschmann hat Gründe dafür gesucht, warum diese schwarze Serie der Bremer gegen Frankfurt endet.
03.06.2020, 19:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Boschmann
Heimsiege gibt’s wirklich – warum nicht mal ausprobieren?
WKF

Das Nachholspiel des 24. Spieltags der 1. Bundesliga. An einem Mittwoch – wir spielen quasi Champions League! Wenn es richtig gut läuft, dachte ich gerade noch bei mir, dann erspielt sich Werder gegen Frankfurt kämpferisch ein Unentschieden und damit einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg. Da hatte ich allerdings die Rechnung noch ohne meinen Vater gemacht.

Man darf die Geschichten der Alten ja nicht abtun – als Spinnkram, Seemannsgarn oder als verklärte Wahrnehmung der Vergangenheit. Aber manchmal wird es dann doch wirklich zu wild. Mein Vater schwört Stein und Bein darauf, dass es anno dazumal, er-ging-barfuß-im-Schnee-zur-Schule-lang-her, mal so etwas wie einen „Heimsieg“ im „Weserstadion“ gegeben haben soll. Welches, kurze Info nebenbei, damals so geheißen haben soll. Irre, oder?

„Heimstärke“ und „Festung Weserstadion“

Ein „Heimsieg“ entspricht dabei einem sportlichen Erfolg der ansässigen Mannschaft zu Hause (!), im eigenen Stadion. Man stelle sich das mal vor! So was gibt’s?! Für die Langsamen unter uns, und ich habe selbst länger gebraucht, um es zu verstehen: Es gibt offenbar gar keine Regel gegen einen Sieg der Heimmannschaft. Es soll sogar mal üblich, wenn nicht gar Tradition für Werder gewesen sein, daheim zu gewinnen.

Der alte Mann hat sogar etwas von „Heimstärke“ und „Festung Weserstadion“ gefaselt. In dem Zuge habe ich gleich mal den familiären Likörschrank auf Ebbe kontrolliert. Dann der Schock: keine Auffälligkeiten! An diesem „Heimsieg“ muss also was dran sein. Da ich jedwedes Vertrauen in deutsche Qualitätsmedien verloren habe und ich mich grundsätzlich nur über meine Telegram- und Whatsapp-Gruppen informiere, kann ich jetzt leider nicht auf die Schnelle dazu recherchieren. Die Idee finde ich jedoch super!

Diverse Gründe für den Fußballgott

Verweilen wir also in dem Glauben, dass ein Sieg im Heimspiel möglich ist. Warum dann nicht gleich mal ausprobieren? Ich wette, das hätte sowohl für die Mannschaft als auch für die Fans einen äußerst befreienden Effekt. Die Mannschaft hätte es endlich komplett selbst in der Hand, sich zu retten und hätte (erneut) bewiesen, dass der Bremer Weg der edle Weg zum Erfolg ist.

Zur Sicherheit habe ich hier noch kurz diverse Gründe für den Fußballgott notiert, warum der Heimsieg gegen die Eintracht aus Frankfurt fällig ist: 1. Die Bremer Truppe strahlt endlich wieder Selbstbewusstsein aus. 2. Ömer Toprak möchte das so. Aus Gründen. 3. Revanche für das Pokalspiel. 4. Gegen Gladbach wussten wir noch nichts von dieser „Heimsieg“-Option (Der VAR hatte dazu ja auch eine klare Position). 5. Flo Kohfeldt hat’s verdient. 6. Viermal in Folge „zu null“ sähe gut aus. 7. LEO BITTENCOURT!!!

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