Kohfeldt über Dinkcis Platzverweis

„Dafür stehen wir nicht, dafür können wir uns nur entschuldigen“

Eren Dinkci sorgte gegen Leverkusen für die erste Rote Karte eines Werder-Spielers in der laufenden Saison. Trainer Florian Kohfeldt entschuldigte sich für das Foul des Youngsters.
09.05.2021, 09:41
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Von Carsten Sander
„Dafür stehen wir nicht, dafür können wir uns nur entschuldigen“

Eren Dinkci nach seiner Roten Karte auf dem Weg in die Kabine.

Kokenge/nordphoto

Die Absicht war so klar erkennbar und die Ausführung so unmissverständlich, dass Schiedsrichter Markus Schmidt gar keine andere Wahl blieb als diese: Rot für Eren Dinkci, Platzverweis in der Nachspielzeit für den jungen Werder-Profi beim Spiel gegen Leverkusen, der es beim Versuch, einen gegnerischen Konter zu unterbinden schlicht übertrieben hatte. 20, 30 Meter war der Bremer aus der Leverkusener Hälfte kommend seinem Gegenspieler Nadiem Amiri hinterhergelaufen. Um ihm dann kurz hinter der Mittellinie von hinten in die Beine zu grätschen. Angriff gestoppt, lange bevor es hätte gefährlich werden können für Werder.

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Aber der Preis war der Platzverweis für den 19-Jährigen, eine Premiere natürlich für ihn in der Bundesliga. Und für Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel ein Grund, Abbitte zu leisten beim Werksclub. „Man muss ganz klar sagen, dass es eine Rote Karte war. Das Allerwichtigste ist, dass es Nadiem Amiri gut geht. Auch ich habe mich bei ihm entschuldigt. Denn so macht man das nicht. Dafür stehen wir nicht, dafür können wir uns nur entschuldigen“, sagte der Werder-Coach. Für Werder war es die erste Rote Karte der Saison und der zweite Platzverweis überhaupt. Zuvor hatte nur Kevin Möhwald beim 3:5 beim VfL Wolfsburg am neunten Spieltag Gelb-Rot gesehen.

Dinkcis Einsteigen lag jenseits der Grenzen eines taktischen Fouls. Niemals hätte er, der erst sieben Minuten zuvor eingewechselt worden war, im Laufduell mit Amiri an den Ball kommen können. Aber um den jungen Mann nicht plötzlich als Rüpel dastehen zu lassen, warfen sich die Bremer ordentlich ins Zeug. „Das war nicht böse gemeint von Eren“, verteidigte beispielsweise Maximilian Eggestein den Kollegen. Und Kohfeldt hielt Dinkci zugute, in der von viel Bremer Kampf geprägten Partie für einen Augenblick „übermotiviert“ gewesen zu sein: „Da waren Emotionen im Spiel, und er hat kurz die Übersicht verloren. Er wollte den Angriff stoppen und hat es dabei übertrieben.“

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Hinterher habe der aus der U23 aufgestiegene Stürmer „bedröppelt in der Kabine“ gesessen, berichtete Kohfeldt: „Eren hat sich für das Foul entschuldigt. Er ist ein lieber Kerl, der sein siebtes Bundesliga-Spiel gemacht hat. Wahrscheinlich war es sein erstes Foul in der Bundesliga, aber es war halt ein blödes Foul.“ Dinkci muss nun damit rechnen, dass die Saison für ihn gelaufen ist und er seiner Mannschaft in den letzten zwei verbleibenden Spielen nicht mehr helfen kann, die Klasse zu sichern. Nur mit viel Glück kommt er vor dem DFB-Sportgericht mit nur einem Spiel Sperre davon. Kohfeldt plädierte schon einmal vorsichtig dafür: „Ich würde darum bitten, mildernde Umstände geltend zu machen. Eren ist alles andere als ein unfairer Spieler.“

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