Statistiken zu Werders bisherigen Spielen Bittencourts Vorliebe für Beinschüsse und Pressing

Mit Statistiken kann man alles beweisen - nur nicht die Wahrheit. Oder doch? Werders Zahlen der Hinserie jedenfalls geben einen ganz ordentlichen Überblick über die Stärken und Schwächen der Mannschaft.
29.12.2020, 17:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Rommel

Was lief schon ganz gut? Wo hapert es noch? Werders Zahlen der bisherigen 13 Bundesliga-Spiele geben einen ordentlichen Überblick über die Stärken und Schwächen der Mannschaft.

Wenig Ballbesitz

Werder hat sich in der ersten Saisonphase als eher reaktive Mannschaft gezeigt. Lediglich knapp 44 Prozent Ballbesitz sind ein unterdurchschnittlicher Wert. Diese Zahl deutet einige der Probleme an, die die Mannschaft immer noch im Offensivspiel hat: Werder hatte bisher erst 223 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum und liegt damit tief im unteren Drittel dieser Statistik. Dafür flankt Werder vergleichsweise gern: Mit 127 Versuchen belegt die Mannschaft einen guten Mittelfeldplatz in dieser Kategorie. Allerdings sind Flanken in der Regel gut zu verteidigen. Wenig überraschend stehen deshalb bisher auch erst 141 Bremer Torschüsse in der Statistik, nur Augsburg, Köln und Bielefeld haben seltener aufs Tor geschossen.

Viel Pressing

Ohne längeren Ballbesitz muss die Mannschaft mehr investieren, was sich in einigen interessanten Zahlen ausdrückt. 2088 Mal liefen Bremer Spieler den Gegner bei dessen Ballbesitz an, nur Schalke war bisher emsiger. Die meisten der Pressingaktionen spielten sich im eigenen Drittel ab (712). Wegen der tieferen Position und weil das Pressing in der ersten Linie grundsätzlich nur leiten soll, um erst später zuzupacken, ist diese Zahl schnell erklärt. Am härtesten hat bisher Leo Bittencourt gegen den Ball gearbeitet. Schon 271 Mal stresste er einen Gegner am Ball und liegt im Liga-Ranking damit hinter Augsburgs Daniel Caligiuri auf Platz zwei. Und: Immerhin acht Mal kam Werder nach einem Ballgewinn auch zu einem eigenen Torabschluss.

Gute Defensivwerte

Grundsätzlich erzielte Werder bisher fast ausschließlich in defensiven Kategorien überdurchschnittlich gute Werte. Besonders auffällig waren dabei die abgefangenen Bälle. Werder ist keine Mannschaft, die den Gegner oft und gerne in Zweikämpfe verwickelt, stattdessen sollen der anderen Mannschaft offenbar „schlechte“ Pässe angeboten werden, um diese dann ohne Gegnerkontakt abzufangen. 133 Mal hat das schon funktioniert, ein Spitzenwert in der Liga. Und Marco Friedl ist mit 21 abgefangenen Pässen immerhin Dritter im ligaweiten Vergleich. Torwart Jiri Pavlenka steht mit 38 Paraden und „nur“ rund 1,6 Gegentoren pro Spiel im gesicherten Mittelfeld der Rankings.

Kaum zweite Bälle gewonnen

Der Kampf um zweite Bälle ist nicht gerade Werders Stärke, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Lediglich 1183 solcher Bälle nach Abprallern, missglückten Ablagen oder Verlängerungen sammelte die Mannschaft bisher ein. Ömer Toprak hält die Statistik in den Kopfballduellen noch einigermaßen positiv: Der Innenverteidiger gewann rund 76 Prozent seiner Zweikämpfe in der Luft. Die Quote der gesamten Bremer Mannschaft mit etwas mehr als 45 Prozent gewonnenen Luftduellen ist jedoch eher mau.

Effizienz als Pluspunkt

Werder bekommt nur rund 3,6 Schüsse pro Partie auf das gegnerische Tor. Ohne die zugesprochenen Elfmeter liegt der Wert der „Expected Goals“, also der erwarteten Tore, für alle 13 Partien bisher bei nicht einmal 11. Umso erstaunlicher, dass Werder schon 16 Treffer erzielt und damit 14 Punkte eingefahren hat. Die Effizienz vor dem gegnerischen Tor ist ein klares Herausstellungsmerkmal der bisherigen Saison. Ganz konkret drückt sich das auch bei Pfosten- oder Lattentreffern aus: Erst einmal hatte Werder damit Pech.

Bittencourts Beinschüsse

Das Bremer Offensivspiel war oft eher eintönig. Umso überraschender, dass Leo Bittencourt seinen Gegenspielern schon fünf Beinschüsse verpasste. Das schafften sonst nur die Superdribbler Jadon Sancho und Moussa Diaby.

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