Die Bundesliga-Kolumne von Dieter Eilts

Voller Einsatz und Konzentration sind gefragt

Vor dem Hinspiel in der Relegation gegen Heidenheim warnt Dieter Eilts davor, den Zweitligisten zu unterschätzen: Dafür gibt es nach dieser Saison keinen Grund. Von einem Bremer Erfolg ist er dennoch überzeugt.
02.07.2020, 15:11
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Dieter Eilts
Voller Einsatz und Konzentration sind gefragt
WESER-KURIER

Ganz ehrlich, vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln ging es mir sicherlich wie so vielen Werder-Fans: Die Hoffnung war da, aber der felsenfeste Glaube an den Verbleib in der 1. Bundesliga fehlte. Das hat sich durch den 6:1-Sieg und das Erreichen der Relegation nun geändert. Die Bremer Mannschaft hat Argumente geliefert, warum man ihr wieder etwas zutrauen kann.

Jedenfalls ist Werder in den beiden Relegationsspielen gegen Heidenheim der ganz klare Favorit. Werder hatte in der zweiten Pokalrunde beim 4:1-Sieg gegen diesen Gegner keine Probleme, und in der zweiten Liga fehlte es dem Team trotz des beachtlichen dritten Platzes an Konstanz. Arminia Bielefeld hat diese Liga bis zum Ende dominiert, sie waren für mich wesentlich überzeugender in dieser Saison.

Es gibt keinen Grund, irgendeinen Gegner zu unterschätzen

Der deutliche Bremer Sieg im Pokal Ende Oktober birgt natürlich ein wenig die Gefahr, dass die Spieler Heidenheim nun unterschätzen. Hier halte ich aber das Trainerteam um Florian Kohfeldt für stark genug, der Mannschaft solche Gedanken sofort wieder auszutreiben. Denn wahr ist nun einmal auch: Nach der bisherigen Saison gibt es für Werder keinen Grund, irgendeinen Gegner zu unterschätzen. Es sind voller Einsatz und Konzentration gefragt.

Zuversichtlich kann einen die ansteigende Form von Yuya Osako stimmen. Er nutzt seine Torchancen wieder und wirkte beim Spiel gegen Köln, aber auch schon in Paderborn, deutlich verbessert. Die Tore haben offensichtlich sein Selbstvertrauen gestärkt, seine Körpersprache ist jetzt ganz anders, zudem scheint es so, dass er vor dem Tor gieriger und konsequenter zuschlägt. Das ist für Werder in dieser Saisonphase natürlich genauso wichtig wie die starke Rückkehr von Niclas Füllkrug. Gerade jetzt ist er mit seinem Siegeswillen und seiner Aggressivität auf dem Feld unheimlich wichtig, er reißt die anderen mit und ist nach seinem überstandenen Kreuzbandriss binnen kürzester Zeit zu einem bedeutenden Faktor in Werders Spiel geworden, zumal er nur wenige Chancen für ein Tor braucht.

Rashica ist noch nicht wieder der Alte

Bei Milot Rashica hingegen bin ich noch zurückhaltend. Vor einer Woche in Mainz saß er komplett draußen und schien der Situation nicht gewachsen, gegen Köln war er plötzlich wieder entscheidend am Sieg beteiligt. Diese Wandlung ging mir ein ­bisschen zu schnell, als dass ich schon sagen könnte: Er ist wieder der Alte. Ich würde mir wünschen, für ihn und für die Fans, dass er seine Leistung aus dem 6:1-Sieg gegen Köln in den beiden Relegationsspielen bestätigen kann.

Keinen Nachteil für Werder sehe ich übrigens darin, dass das Rückspiel in Heidenheim ausgetragen wird. Nur mit fanatischen Zuschauern in einem engen Hexenkessel wäre das eventuell für den Zweitligisten ein Vorteil gewesen. Aber bei der Auswärtsstärke, die Werder in dieser Saison gezeigt hat, würde ich den Bremern auch in einem Hexenkessel auswärts einen Sieg zutrauen. Ich bin davon überzeugt, dass es spannende, interessante Spiele werden, in denen Werder sich schlussendlich durchsetzt und den Klassenerhalt sichern wird.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+