Erras über die ersten Monate bei Werder

„Ich bin in einem Lernprozess“

Patrick Erras hat sich im Kampf um die Stammplätze in eine gute Position gebracht. Der Mittelfeldspieler zeigte sich mit der Saisonvorbereitung zufrieden, will aber noch Dinge verbessern.
08.09.2020, 13:27
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„Ich bin in einem Lernprozess“
Von Christoph Bähr
„Ich bin in einem Lernprozess“

Patrick Erras hat sich bei Werder bisher gut eingefunden.

nordpho

So ruhig und sachlich wie Patrick Erras auf dem Platz die Sechser-Position interpretiert, so tritt Werders Zugang auch in Mediengesprächen auf. Dass Trainer Florian Kohfeldt kürzlich kritisch angemerkt hatte, Erras habe „in jedem Spiel noch ein, oder zwei Bälle drin, wo du auch mal einen kassieren kannst“, nahm der Mittelfeldspieler am Dienstag souverän auf. „Ich bin in einem Lernprozess und muss natürlich noch viel arbeiten. Gegen Lustenau gab es den einen Pass, der schlecht war. Gegen Hannover war es ein Stockfehler“, gab sich der 25-Jährige selbstkritisch.

Erras betonte aber auch, dass er dieses Problem in den Griff bekommen könne: „Es geht um kleine Unachtsamkeiten. Das ist Kopfsache, da ist noch mehr Konzentration gefordert.“ Vergangene Saison wäre Erras mit Nürnberg fast in die dritte Liga abgestiegen, jetzt kämpft er um einen Stammplatz in der Bundesliga. Natürlich kann da nicht alles sofort rund laufen, doch insgesamt macht der Neu-Bremer einen positiven Eindruck. „Ich bin zufrieden mit meiner Vorbereitung, habe gut reingefunden in die Mannschaft und ins System“, betonte Erras, der mit Frau und Tochter auch schon ein Haus in Bremen gefunden hat.

Lob vom Trainer

Er habe sich an viele kleinere taktische Dinge erst gewöhnen müssen. „Der Trainer hat viel mit mir gesprochen und mir erklärt, wann ich anders stehen muss oder wann ich anders anlaufen muss.“ Der Ex-Nürnberger hat offenbar schon vieles davon umgesetzt, denn bis auf diesen einen kritischen Satz war Kohfeldt zuletzt voll des Lobes für Erras: „Er weiß, wo die Räume sind. Und er weiß, wie er sich anzubieten hat.“

Dass Erras im Pokalspiel gegen Jena am Sonnabend (20.45 Uhr) in der Startelf steht, ist nach den Eindrücken aus den Testspielen gut vorstellbar. „Ich hoffe natürlich, dass ich von Anfang an spiele. Ich werde mich im Training jetzt weiter anbieten, dann entscheidet der Trainer“, sagte Erras. Sein Vorteil: Er kann als alleiniger Sechser agieren, der sich situativ in die Abwehrkette fallen lässt, und in einer Doppel-Sechs, die er zuletzt gemeinsam mit Maximilian Eggestein bildete. Mit beiden Rollen komme er gut zurecht, erklärte Erras.

Kopfballtore als Ziel

Der Zugang hat in den vergangenen Wochen erst einmal die Chance genutzt, auf sich aufmerksam zu machen, während Werder weiterhin nach einem zweiten neuen Spieler für die Sechser-Position sucht, der seine Stärken auch im dynamischen Spiel nach vorne hat. Mit der drohenden Konkurrenz auf seiner Position befasst sich Erras nach eigener Aussage nicht: „Ich wusste von vornherein, dass da noch etwas passieren kann. Dass der Konkurrenzkampf in der Bundesliga sehr groß ist, ist ohnehin normal.“

Erras schaut lieber auf sich. Vorgenommen hat sich der 1,96-Meter-Hüne zum Beispiel, bei Standardsituationen noch torgefährlicher zu werden. „Das ist eine Stärke von mir, ich arbeite weiterhin daran. Da können noch mehr Aktionen und mehr Tore von mir kommen“, unterstrich er. „Es braucht Zeit, um das richtige Timing und die richtigen Laufwege zu finden.“ Vielleicht kann Erras diese Stärke schon im Pokal gegen Jena zeigen. „Wir sind der Favorit“, betonte er. „Wir hatten eine gute Vorbereitung und wollen das jetzt auch in den Pflichtspielen auf dem Platz zeigen.“ Eine Aussage, die für Werder und für Patrick Erras gilt.

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