Zwischen Fangesängen und Pöbeleien

Kohfeldt genießt Rückkehr der Geräuschkulisse

Der Weg ist noch weit, aber in Jena gab es für Werder einen Vorgeschmack auf eine Fan-Rückkehr in die Stadien. 1600 Zuschauer waren live dabei, sie sangen, schimpften und beleidigten. Also alles fast wie immer.
13.09.2020, 13:42
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Kohfeldt genießt Rückkehr der Geräuschkulisse
Von Malte Bürger
Kohfeldt genießt Rückkehr der Geräuschkulisse

Mit Abstand auf der Tribüne: 1600 Zuschauer durften das Spiel zwischen Jena und Werder im Stadion verfolgen.

nordphoto

Natürlich war es noch nicht wieder so wie früher. Aber die 1600 Zuschauer in Jena vermittelten zumindest ab und zu das Gefühl einer fußballerischen Normalität auf der Tribüne. Es wurde geklatscht, angefeuert, geschrien und gesungen. „Es hat Spaß gemacht, das war toll“, freute sich auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt über die Rückkehr der Geräuschkulisse. „Ich hoffe, dass das die ersten Schritte in die Richtung sind, dass bald wieder mehr kommen können. Vielen Dank an alle, die hier waren.“

Die Gastgeber hatten sich reichlich Mühe gegeben, sämtliche Hygienevorschriften einzuhalten. Immer wieder gab es Durchsagen, auf den Rängen waren gewisse Plätze so abgesperrt worden, dass es genügend Abstand zwischen den Zuschauerpaaren gab. Dadurch, dass sich das Publikum diszipliniert an die Vorgaben hielt, ergaben sich recht amüsant anzusehende Muster im Stadionrund. Nichts, was ein Dauerzustand sein sollte, aber immerhin ein Anfang.

Die Jenaer Fans, die in dieser Saison nicht zum ersten Mal in den Genuss eines Live-Spiels vor Ort kamen, sorgten dann auch dafür, dass es verbal gleich richtig schepperte. Zumindest in Teilen der Arena. Je länger die Partie dauerte, desto ausufernder wurde allerdings das Vokabular. Lautstarke Schmähgesänge wie „Erste Liga, keiner weiß warum“ sind genau das, was in den vergangenen Monaten gefehlt hat – üble Beleidigungen gegen alles, was kein Wappen des FC Carl Zeiss Jena auf der Brust trug, eher weniger. Vor allem dann, wenn die Region unterhalb der Gürtellinie irgendwann gar nicht mehr verlassen wird. Aber vielleicht waren diese zahlreichen Krakeeler auch einfach nur besonders gut zu hören, weil andere Zuschauer noch fehlten. Der Abend in Jena nährt die Hoffnung, dass es bald überall wieder voller wird.

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