Nach überraschender Aufstellung gegen Leipzig

Kohfeldt verteidigt seinen speziellen Werder-Plan

Werders Startaufstellung gegen Leipzig überraschte alle. Am Ende stand eine deutliche 1:4-Niederlage der Bremer, hatte Florian Kohfeldt sich also verzockt? Was der Trainer dazu sagte.
11.04.2021, 08:25
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Von Daniel Cottäus und Björn Knips
Kohfeldt verteidigt seinen speziellen Werder-Plan

Nach der Niederlage gegen Leipzig spricht Florian Kohfeldt mit Davie Selke. Der Stürmer gehörte zu den Spielern, die neu in die Startelf gerückt waren.

Kokenge/nordphoto

Das Ergebnis war eindeutig, mit 1:4 hatte der SV Werder Bremen daheim gegen RB Leipzig verloren. Ziemlich deutlich. Und Werder-Coach Florian Kohfeldt ahnte schon, welche Fragen nach der Pleite auf ihn zukommen würden. Schließlich hatte er eine ziemlich ungewöhnliche Startelf ins Rennen geschickt. Es sah wie ein Experiment aus, was schief gegangen war. Kohfeldt verteidigte umgehend ungefragt seinen außergewöhnlichen, aber auch nicht ganz freiwilligen Kurs.

„Yuya Osako war der einzige Spieler, den ich nicht komplett aus belastungstechnischen Gründen draußen lassen musste. Bei ihm wären 45, 60 Minuten möglich gewesen. Da mussten wir gucken, was passt am besten zusammen“, erklärte Kohfeldt. Werder hatte eine englische Woche hinter sich - mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch in Regensburg. Osako wurde dort als Bremer Matchwinner gefeiert, gegen Leipzig saß er dann genauso überraschend draußen wie Kevin Möhwald und Milot Rashica. Beide hätten nicht länger als 45 Minuten spielen können. Bei Möhwald muss immer noch Rücksicht auf dessen lange Verletzungspause in der Vorsaison genommen werden, und Rashica habe zuletzt viel gespielt – auch für den Kosovo, so Kohfeldt. Ihm stand zwar Milos Veljkovic wieder zur Verfügung, aber nach seinem verletzungsbedingten Ausfall hatte der auch nur Saft für 45 Minuten.

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„Unter diesen Bedingungen mussten wir einen Plan machen. Und wir haben uns überlegt, ob wir uns ganz, ganz defensiv aufstellen. Aber da haben wir ,Nein' gesagt“, berichtete Kohfeldt quasi direkt aus der Trainerkabine und betonte: „Ich sage es ganz klar: Es ist immer besser, etwas zu probieren, als sich auf den Rücken zu legen und zu sagen: Hoffentlich wird es nicht so schlimm.“ Deswegen habe er versucht, „die physisch stärksten Spieler mit Geschwindigkeit und Körperlichkeit auf den Platz zu bringen, um Leipzig im hohen Pressing Paroli zu bieten“. Das spülte erstmals in seiner Karriere den schnellen, aber mit 19 Jahren noch sehr jungen Eren Dinkci in die Startelf – oder auch Manuel Mbom, der fünf Bundesligaspiele lang nur zugeschaut hatte.

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Auf eine ausführliche Einzelkritik der beiden jungen Profis verzichtete Kohfeldt im Nachgang genauso wie im Prinzip auch bei Davie Selke, der überraschend stürmen durfte. „Es ist immer meine Verantwortung, wen ich aufstelle und wie wir spielen“, stellte er sich vor seine Mannschaft. Sie habe alles probiert. Er verteidigte aber auch sich selbst: „Aus fußballfachlicher Sicht kann man die Niederlage nicht an der mannschaftstaktischen Leistung festmachen.“ Kohfeldt sprach es nicht aus, aber jeder wusste, was gemeint war: Gegen ein Spitzenteam wie Leipzig fehlte die individuelle Qualität. Ausfälle wie von Maximilian Eggestein (Gelbsperre), Ludwig Augustinsson und Niclas Füllkrug (beide verletzt) schmerzen dann besonders. „Dass wir den einen oder anderen Spieler nicht einsetzen konnten, damit muss ich leben“, meinte Kohfeldt.

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