Baumann über Motivationscoach und Psychologen

„Das ist ein Marathonlauf und kein Sprint“

In der Corona-Zwangspause haben Motivationstrainer Jörg Löhr und Sportpsychologe Mathias Kleine-Möllhoff ihre Arbeit aufgenommen. Man könne aber nicht sofort Ergebnisse erwarten, sagt Sportchef Frank Baumann.
20.05.2020, 14:57
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„Das ist ein Marathonlauf und kein Sprint“
Von Christoph Bähr
„Das ist ein Marathonlauf und kein Sprint“

Motivationstrainer Jörg Löhr (links) und Sportpsychologe Mathias Kleine-Möllhoff sollen den Werder-Profis helfend zur Seite stehen.

nordphoto

Erst während der Corona-Zwangspause haben Motivationstrainer Jörg Löhr und Sportpsychologe Mathias Kleine-Möllhoff ihre Arbeit mit den Werder-Profis begonnen. Gleich nach dem ersten Spiel ein abschließendes Urteil über sie zu fällen, wäre daher ungerecht. Gewisse Erwartungen hatte Trainer Florian Kohfeldt im Vorfeld des Leverkusen-Spiels allerdings geweckt, als er von einer "beeindruckenden Sitzung" mit Löhr und den Spielern sprach. "Dort ging es um die Fokussierung auf das Spiel, die Kommunikation und die Verantwortung. Das hat uns als Gesamtgruppe sehr geholfen.“

Bei der enttäuschenden 1:4-Pleite gegen Leverkusen haperte es anschließend ausgerechnet an der Kommunikation untereinander, wie im menschenleeren Stadion deutlich zu hören war. Vor dem Tor zum 1:3 warteten Kevin Vogt und Jiri Pavlenka darauf, dass jeweils der andere eingriff. Die Zuordnung bei Standardsituationen stimmte ebenfalls nicht, so wie vor dem 1:2. Das hat ebenfalls viel mit Kommunikation und auch mit der Übernahme von Verantwortung zu tun. Dazu ist die Mannschaft mental immer noch genauso anfällig wie vor der Corona-Pause. Zwar beantwortete Werder den 0:1-Rückstand immerhin mit dem schnellen Ausgleich, doch in der zweiten Halbzeit wehrten sich die Bremer kaum noch und hätten auch höher verlieren können.

Sportchef Frank Baumann bat in Bezug auf Löhr und Kleine-Möllhoff um Geduld: „Beide hatten definitiv schon einen Einfluss. Man konnte aber nicht erwarten, dass man durch die eine oder andere Sitzung sofort in die Erfolgsspur kommt.“ Es gibt also noch viel zu tun für den Motivationstrainer und den Sportpsychologen. Kohfeldt hatte angekündigt, dass er nun regelmäßig mit Löhr sprechen wolle. Eventuell werde es auch eine weitere Sitzung mit der Mannschaft geben. Kleine-Möllhoff weilt dauerhaft beim Team.

Als er zur Arbeit der beiden befragt wurde, erklärte Baumann: „Das ist ein Marathonlauf und kein Sprint über 90 Minuten. Wir haben immer betont, dass wir am 34. Spieltag über dem Strich stehen wollen. Darauf ist alles ausgerichtet.“ Eine durchaus fragwürdige Aussage, denn die Zeit für einen Marathonlauf hat Werder bei nur noch neun ausstehenden Spielen und schon fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsrang wahrlich nicht mehr. Nehmen die Bremer nicht schnell Tempo auf, dürfte das Ziel schon in zwei Wochen kaum noch zu erreichen sein.

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