So könnte Werder gegen Schalke spielen

Friedl setzt Augustinsson mächtig unter Druck

Werders Saison war geprägt von großen Verletzungssorgen, doch jetzt gibt es wieder einen echten Kampf um die Plätze im Team. Florian Kohfeldt muss daher vor dem Schalke-Spiel harte Entscheidungen treffen.
29.05.2020, 14:35
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Friedl setzt Augustinsson mächtig unter Druck
Von Christoph Bähr
Friedl setzt Augustinsson mächtig unter Druck

Marco Friedl spielte zuletzt stark gegen Freiburg und Gladbach.

nordphoto/gumzmedia

Es ist noch nicht lange her, da hätte Ludwig Augustinsson nach einer überstandenen Verletzung ohne Diskussionen sofort wieder in der Startelf gestanden. Der Linksverteidiger war einfach zu wichtig, doch in den jüngsten zwei Partien hat sich der Konkurrenzkampf bei Werder verschärft. Das beste Beispiel dafür ist Marco Friedl, der auf der linken Abwehrseite zweimal überzeugte. Werder-Trainer Florian Kohfeldt betonte daher, dass Augustinsson nicht mehr automatisch gesetzt sei.

„Marco Friedl hat nicht durchgehend gute Spiele gemacht, aber er hat in den letzten beiden Spielen defensiv sehr stabil gestanden und sich als Standardschütze etabliert. Er zeigt die Ernsthaftigkeit und Verbissenheit, die ich von ihm erwarte“, lobte Kohfeldt den jungen Österreicher. Auch für Augustinsson hatte der Coach lobende Worte parat: „Ludde ist nach langer Verletzungszeit wieder voll belastungsfähig und drängt auf seinen Platz im Team. Er hat taktisch und offensiv eine unheimliche Qualität und liefert physisch viel ab.“ Wer am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Schalke auf der linken Seite agieren darf, wird also eine hauchdünne Entscheidung. Für Friedl spricht die Spielpraxis, Augustinsson absolvierte seine bislang letzte Partie Anfang März. Eines ist für Kohfeldt ohnehin klar: „Wir werden beide auf der Position in dieser Saison noch brauchen.“

Eigentlich ist Friedl beim Werder-Trainer eher als Innenverteidiger eingeplant. Dort wird durch Milos Veljkovics Gelbsperre zwar ein Platz frei, doch Kevin Vogt kann nach seiner Hüftprellung „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ (Kohfeldt) wieder spielen und dürfte in der Startelf stehen. Spannend wird sein, ob Vogt wie bisher in der Zentrale spielt, wo er zwischen einer Dreierkette und dem defensiven Mittelfeld pendelt. Diese Rolle übernahm gegen Gladbach Christian Groß und zeigte eine ganz starke Leistung. „Jeder hat gesehen, was Christian Groß in der Bundesliga zu leisten imstande ist“, unterstrich Kohfeldt. Es könnte also sein, dass Groß diese zentrale Rolle behält und Vogt dafür als rechter Innenverteidiger anstelle von Veljkovic aufläuft. Kohfeldt lobte zudem Sebastian Langkamps Trainingsleistungen, doch ein Einsatz des Routiniers, der in diesem Jahr noch gar nicht spielte, erscheint eher unwahrscheinlich. Auch Philipp Bargfrede dürfte nach abgesessener Sperre zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Bittencourt bietet sich an

In der Offensive hat sich Leonardo Bittencourt für die Rückkehr in die Startelf empfohlen, indem er gegen Gladbach als Joker für viel Gefahr sorgte. „Wir wurden über die Einwechslungen besser“, sagte Kohfeldt. Bittencourt könnte somit für Yuya Osako ins Team rücken, der gegen Gladbach nur bedingt überzeugte. Auch Davie Selkes Auftritt als Joker fand Kohfeldt gut. Josh Sargent hat seine Aufgabe im Sturmzentrum zuletzt aber mit viel Engagement erfüllt und könnte daher weiter das Vertrauen des Trainers erhalten. Zudem könne auch Fin Bartels nach seiner langen Leidenszeit mit mehreren Verletzungen in den kommenden Wochen mal in der Startelf stehen, sagte Kohfeldt. „Er kann jetzt wieder Topleistungen bringen. Ich will nicht ausschließen, dass das auch mal 60, 70 Minuten lang geht. Er ist noch nicht wieder der Spieler wie vor seiner Verletzung. Damals war er ein Topspieler der Liga. Jetzt kann er uns das in kleinen Momenten geben. Und die Momente werden länger.“

Insgesamt ist Kohfeldt sehr froh darüber, dass er auf mehreren Positionen harte Entscheidungen treffen muss. „Die Kaderplanung im Sommer war darauf ausgelegt, diesen Konkurrenzkampf zu haben. Der Plan ist nicht aufgegangen, wie wir alle wissen. Aber jetzt haben wir diese Situation.“ Die Mannschaft gehe damit sehr gut um, betonte Kohfeldt. „Am Mittwoch habe ich im Training Spieler gesehen, die mir zeigen wollten, dass sie in die Mannschaft gehören.“

So könnte Werder spielen:

Pavlenka – Gebre Selassie, Vogt, Groß, Moisander, Friedl – M. Eggestein, Klaassen – Bittencourt, Sargent, Rashica

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+