2:1-Sieg bei 1899 Hoffenheim Füllkrug lässt Werder jubeln und Flick schaut zu

Werder Bremen bleibt in der Erfolgsspur. Eine Woche nach dem 5:1-Sieg gegen Gladbach gewann das Team von Trainer Ole Werner 2:1 bei 1899 Hoffenheim. Matchwinner war einmal mehr Niclas Füllkrug.
07.10.2022, 22:40
Lesedauer: 4 Min
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Von kni/dco

Der SV Werder Bremen wird immer unheimlicher: Der 5:1-Gala vor einer Woche gegen Borussia Mönchengladbach ließ der Aufsteiger am Freitagabend einen 2:1 (1:1)-Sieg bei der TSG 1899 Hoffenheim folgen. Marvin Ducksch hatte die Gäste nach einer feinen Kombination mit 1:0 in Führung gebracht (18.), Munas Dabbur sorgte für den Ausgleich (32.), Niclas Füllkrug machte dann per Strafstoß den nicht unverdienten Sieg perfekt (88.). Durch den Dreier sprang Werder – man mag es kaum glauben – auf einen Champions-League-Platz und belegt zumindest für ein paar Stunden Rang vier. Vier Teams können an diesem Wochenende allerdings noch vorbeiziehen. Doch das interessierte keinen Grün-Weißen...

Werder-Coach Ole Werner hatte mit seiner Aufstellung nur bedingt überrascht. Es war zwar erwartet worden, dass Amos Pieper nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf zurückkehrt, aber das erneute Vertrauen in dessen Ersatz Niklas Stark konnte jeder verstehen. Schließlich hatten die Grün-Weißen vor einer Woche gegen Borussia Mönchengladbach mit der schnellsten 3:0-Führung in der Vereinsgeschichte für Furore gesorgt und am Ende einen bemerkenswerten 5:1-Sieg gefeiert. Es gab also überhaupt keinen Anlass für eine Veränderung.

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Ducksch trifft zur Bremer Führung

Und es begann erneut spektakulär, allerdings waren diesmal nicht die Bremer dafür verantwortlich. Die Hoffenheimer wollten sich anders als Gladbach nicht überrumpeln lassen und gaben selbst Vollgas. Robert Skov schoss in den ersten drei Minuten gleich zwei Mal nur knapp am Tor vorbei, Christoph Baumgartner jagte die Kugel über das Gehäuse (6.). Werder wehrte sich, fand ins Spiel und dann auch den Weg zum Tor. Nach einer traumhaften Kombination über Romano Schmid, Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug vollstreckte Ducksch mit einem cleveren Flachschuss zum 1:0 (18.).

Das dürfte auch Hansi Flick auf der Tribüne beeindruckt haben. Der Bundestrainer war tatsächlich gekommen – um sich Füllkrug als möglichen WM-Teilnehmer anzuschauen? Höchstwahrscheinlich! Füllkrug ging wie immer sehr engagiert zu Werke und dürfte mit seiner geschickten Ablage vor dem 1:0 schon früh Pluspunkte gesammelt haben. Genauso wie mit seiner gut erarbeiteten Chance, die 1899-Keeper Oliver Baumann gerade noch vereitelte (36.).

Da stand es allerdings schon 1:1, weil sich Ducksch am gegnerischen Strafraum einen schlimmen Fehlpass erlaubt hatte. Der Stürmer eilte zwar im Höchsttempo zurück, konnte aber Munas Dabbur nicht mehr am 1:1 hindern (32.). In der Abwehr war zudem Milos Veljkovic zu früh rausgerückt, und Stark hatte sich zu sehr auf seinen Gegenspieler konzentriert, anstatt Ducksch zu helfen.

Pavlenka bewahrt Werder vor dem Rückstand

Werder zeigte sich davon aber unbeeindruckt. Der Aufsteiger agierte weiter auf Augenhöhe mit dem ambitionierten Tabellenfünften. Die rund 3 000 mitgereisten Werder-Fans sahen eine intensive Partie mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, aber eher wenigen gefährlichen Strafraumszenen. Das Unentschieden zur Pause ging absolut in Ordnung.
Nach dem Wechsel schalteten die Gastgeber sofort einen Gang hoch – vor allem Baumgartner, der gleich zwei Mal vor Jiri Pavlenka auftauchte.

Einmal zielte er zu hoch (52.), dann scheiterte der Angreifer am Werder-Keeper (56.). Die Gäste leisteten sich in dieser Phase zu viele individuelle Fehler, schenkten einfache Bälle her. Lange konnte das eigentlich nicht mehr gut gehen. Ole Werner reagierte – und das ziemlich offensiv. Für Ilia Gruev brachte er Leonardo Bittencourt, der als Achter wesentlich mehr Vorwärtsdrang besitzt als der Bulgare (58.).

Doch erst mal änderte sich nichts. Christian Groß verlor schon wieder den Ball, was Dabbur die nächste Chance bescherte, doch Pavlenka war auf dem Posten (62.). Der Keeper reagierte kurz darauf bei einem Kopfball von Grischa Prömel sogar noch besser (65.). Und was war mit der Bremer Offensive los? Nicht viel. Bis zur 69. Minute, als Füllkrug den Ball eigentlich perfekt auf Mitchell Weiser ablegte, der aus 15 Metern aber zu überhastet und deshalb zu harmlos abschloss.

VAR bringt Werder entscheidenden Elfmeter

Nächster Wechsel bei Werder: Für Anthony Jung kam Lee Buchanan (75.), auch der Engländer ist eigentlich offensiver unterwegs als sein Vorgänger. Und genau in diese Richtung ging es dann auch. Ducksch hatte nach einem Konter und guter Vorlage von Weiser die große Chance zum 2:1, doch der starke Ex-Bremer Kevin Vogt schmiss sich noch in den Schuss (79.). Da war mehr drin gewesen. Ärgerlich für die Bremer, die aber dran blieben. Das erinnerte doch sehr an die Vorsaison, als die Grün-Weißen auch nie mit einem Unentschieden zufrieden waren. Und sie wurden dafür belohnt. Hoffenheims Abwehrspieler Stanley Nsoki traf den nach einem Ducksch-Pass in den Strafraum durchgebrochenen Weiser am Fuß, der Bremer fiel allerdings erst mit leichter Verzögerung.

Schiedsrichter Benjamin Cortus entschied wohl auch deshalb auf Abstoß. Doch der Video-Assistent schickte ihn zum Bildschirm an den Spielfeldrand – und danach gab Cortus den Strafstoß. Füllkrug schnappte sich den Ball und behielt die Nerven – 2:1 für Werder (88.). Und das ausgerechnet durch das achte Saisontor von Füllkrug vor den Augen von Bundestrainer Flick. Ein perfekter Werder-Abend.

Hoffenheim warf noch einmal alles nach vorne, doch Werder hielt dagegen. Der eingewechselte Jens Stage rettete gegen Prömel – dann war Schluss. Riesenjubel bei den Gästen, die nun Zeit zum Feiern haben. Das nächste Spiel ist erst nächsten Samstag gegen Mainz.  

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