Testspiel gegen Linz wird zum Härtetest

Fehler sind erlaubt

Heute testet Werder im Trainingslager gegen den Linzer ASK. Das Ergebnis ist Florian Kohfeldt nicht so wichtig, wohl aber, dass seine Profis trotz müder Beine Spielkontrolle ausüben.
19.08.2020, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Fehler sind erlaubt
Von Christoph Sonnenberg
Fehler sind erlaubt
Nordphoto

Zell am Ziller. Wenn Werder an diesem Mittwoch um 17 Uhr im Parkstadion im Zillertal auf den Linzer ASK trifft, ist auch von Interesse, wer nicht spielt. Offiziell sind es Probleme an den Adduktoren, die Milot Rashica zum Zuschauen zwingen. „Wir haben gemeinsam beschlossen, dass er bis zum Donnerstag alles auskuriert und am Freitag wieder ins Training einsteigt“, sagt Florian Kohfeldt.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Im ersten Testspiel der Vorbereitung, beim 2:0 gegen Eintracht Braunschweig, saß der wertvollste Spieler des Bremer Kaders auf der Tribüne, um eine mögliche Verletzung zu vermeiden. Es steht ein Verkauf im Raum, RB Leipzig würde den pfeilschnellen Stürmer gerne verpflichten. Jedes Risiko, diesen Millionen-Verkauf zu gefährden, soll vermieden werden. In diesem Fall, sagt Kohfeldt, spiele das keine Rolle: „Es ist eine andere Situation als gegen Braunschweig.“ Also eine echte Verletzung. Als Beleg führt der Trainer an, am kommenden Montag mit einem Einsatz Rashicas zu rechnen: „Für das Testspiel gegen Lustenau ist er eingeplant und wird, sofern es die Gesundheit zulässt, auch spielen.“

Erster Auftritt von Neuzugang Chong

Nicht mit von der Partie gegen den österreichischen Erstligisten sind Niklas Moisander, der sich nach einem Muskelfaserriss noch im Aufbau-Training befindet. Auch Milos Veljkovic und Kevin Möhwald, beide tasten sich gerade erst wieder an die volle Belastung heran, werden fehlen.

Dafür wird Tahith Chong seinen ersten Auftritt nach dem Wechsel von Manchester United für Werder haben. Vergangenen Sonntag stand Chong erstmals mit den neuen Kollegen auf dem Platz, die kurze Anlaufzeit sei aber kein Problem, so Kohfeldt. „Tahith ist körperlich in einem guten Zustand. Man merkt von Training zu Training, dass seine Aktionen besser werden. Das passt.“

Mit Linz wartet ein Gegner, der zuletzt auch international in Erscheinung trat. In der Europa League scheiterten sie erst im Achtelfinale an Manchester United. Ein respektabler Erfolg, wenngleich beide Spiele mit 0:5 und 1:2 verloren wurden. Chong, damals noch in Diensten der Engländer, kam jeweils zu Kurzeinsätzen. Eine entsprechend starke Mannschaft erwartet Bremens Trainer. „Linz ist sehr aktiv. Sie pressen früh, bringen viel Unruhe ins Spiel und spielen schnell in die Tiefe“, analysiert Kohfeldt den Gegner. Ein echter Härtetest also, der Werder viel abverlangen wird.

Kohfeldt geht es um Spielkontrolle, nicht um Tore

Aber genau darum geht es aus Bremer Sicht. Am Dienstag standen zwei Einheiten auf dem Programm, die am Nachmittag dauerte über zwei Stunden. „Wir sind in einer Phase der Vorbereitung, in der Jungs müde sein werden. Ich will sehen, dass sie sich unter Müdigkeit trauen, raus zu spielen. Da kann auch mal ein Fehlpass dabei sein, wir können auch mal ein Gegentor kriegen. Das ist nicht mein Thema in dem Spiel.“

Fehler sind also erlaubt, vielleicht sogar eine Niederlage. Ergebnisse der Testspiele spielen in der Vorbereitung ja meist nicht die Hauptrolle. Es geht eher darum, das umzusetzen, was im Training geübt wird. Gegen Linz heißt das zum einen, eine gute Balance zu finden zwischen Pressing im richtigen Moment und der Verteidigung des eigenen Tores. Auf der anderen Seite will Kohfeldt, „dass wir viel Spielkontrolle haben. Das wird schwer, weil der Gegner gut ist. Ich will trotzdem sehen, dass wir versuchen, unsere Spielidee durchzudrücken“. Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wird wieder vor Zuschauern gespielt. Derzeit sind in Österreich Menschensammlungen von bis zu 1250 Personen erlaubt. Die Region Zillertal hat jedoch verfügt, nur 500 Karten in den Verkauf zu geben – die sind alle restlos ausverkauft.

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