Kapitän ohne Einsatzzeit Moisander sucht seine Rolle

In den jüngsten drei Spielen stand Niklas Moisander nur 60 Sekunden lang auf dem Platz. Werders Kapitän könne sein Amt trotzdem ausführen und sei ein wichtiger Ansprechpartner, betont Sportchef Frank Baumann.
20.10.2020, 15:28
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Moisander sucht seine Rolle
Von Christoph Sonnenberg

Ein großes Thema war Niklas Moisander vor Beginn der Saison. Seit 2016 in Bremen, stand die Entscheidung an, ob der mittlerweile 35-Jährige erneut die Kapitänsbinde tragen würde. Florian Kohfeldt ließ sich Zeit, entschied sich am Ende aber für Kontinuität im Amt. „Über seine Art und Weise ist Niklas in der Lage, die Mannschaft auf und neben dem Platz zu führen“, begründete Werders Trainer seine Entscheidung.

Dass Moisander damit nicht automatisch zum Stammspieler wird, betonte Kohfeldt Anfang September ebenfalls. „Jeder in unserer Kabine stellt sich dem Konkurrenzkampf.“ Diesen scheint der Mann mit dem stechenden Blick vorerst verloren zu haben. Nur zum Saisonstart gegen Hertha spielte Moisander von Beginn an. In den folgenden drei Partien kam er nur 60 Sekunden zum Einsatz.

Schaut man nüchtern auf die Zahlen, fällt etwas auf. Gegen Hertha kassierte Werder vier Gegentore, in den folgenden drei Partien nur noch drei insgesamt. Ohne Zweifel wirkt Werder defensiv derzeit deutlich stabiler als in der vergangenen Saison. Moisander hat seine Stärken im Spielaufbau, im Zweikampf hat er mittlerweile unverkennbare Schwächen. „Marco Friedl und Milos Veljkovic haben das bis jetzt sehr ordentlich gemacht“, sagt Frank Baumann. Den Weg ins Team beschreibt der Sportchef ganz klassisch: „Es gibt ein Leistungsprinzip.“

Vergangene Saison galt das zwar auch, wurde von der bösen Verletzungsmisere aber immer wieder außer Kraft gesetzt. Gespielt haben in der Verteidigung phasenweise die, die die wenigsten Schmerzen hatten. Jetzt ist die Lage eine andere, sagt Baumann: „Wir sind, nicht nur in der Verteidigung, in einer Situation, dass der Konkurrenzkampf größer geworden ist.“ Einerseits sei das gut. „Andererseits bringt es nicht ganz leichte Situationen mit sich. Dass man dem einen oder anderen sagen muss, dass er nicht im Kader ist oder nicht spielt.“

Dazu gehört mittlerweile regelmäßig der Kapitän. Die Ausführung seines Amtes sieht der Sportchef nicht in Gefahr. „Niklas ist für die Mannschaft und das Trainer-Team trotzdem noch ein sehr wichtiger Ansprechpartner. Daran hat sich nichts geändert, nur weil er ein paar Spiele nicht gespielt hat.“ Ohnehin sei die aktuelle Situation nur eine Momentaufnahme, betont Baumann: „Niklas wird in dieser Saison noch wichtig sein für uns.“

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