Trotz Absage aus der Politik

Bremen bastelt an Zuschauer-Konzept

Gefüllte Stadien zum Saisonstart wird es nicht geben. Trotz der Absage aus der Politik arbeitet Werder an Konzepten, wie eine Rückkehr der Fans möglich ist. Es geht um sehr viel Geld für den Verein.
13.08.2020, 08:49
Lesedauer: 2 Min
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Bremen bastelt an Zuschauer-Konzept
Von Christoph Sonnenberg
Bremen bastelt an Zuschauer-Konzept
Nordphoto

Die Absage aus der Politik, bereits zum Auftakt der neuen Saison am 18. September teilweise Zuschauern in die Stadien zu lassen, stößt bei Werder auf Verständnis. „Natürlich würden wir sehr gerne wieder vor Zuschauern spielen, aber die Pandemie-Lage lässt das aktuell noch nicht zu„, sagt Frank Baumann. „Deswegen akzeptieren wir die Entscheidung der Gesundheitsminister.“

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat ein Konzept erarbeitet, auf dessen Grundlage zumindest Teile der Stadien wieder gefüllt werden könnten. Es sieht Stadionbesuche ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor, Tickets sollen nur personalisiert vergeben werden. Vergangenen Montag gab es dafür auf der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) keine positiven Signale der Ministerinnen und Minister.

Eindämmung der Pandemie hat Priorität

Das Vorhaben wurde einstimmig abgelehnt. Gesundheitsminister Spahn äußerte sich ebenfalls skeptisch: „Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen. Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag.“ Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erteilte den Plänen eine Absage: „Es hätte auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im Medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen.“

Das Sicherheit vor geht, ist für Baumann selbstverständlich. „Alle Bundesligisten haben immer betont, dass die Eindämmung der Pandemie allerhöchste Priorität hat." Das habe die Vergangenheit gezeigt, als die Bundesliga als weltweit erste Profisportliga den Betrieb während der Corona-Pandemie am 16. Mai wieder aufgenommen hat. „Wir sind beim Re-Start sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen", sagt Werders Sportchef. „Das gilt auch für den Moment, wenn die Stadien wieder gefüllt werden könnten."

„Wir arbeiten an einer Lösung"

Denn an den Plänen, zeitnah wieder Zuschauer ins Stadion zu bekommen, arbeiten die Klubs unter Mitwirkung der DFL natürlich weiter intensiv. „Nichtsdestotrotz bereiten wir uns wie alle anderen Bundesligisten darauf vor durch sinn- und verantwortungsvolle Konzepte mit den Behörden hier vor Ort„, so Baumann. „Wir arbeiten an einer Lösung, wenn es die Lage zulässt, möglichst schnell wieder mit Zuschauern spielen zu können.“

Jedes Spiel ohne Zuschauer kostet Werder viel Geld. „Das sind wichtige Einnahmen, die uns fehlen. Aus finanzieller Sicht alles andere als gut", sagt Baumann. Allein in der vergangenen Saison haben die Geisterspiele im Weserstadion Werder einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Je länger die Ticketeinnahmen fehlen, desto größer wird der finanzielle Schaden insgesamt.

Wann tatsächlich wieder Zuschauer ins Stadion dürfen und wie viele das zunächst sein werden, lässt sich derzeit nicht absehen. Die Infektionszahlen steigen, es sieht also eher nach Einschränkungen denn Lockerungen aus. Auch Baumann ist skeptisch: „Ich glaube, es ist nicht zu erwarten, dass es wieder zügig ein volles Weserstadion geben wird. Wir müssen die Infektionslage berücksichtigen."

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