Transferschluss im Februar Kohfeldt glaubt offenbar an Rashica-Verbleib

„Er wird noch extrem wichtig“, sagt Trainer Kohfeldt über seinen Stürmer Rashica. Ein Verkauf mit einer hohen Ablösesumme bleibt zwar das erklärte Ziel, doch derzeit braucht ihn Werder.
23.01.2021, 12:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Wenn Florian Kohfeldt über Milot Rashica spricht, dann gibt es da keine Einschränkungen. Keinen Konjunktiv. Dann hört es sich an, als sei ein Wechsel des Stürmers noch in der aktuellen Transferperiode für den Trainer des SV Werder überhaupt kein Thema mehr. Offenbar abgehakt. Und Kohfeldts Plan mit Rashica geht ungeachtet der Verkaufsabsichten seines Arbeitgebers weit nach vorne. Jedenfalls über die beiden Spiele gegen Hertha BSC und Schalke 04, die noch vor Ende der Wechselfrist angesetzt sind, hinaus. Der Coach sieht in dem lange verletzten Rashica einen Faktor, der noch „extrem wichtig“ sein wird für die Mannschaft und „ganz wichtig für uns, um unsere Ziele zu erreichen in diesem Jahr“.

Damit meint er sicher nicht nur die beiden noch verbleibenden Partien im Januar, ehe am 1. Februar das Transferfenster schließt, sondern die gesamte Rückrunde, die für Werder am Samstag in Berlin (18.30 Uhr) beginnt. Vielleicht sogar mit Rashica in der Startelf.

Nachdem der 24-Jährige gegen den FC Augsburg (2:0) mit einem Ein-Minuten-Einsatz sein Comeback gefeiert hatte, war er beim 0:1 bei Borussia Mönchengladbach immerhin schon für 16 Minuten dabei – inklusive eines Pfostenschusses, der Werder noch das Remis hätte bringen können. Dass Rashica nun schon fit genug ist, um gegen die Hertha von Anfang an zu spielen, will Kohfeldt „nicht ausschließen. Aber wenn, dann reden wir von 45 bis maximal 60 Minuten. Spätestens gegen Schalke hat er dann realistische Startelf-Chancen.“

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Dass Rashica auch im Spiel danach, im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Greuther Fürth (2. Februar) noch dabei ist, kann niemand garantieren. Ein Verkauf mit einer Ablöse von 15 Millionen Euro bleibt das Ziel des SV Werder, Kohfeldt behandelt diese Option aber wie das, was sie tatsächlich so lange bleibt, bis ein Club zahlt: ein theoretisches Modell. In der Realität ist Rashica da, und Rashica wird gebraucht.

Der Pfostenschuss in Gladbach war einerseits zwar ärgerlich, habe andererseits aber auch gezeigt, „dass Milot schnell wieder in diese Aktionen kommen kann“, meint Kohfeldt und hofft auf den nächsten Schritt des Kosovaren gegen die Hertha. „Im Training sieht es sehr gut aus bei Milot. Er wirkt sehr spritzig und agil. Spieler mit seinem Potenzial haben wir nach wie vor nicht sehr viele in unserem Kader.“

Allerdings gab es zuletzt auch nicht sehr viele, die so viele negative Erlebnisse zu verkraften hatten wie Rashica. In letzter Minute platzte Anfang Oktober der schon ausgehandelte Wechsel zu Bayer Leverkusen, zudem kosteten ihn Knieprobleme und zuletzt eine Oberschenkelverletzung weite Teile der Hinrunde. Dass er jetzt noch mal für Werder durchstartet, trauen ihm einige nicht zu, Kohfeldt setzt aber unbeirrt auf den Mann, den er früher „Rocket“ nannte. Der Coach: „Um den Jungen herum ist sehr viel passiert, es war auch eine unglückliche Zeit. Er weiß, dass ich ihn immer schütze. Er soll sich jetzt ganz auf sich fokussieren. Und wenn er das tut, dann wird er für die Mannschaft extrem wichtig sein.“ Gegen Hertha. Gegen Schalke. Und auch gegen alle anderen?

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