ManUnited gibt grünes Licht

Chong-Transfer vor dem Abschluss

Werder will Tahith Chong ausleihen und Chong will zu Werder. Nun hat auch ManUnited grünes Licht für den Transfer gegeben. Wann er über die Bühne geht, hängt von Manchesters Verbleib in der Europa League ab.
11.08.2020, 17:50
Lesedauer: 2 Min
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Chong-Transfer vor dem Abschluss
Von Christoph Sonnenberg
Chong-Transfer vor dem Abschluss
dpa

Am späten Montagabend setzte sich Manchester United mit 1:0 im Viertelfinale der Europa League gegen den FC Kopenhagen durch. Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung für die Engländer, was zur Folge hat, dass sie am kommenden Sonntag in Köln um den Einzug ins Finale kämpfen. Auch bei Werder werden sie die Partie aufmerksam verfolgt haben. Und vermutlich nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis sein.

Der Grund ist Tahith Chong, der gegen Kopenhagen in Manchesters Kader stand, aber nicht zum Einsatz kam. Werder will Chong auf Leihbasis nach Bremen holen und das so schnell wie möglich. Je weiter sich der Klub aus der Premier League in der Endrunde der Europa League spielt, desto länger dürfte sich der Abschluss des Geschäfts hinziehen. Das Finale findet am 21. August in Köln statt. Ist Manchester dabei, müsste Werder wohl noch länger warten.

Gespräche mit Chong per Videoschalte

Stammspieler ist Chong natürlich nicht, sonst würden die Bremer als aufnehmender Klub nicht infrage kommen. Einsätze hatte der Niederländer im europäischen Wettbewerb aber sehr wohl. In beiden Achtelfinalspielen gegen Linz wurde er eingewechselt. Dass Trainer Ole Solskjaer Chong vor Ende des Wettbewerbs abgibt, ist deshalb eher unwahrscheinlich.

Dabei herrscht zwischen allen drei Parteien grundsätzliche Einigkeit über das Geschäft. Werder interessiert sich schon lange für Chong, die Bremer wollen den schnellen Außenstürmer in den Kader holen. Chong und seine Berater haben an Bremen ihrerseits Gefallen gefunden und zugesagt. Während die Agenten zu Verhandlungen in Bremen waren, liefen die Gespräche mit Chong telefonisch über eine Videokonferenz. In Zeiten von Corona ist das nicht anders möglich.

Und auch ManUnited hat grünes Licht gegeben. Nach Informationen des WESER-KURIER ist mündlich der grobe Rahmen besprochen und der Transfer damit auf der Zielgeraden. Es bestand in Bremen sogar die heimliche Hoffnung, dass Chong schon vor der Abfahrt ins Zillertal zur Mannschaft stößt. Kommenden Sonnabend geht es bis zum 25. August nach Österreich, wo Werder sich zum neunten Mal in Folge auf die Saison vorbereitet. Die Tage in Zell am Ziller könnten und sollen helfen bei der Integration. Nach dem Erreichen des Halbfinals hoffen sie, dass Chong vielleicht noch während der Vorbereitung ins Zillertal kommt.

Manchester bestimmt die Laufzeit die Leihe

Noch nicht ausgehandelt ist die Laufzeit der Ausleihe. Dürfte Werder sie bestimmen, würde Chong für zwei Jahren nach Bremen wechseln. Zwei Jahre bedeuten eine weitaus bessere Planungssicherheit. Doch die Bremer wissen nicht, welche Laufzeit Manchester bevorzugt. Was sie wissen, ist, dass die Entscheidung ausschließlich von den Engländern getroffen wird und Werder sie widerspruchslos akzeptieren wird und muss.

Die Laufzeit hängt von ManUniteds Kaderplanung ab und wann sie Chong wieder in den eigenen Reihen sehen wollen. Das wiederum hängt mit Verkaufsplänen anderer Spieler zusammen oder mit auslaufenden Verträgen. Für Werder ist es nicht ersichtlich, auf welchen Grundlagen Manchester die Entscheidung fällt. Sie rechnen damit, Chong nur für eine Saison zu bekommen.

Grundsätzlich scheint also alles klar, trotzdem halten sich bei Werder öffentlich noch alle zurück. Sie sind vorsichtig, weil noch keine Unterschriften den Handel besiegelt haben. Bei Werder verweisen sie auf ein junges Beispiel, besser nichts zu verkünden, bevor alles wasserdicht ist: Torhüter Alexander Schwolow. Sein Wechsel von Freiburg zu Schalke war von allen Seiten beschlossen, doch dann trat Hertha BSC auf den Plan und griff zu. Auch bei Chong könnten Konkurrenten versuchen, den Spieler zu locken, die bisher noch nicht mit dem Gedanken gespielt haben. Die Verhandlungen mit Werder zeigen, dass er auf dem Markt ist. Und Fußball ist bekanntlich ein Geschäft mit rauen Sitten.

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