Ex-Trainer Anfang glaubt an Werder-Aufstieg

Der ehemelige Werder-Trainer Markus Anfang ist sich sicher, dass das Team in die erste Liga aufsteigten wird. Er selbst profitiert davon jedoch nicht mehr. Trotz Skandal hat auch er zum Erfolg beigetragen.
11.05.2022, 13:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Das Kapitel Werder Bremen endete für Markus Anfang wegen seines Impfpass-Betrugs ziemlich abrupt und sehr unrühmlich. Abgeschlossen hat der Trainer mit seinem Ex-Club aber noch lange nicht, natürlich schaut er im Aufstiegsrennen der 2. Liga ganz genau hin. „Klar fiebert man mit den Jungs mit“, sagte Anfang der Sport Bild und prophezeit Werder am Sonntag im Aufstiegsfinale gegen Jahn Regensburg ein glückliches Ende: „Die Mannschaft hat viel Qualität, ist stabil. Und das größte Plus ist: Werder hat es jetzt wieder selbst in der Hand, das lassen sich die Jungs nicht mehr nehmen.“

Keine Aufstiegsprämie für Anfang

Anfang selbst würde davon übrigens nicht mehr profitieren. Seine im vergangenen Sommer ausgehandelte Aufstiegsprämie ist nach Informationen der Deichstube durch den freiwilligen Rückzug kein Thema mehr. Mit der Unterschrift unter seinen Auflösungsvertrag Ende November vergangenen Jahres verzichtete der 47-Jährige mit sofortiger Wirkung auf jegliche weitere Zahlungen. Anfang hatte sich einen gefälschten Impfpass besorgt und auch gegenüber dem Gesundheitsamt Bremen eingesetzt. Der Behörde fiel der Betrug auf. Inzwischen wurde der in Köln lebende Rheinländer vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 36 000 Euro verurteilt, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erteilte ihm ein Berufsverbot bis November 2023, das aber ab dem 10. Juni nur noch zur Bewährung gilt. Anfang könnte also schon bald wieder als Coach arbeiten.

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Schwierige Bedingungen durch Transfererlöse

Eine Rückkehr zu Werder ist freilich kein Thema, wenngleich Sportchef Frank Baumann stets betont, dass auch Anfang seinen Anteil an der guten Entwicklung der Mannschaft hat. Dabei war Werder nur Tabellenachter, als der Trainer Werder nach dem 13. Spieltag verlassen musste. Allerdings hatte er fünf Monate zuvor auch keinen ganz einfachen Job beim Absteiger übernommen. „Das war eine intensive Zeit vergangenen Sommer, den Kader unter erschwerten Bedingungen zu bauen. Aus wirtschaftlichen Gründen mussten Transfererlöse erzielt werden. Bis zum letzten Tag des Transferfensters – also mitten in der Saison – stand nicht fest, mit welchen Spielern definitiv geplant werden konnte. Aber das hat die Mannschaft zusammengeschweißt“, erinnerte sich Anfang.

Team mit eigener Handschrift

Allerdings: Der Coach war im Team nicht unumstritten, hatte sich mit Stürmer Niclas Füllkrug sogar zerstritten. Erst spät setzte Anfang auf die Doppelspitze mit Füllkrug und Marvin Ducksch, den er mit aus Hannover losgeeist hatte. „Marvin war ein großer und wichtiger Baustein bei der Zusammenstellung der Mannschaft“, so Anfang, der Ducksch aus gemeinsamen Zeiten in Kiel kannte. Auch die Darmstädter Nicolai Rapp und Lars Lukas Mai holte er nach Bremen und gab dem Team damit eine eigene Handschrift – inklusive seines 4:3:3-Systems, das aufgrund fehlender echter Außenstürmer eher selten richtig gut funktionierte. Erst kurz vor seinem Aus stellte Anfang um und feierte in seinem letzten Spiel in Nürnberg einen bemerkenswerten, weil hart erkämpften 2:1-Sieg. „Das war einer der Knackpunkte. Solch positive Erlebnisse sind wichtig für die Entwicklung einer Mannschaft“, berichtete Anfang. Bis dahin habe der Absteiger oft ein wiederkehrendes Problem gehabt: „Der Gedanke, als Favorit rauszugehen und Spiele zu gewinnen, der musste sich erst bei den Spielern verinnerlichen.“

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Gute Arbeit von Ole Werner

Unter Anfangs Nachfolger Ole Werner ging das dann ganz schnell. Die ersten sieben Partien wurden allesamt gewonnen, Werder schaffte den Sprung aus dem Mittelfeld bis an die Spitze. „Ole Werner hat einen sehr großen Anteil am Erfolg. Seine Mannschaft war auf die Gegner immer gut vorbereitet. Er hat bei Aufstellungen und Auswechslungen sehr oft die richtigen Entscheidungen getroffen“, urteilte Anfang und nannte dabei auch ausdrücklich dessen Co-Trainer Patrick Kohlmann.

Das Heimspiel gegen Regensburg wird Anfang nicht vor Ort, sondern aus der Ferne beobachten: „Es wäre schön, zu sehen, wenn Bremen zurück in die Bundesliga kommt. Dieser Verein gehört einfach in die 1. Liga.“     

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