Gefährlicher Standard

Darum schießt Ducksch jetzt die Ecken bei Werder

Marvin Ducksch an der Eckfahne: Das hat für Verwunderung gesorgt. Doch Werder-Trainer Markus Anfang gingen die Optionen aus und sieht in dem Torjäger eine gefährliche Waffe.
28.09.2021, 12:52
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Von kni

Plötzlich stand Marvin Ducksch an der Eckfahne – und sorgte durchaus für Verwunderung. Warum sollte ausgerechnet der torgefährlichste Angreifer des SV Werder Bremen den Ball in den Dresdner Strafraum schlagen, wo er doch selbst als Vollstrecker gebraucht wird? Die Antwort ist ganz einfach: Dem SV Werder fehlen in der Saison 2021/22 schlichtweg die Alternativen – zumindest, wenn Niklas Schmidt schon ausgewechselt und Leonardo Bittencourt verletzt ist.

„Manchmal hast du viele Standardschützen in der Mannschaft, manchmal wenige“, sagte Werder-Coach Markus Anfang als Gastredner bei der Regionalkonferenz vom Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) im Weserstadion. Fast 100 Trainer aus der Region bilden sich einmal im Jahr bei dieser Veranstaltung weiter und verlängern dadurch ihre Trainerlizenzen. Darunter waren diesmal auch Ex-Werder-Trainer Alexander Nouri oder der ehemalige Bremer Keeper Pascal Borel, der als Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 arbeitet. Dieter Hecking (Sportvorstand des 1. FC Nürnberg) schaute ebenfalls vorbei.

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Zurück zu Ducksch: Anfang erklärte, dass Niklas Schmidt in dieser Saison der Standardschütze Nummer eins sei. Doch den holte der Coach in Dresden nach einer schwachen Leistung in der 62. Minute vom Platz. Werder stürmte, wollte den Ausgleich erzwingen und bekam auch die eine oder andere Ecke. „Dann ist die Frage: Möchtest du einen guten Standard bekommen oder noch einen torgefährlichen Spieler in der Box haben?“, meinte Anfang und lieferte prompt seine Antwort: „Ich entscheide mich dann für einen guten Standard, weil wir noch andere Spieler haben, die ein Tor machen können.“ Gemeint war wohl vor allem Niclas Füllkrug, der in Dresden als zweiter Stürmer eingewechselt worden war.

Gleichzeitig hob Anfang noch die besonderen Qualitäten von Ducksch hervor, der gegen den HSV per Freistoß getroffen hatte. Der Treffer zählte allerdings nicht, weil Teamkollege Mitchell Weiser zu nah an der Mauer gestanden hatte. „Marvin hat einen guten Standard, das ist eine Waffe von ihm. Ob das nun ein Freistoß oder ein Eckball ist, wir müssen diese Waffe einsetzen“, meinte Anfang. Es ist also durchaus möglich, dass Ducksch auch am Freitag gegen Heidenheim wieder an der Eckfahne auftauchen wird.

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