Kapitän und Vize-Kapitän verlassen Werder Moisander und Gebre Selassie offiziell verabschiedet

Zwei Führungsspieler gehen: Niklas Moisander und Theo Gebre Selassie sind am Dienstag von Werder Bremen offiziell verabschiedet worden. Beide verlassen den Klub nach dem Abstieg mit traurigen Gefühlen.
25.05.2021, 12:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Die Abschiede hatten sich lange angekündigt, nun hat Werder Bremen sie auch offiziell bestätigt: Sowohl Kapitän Niklas Moisander (35) als auch sein Stellvertreter Theodor Gebre Selassie (34) verlassen den Club nach dem Abstieg. Die Verträge sind ausgelaufen, die Spieler wollen nicht mehr verlängern.

Der Finne Moisander war 2016 von Sampdoria Genua nach Bremen gekommen, absolvierte in fünf Jahren 142 Pflichtspiele im Werder-Trikot. Gebre Selassie spielte neun Jahre in Grün-Weiß, bestritt in dieser Zeit 298 Partien, 271 davon in der Bundesliga – kein anderer ausländischer Spieler ist je so oft für Werder aufgelaufen.

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Die Zahlen zeigen: Es sind nicht irgendwelche Profis, die den Club verlassen. Beide sind Routiniers, Führungsspieler, Leistungsträger über einen langen Zeitraum - und im Fall Gebre Selassie auch ein Fan-Liebling. Aber beide sind eben auch Mitglieder des Abstiegsteams. Das bleibt ebenso haften wie die besseren Jahre. „Wir hätten beiden einen anderen Abschied gewünscht. Leider war es ihnen nicht vergönnt“, sagt Werder-Sportchef Frank Baumann in einer Mitteilung des SV Werder: „Wir können uns bei Niklas und insbesondere Theo für den Einsatz und die Leidenschaft in den letzten Jahren nur bedanken. Wir wünschen ihnen für ihre private und berufliche Zukunft nur das Beste.“

Während Gebre Selassie mit seiner Frau und den beiden Kindern in die tschechische Heimat zurückkehren wird, um dort seine Karriere ausklingen zu lassen, soll es Moisander nach Schweden ziehen. Daher stammt seine Lebensgefährtin.

Aber egal, wohin: Den bedrückenden Ballast des Abstiegs nehmen beide mit. Moisander sagt, der Samstag mit der 2:4-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach sei „der bitterste Moment meiner Karriere“ gewesen: „ Ich hatte insgesamt fünf überwiegend sehr schöne Jahre. Ich wünsche allen bei Werder nur das Beste und hoffe, dass der Verein so schnell wie möglich wieder in die 1. Liga aufsteigt. Denn da gehört er hin.“

Gebre Selassie ist nach dem Abstieg „einfach nur leer und sprachlos. Es tut unglaublich weh.“ Der Abschied wäre für ihn auch unter normalen Umständen schon sehr emotional gewesen, unter den gegebenen Umständen fällt es ihm zusätzlich schwer, den Schlussstrich unter die Zeit in Bremen zu ziehen. „Ich hätte mich gerne anders von Werder und Bremen verabschiedet. Werder ist ein geiler Verein, der in die 1. Liga zurückkehren wird“, meint der Tscheche und sendet so etwas wie eine letzte Liebeserklärung an Club und Stadt: „Ich habe mich vom ersten Moment an in Bremen wohlgefühlt und hatte nie das Bedürfnis, den Verein zu wechseln. Werder wird immer in meinem Herzen sein.“

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