Corona-Krise legt Planungen still

Neue Sorgen um Werders Leistungszentrum

Erst die Abstiegsangst, jetzt die Corona-Krise: Die Pläne für den Neubau des Werder-Leistungszentrums in der Pauliner Marsch kommen erneut ins Stocken.
26.03.2020, 13:55
Lesedauer: 2 Min
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Von Mathias Sonnenberg und Malte Bürger
Neue Sorgen um Werders Leistungszentrum

Werder plant den Bau eines Leistungszentrums, doch es gibt Schwierigkeiten.

Werder Bremen

Fast eineinhalb Jahre sind vergangen, seit es am Osterdeich die ersten Gespräche über ein neues Leistungszentrum von Werder Bremen in der Pauliner Marsch gegeben hat. Im November 2018 hatte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald im Beirat Östliche Vorstadt die ersten Pläne an die Wand geworfen. Gezeigt wurden das geplante Mini-Stadion, ein neuer Kabinentrakt, umrahmt von Rasenplätzen. Viel ist seitdem geredet und diskutiert worden, aber Fakten wurden nicht geschaffen. Und es ist sieht ganz danach aus, dass es noch eine Weile dauern wird, bis erste Entscheidungen fallen, wann und ob überhaupt die Bagger rollen.

Erst waren es die Abstiegsängste bei Werder, jetzt ist es die Corona-Krise, die die Pläne für das Leistungszentrum nicht stilllegen, aber zumindest um einiges bremsen. Und niemand weiß, wann der Umbau, für den intern Kosten in Höhe von 32 Millionen Euro veranschlagt wurden, tatsächlich an Fahrt aufnimmt. „Das, was wir eigentlich wollten, nämlich uns zusammenzusetzen, das geht im Moment nicht“, sagt Hess-Grunewald, der bei Werder für das Leistungszentzrum verantwortlich ist.

Bau bei Abstieg in Gefahr?

Tatsächlich hatte es in den vergangenen Wochen Gespräche mit den Anwohnern gegeben, die das Projekt sehr kritisch verfolgen. Sozusagen unter dem Radar, denn die Diskussionen wurden von einem Mediator begleitet, der die Themen strukturierte und jetzt eigentlich auch mögliche Lösungen aufzeigen sollte. Alles geplatzt, denn Corona lässt bekanntlich keine Versammlungen mehr zu. Hess-Grunewald drückt das so aus: „Das führt dazu, dass wir die großen Besprechungen mit den Planern und allen weiteren Beteiligten so nicht führen können.“ Der von allen akzeptierte Mediator sei bereits in Gesprächen mit den Anwohnern und Vertretern des Beirats gewesen. „Dort ist die Kommunikation aufgrund der Kontaktsperre nun nur noch telefonisch möglich“, sagt der Werder-Präsident, „da stockt jetzt der kommunikative Fahrplan, weil man nicht alles am Telefon besprechen kann“.

Doch während die Kontaktsperre nur ein temporäres Problem ist, könnten die Abstiegsängste das Projekt Leistungszentrum womöglich langfristig sogar stoppen. Hess Grunewald sagt: „Im Falle eines Abstiegs wäre es auf jeden Fall deutlich schwieriger, es zu realisieren. In diesem Fall könnte man nicht sagen, dass alles eins zu eins so weiterläuft. Wir wissen alle, was ein Abstieg für wirtschaftliche Folgen hätte.“

Überzeugt vom Klassenerhalt

Solch ein Szenario hat Werder bereits intern durchgespielt. Und auch das Ende ist besprochen worden: Als Zweitligist könnte der Verein einen Neubau nicht stemmen. Denn bei den Budget-Planungen für die zweite Liga ist ein mögliches Darlehen für das Leistungszentrum nicht eingeplant. Aber das wird Werder benötigen, denn im September letzten Jahres hatte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt gesagt: „Grundsätzlich sehen wir den Verein hier in der Pflicht, ein Leistungszentrum zu finanzieren.“ Daran soll sich bis heute nichts geändert haben.

Offiziell aber will Werder zu möglichen Kosten oder auch Darlehen nichts sagen. „Mit den konkreten Auswirkungen mit Rechenbeispielen und Möglichkeiten der Finanzierung haben wir uns bislang noch nicht beschäftigt“, sagte Hess-Grunewald jetzt. Der Grund dafür sei doch klar. „Wir gehen davon aus, dass wir auch im nächsten Jahr Teil der Bundesliga sein werden.“

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