Zwischen Vorsicht und Vollgas

Füllkrug ist für Werder nicht der Stürmer, der er sein soll

Niclas Füllkrug hatte in dieser Saison mit vielen Verletzungen zu kämpfen. In den letzten 13 Spielen traf der Angreifer ein Mal. Damit ist Füllkrug nicht der Stürmer, den der SV Werder Bremen gerade bräuchte.
12.05.2021, 16:16
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Von Carsten Sander
Füllkrug ist für Werder nicht der Stürmer, der er sein soll

Niclas Füllkrug trainierte am Dienstag individuell.

nordphoto GmbH / Stoever

Alleine trabte er um den Platz, beobachtet und angeleitet nur von Rehatrainer Marcel Abanoz. Sonst war niemand da, als Niclas Füllkrug am Dienstagvormittag sein Trainingspensum absolvierte. Ohne Ball, ohne echte Belastung. Nur für 20, 30 Minuten war er draußen, dann war die Einheit für ihn schon wieder beendet. Obwohl der SV Werder keine neue Verletzung vermeldete, nahm der Stürmer nicht am Training der Mannschaft teil. Und das ist als ein weiteres Indiz dafür zu werten, dass Niclas Füllkrug im Saisonendspurt ganz gewiss nicht der Niclas Füllkrug ist, den Werder Bremen eigentlich bräuchte. 

Der Niclas Füllkrug, den Werder sich wünscht, ist fit, strahlt Stärke aus, schießt Tore, reißt andere mit. Doch die Realität ist diese: Mit dem 28-Jährigen muss unheimlich vorsichtig umgegangen werden, drei Verletzungen haben ihn in der laufenden Saison immer wieder zurückgeworfen, Trainer Florian Kohfeldt hat ihn in bislang keiner Partie über 90 Minuten spielen lassen und Tore schießt „Fülle“ auch kaum noch. Seit seinem Dreierpack am zweiten Spieltag beim 3:1 auf Schalke hat er noch genau zweimal getroffen – zuletzt am 25. Spieltag beim 1:3 gegen Bayern München. Seither? Nichts mehr. 

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Füllkrug läuft seiner Form und den Erwartungen hinterher. Das sei allerdings kein Wunder, meint Clemens Fritz, der vor neun Jahren noch mit dem ganz jungen Füllkrug zusammen in einer Werder-Mannschaft gespielt hatte. „Wenn du immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hast, ist es nicht einfach, den Rhythmus und die Stabilität zu haben“, sagt der Leiter Profi-Fußball. Dass Füllkrug in den letzten beiden Spielen des Abstiegskampfs noch mal zu einem Faktor wird für Werder, ist zwar nach wie vor die Hoffnung, aber das Einzeltraining am Dienstag zeigt auch, dass bei dem 28-Jährigen immer noch so viel Vorsicht geboten ist, dass ein befreiter Auftritt von ihm kaum zu erwarten ist. 

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Trainer Florian Kohfeldt hat Füllkrug in den letzten Partien jeweils nach etwa einer Stunde Spielzeit ausgewechselt. Nicht, weil er total unzufrieden gewesen wäre, sondern weil am Ende die Power fehlte. „Er haut sich rein, er macht das, was er machen kann. Und dann gibt es einen Punkt, an dem wir entscheiden, dass wir wechseln“, erklärte der Coach nach dem 0:0 gegen Bayer Leverkusen, in dem Füllkrug gute spielerische Momente hatte und laut Statistik zu immerhin vier Torabschlüssen gekommen war – es war der Bremer Spitzenwert an diesem Tag.

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