Mittelfeldspieler Niklas Schmidt zeigt echte Vereinsliebe

Für Niklas Schmidt ist Werder mehr als nur ein Verein - jetzt soll die Liebe durch den Aufstieg gekrönt werden.
10.05.2022, 10:49
Lesedauer: 2 Min
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Niklas Schmidt zeigt echte Vereinsliebe
Von Malte Bürger
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Niklas Schmidt hat zweifelsfrei schon schwierigere Tore erzielt. Der 24-Jährige profitierte dieses Mal von der sehenswerten Vorarbeit seiner Teamkollegen Eren Dinkci sowie Niclas Füllkrug und schob anschließend problemlos zum 3:0 für den SV Werder Bremen gegen Erzgebirge Aue ein. Danach richtete sich sein Blick sofort Richtung Gästeblock, während er mit seinem Finger stolz auf das Werder-Wappen zeigte. Nun ist es mancherorts schwer in Mode, mit großen Gesten seine Vereinstreue zu demonstrieren – selbst wenn der eine oder andere Profi das schon bei vorherigen Clubs ganz ähnlich gemacht hat –, doch Niklas Schmidt steht nicht in Verdacht, eine Show abzuziehen. Seine Liebe zu Grün-Weiß ist hinlänglich bekannt. Und jetzt hat er sie noch einmal hervorgehoben.

Von Kassel nach Bremen

„Mir liegt unheimlich viel an diesem Verein“, betonte er wenige Minuten nach seinem Treffer in der Nachspielzeit. „Wir versuchen mit allem, was wir haben, unser Ziel zu erreichen.“ Dass er nun in Aue selbst zu den Torschützen gehörte, zum zweiten Mal in dieser Saison, freute ihn verständlicherweise, änderte aber nichts an seiner generellen Einstellung. „Manche sagen das vielleicht nur so, aber mir ist wirklich egal, wer die Tore macht“, bekräftigte er. „Ich will unbedingt mit diesem Verein hoch und wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann: perfekt.“

Schmidt wurde zwar im nordhessischen Kassel geboren, doch als er vor knapp zehn Jahren zu den C-Junioren des SV Werder wechselte, begann die Wandlung zum echten Hanseaten. Was ihm die Stadt an der Weser inzwischen bedeutet, zeigte auch eine Aussage, die er am Montag, während eines Sponsoren-Talks wählte: „Ich habe fast meine halbe Kindheit hier verbracht und fühle mich hier fast schon mehr zu Hause als bei meiner Mutter – auch wenn sie das natürlich gar nicht so gerne hört.“

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Vom beinahe Rauswurf zum Gewinner

Im Sommer 2016 unterzeichnete Schmidt am Osterdeich seinen ersten Profivertrag, debütierte kurz darauf unter dem damaligen Trainer Alexander Nouri sogar in der Bundesliga und bereitete per Ecke prompt den 2:1-Siegtreffer gegen den VfL Wolfsburg vor. Ganz so glorreich ging es in der Folge allerdings nicht in Bremen weiter, bei den Leihstationen SV Wehen Wiesbaden und VfL Osnabrück musste er sich fortan durchsetzen. Und das tat er. Als Schmidt im vergangenen Sommer dann zu Werder zurückkehrte, standen die Zeichen jedoch auf Trennung. Sportchef Frank Baumann hatte ungewohnt offen erklärt, dass man ohne den Mittelfeldspieler plane – doch dieser avancierte dann fast schon märchenhaft plötzlich in der Vorbereitung zum echten Gewinner. Zu seiner eigenen großen Freude durfte Schmidt schließlich doch bleiben und einen neuen Vertrag unterschreiben. Seither stellt er sich in den Dienst der Mannschaft, überstand auch eine etwas heftigere Corona-Infektion und kommt auf regelmäßige Einsatzzeiten.

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"Ein hartes Stück Arbeit."

Mit etwas Glück hieven er und sein Team den SV Werder nun am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) im Wohninvest Weserstadion gegen Jahn Regensburg zurück in die 1. Bundesliga. Doch trotz der guten Ausgangslage mit nur einem fehlenden Punkt: Vorzeitig feiern will Niklas Schmidt keineswegs. „Ich freue mich für die Fans, dass wir das Spiel gegen Aue gewonnen haben, aber es ist noch nichts entschieden“, erklärte er. „Die Regensburger werden kaum kommen und sagen: Hey, ihr dürft das Spiel gewinnen.“ Vielmehr rechnet er mit 90 kräftezehrenden Minuten. „Das wird noch ein hartes Stück Arbeit. In der Liga ist nichts einfach, die Regensburger werden alles dafür tun, unsere Party zu crashen.“ Niklas Schmidt will – wenn er denn von Ole Werner wieder berücksichtigt wird – alles geben, damit genau das nicht passiert. Er will schließlich zurück in die Bundesliga. Mit seinem SV Werder Bremen.

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