Jenas Keeper träumt vom Elfmeter-Coup

„Ich weiß, wo sie hinschießen“

Natürlich ist Werder klarer Favorit, wenn es am Sonnabend (20.45 Uhr) im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Carl Zeiss Jena um den Einzug in die 2. Runde geht. Doch der Außenseiter hofft auf die Sensation.
12.09.2020, 18:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
„Ich weiß, wo sie hinschießen“
Von Malte Bürger
„Ich weiß, wo sie hinschießen“

Für Jenas Trainer Dirk Kunert lief die Saison bisher nicht nach Wunsch.

imago images

Eine ganze Weile hat es gedauert, ehe es endlich etwas zu bejubeln gab. Bis zum fünften Spieltag nämlich. Erst dann gelang Carl Zeiss Jena in der Regionalliga Nordost der erste Saisonsieg. Das 3:0 gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC hat punktuell sogar dafür gesorgt, dass nun von einer Pokal-Überraschung gegen Werder geträumt wird. Torwart Lukas Sedlak hielt in der jüngsten Partie beispielsweise einen Strafstoß und nutzte diese Vorlage direkt für eine Ansage in Richtung Bremen: „Ich hoffe, wir erreichen das Elfmeterschießen. Das traue ich unserer Mannschaft zu, wenn wir engagiert verteidigen“, sagte der 21-Jährige der „Ostthüringer Zeitung“. „Mit einem Quäntchen Glück können wir auch ein Tor erzielen und schon nach 90 oder 120 Minuten gewinnen. Aber wenn es ins Elfmeterschießen geht, muss sich Bremen darauf einstellen, dass ich weiß, wo sie hinschießen.“

Nun wird Werder alles versuchen, damit es gar nicht erst so weit kommt. Florian Kohfeldt hat seiner Mannschaft eingeimpft, jedes Spiel mit voller Intensität und der richtigen Einstellung anzugehen. Bereits in den beiden Vorjahren hat das gut funktioniert, gegen Wormatia Worms und den SV Atlas Delmenhorst schossen die Bremer in der ersten Pokalrunde jeweils einen ungefährdeten 6:1-Sieg heraus. Nun soll auch an der Saale möglichst schnell zu sehen sein, wer an diesem Sonnabend (20.45 Uhr, Sky) der Erstligist im Ernst-Abbe-Sportfeld ist, das gemäß der behördlichen Genehmigung mit 1600 Zuschauern gefüllt sein wird. Kurzfristig gingen am Sonnabend sogar noch einige Restkarten in den freien Verkauf.

Jena mit Stotterstart in der Liga

Trotz des Erfolges am vergangenen Spieltag wissen die Gastgeber vor dem Pokalduell noch immer nicht genau, wo sie stehen. Als Absteiger aus der 3. Liga sind die Erwartungen zumindest bei den Fans groß, um die vorderen Plätze soll ihr Team möglichst mitspielen. Allerdings unterzieht sich Jena gerade einem sportlichen Umbruch, in der Sommerpause kamen allerlei neue Spieler hinzu. Das Problem: Allzu lang war die Vorbereitung nicht, auch deshalb gab es den Stotterstart in der Regionalliga. Aktuell ist die Mannschaft Tabellenelfter.

Das Gebilde der Thüringer ist also noch recht fragil. Aus diesem Grund war Trainer Dirk Kunert nach dem Sieg gegen die Hertha-Reserve auch wesentlich zurückhaltender als sein Torhüter: „Ich habe den Jungs jetzt zwei Tage freigegeben, damit sie mal durchatmen können“, sagte er. „Und dann hoffe ich, dass ein paar verletzte Spieler zurückkommen, damit wir das Spiel gegen Werder gut angehen können und mit ein bisschen Glück vielleicht auch eine Chance haben, mal kucken."

Einziger Stürmer fällt aus

Der Traum vom Außenseitersieg schlummert allerdings auch in ihm. „Wir spielen gegen einen Bundesligisten, das wird extrem schwierig und trotzdem hat man im Fußball immer eine Chance, um ein Spiel zu gewinnen“, sagte Kunert. „Werder war jetzt in der Vorbereitung die Mannschaft der Stunde mit sieben Siegen in sieben Spielen. Um die Minimalchance zu bekommen, brauchen wir neben einem starken Auftritt auch das nötige Quäntchen Glück, während Werder mal einen schlechten Tag erwischen muss.“ Allerdings gibt es im Vorfeld ein nicht allzu gutes Omen für die Jenaer: Mit Vasileios Dedids fällt der einzige nominelle Stürmer im Kader verletzungsbedingt aus.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+