Mittelfeldspieler Schmid über sein Länderspieldebüt und den Werder-Konkurrenzkampf

Werders Mittelfeldspieler hat sich aus der U 21 in den A-Kader der österreichischen Nationalmannschaft hochgearbeitet. Den Rückenwind der Länderspielreise will er nun mit nach Bremen nehmen.
28.09.2022, 14:06
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Schmid über sein Länderspieldebüt und den Werder-Konkurrenzkampf
Von Malte Bürger

Zwei Jahre an der Weser haben ihre Spuren hinterlassen. Romano Schmid ist zwar Österreicher durch und durch, doch ein Hauch Norddeutschland hat sich längst in seine Persönlichkeit eingeschlichen. „Ich sage wirklich sehr oft ,Moin‘ mittlerweile, sogar wenn ich zur Nationalmannschaft fahre“, erzählt Werder Bremens Mittelfeldspieler lachend. Gerade erst war er dort, aber erstmals nicht mehr bei der U 21, sondern beim A-Kader. Und Schmid durfte in den beiden Nations-League-Partien gegen Frankreich (0:2) und Kroatien (1:3) sogar jeweils als Einwechselspieler ran. Keine allzu schlechte Premiere also – trotz der beiden Niederlagen.

Gegen Frankreich debütierte Schmid gleich 21 Minuten lang. „Natürlich bin ich zur Nationalmannschaft gefahren und hatte gehofft, dass ich ein paar Minuten bekomme“, meint der 22-Jährige. „Im ersten Spiel war ich trotzdem ein bisschen überrascht, das muss ich sagen.“ Schmid wusste seine Chance dennoch zu nutzen. „Ich habe körperlich gut dagegengehalten und kaum einen Zweikampf verloren“, erinnert sich der Werder-Profi. „Ich glaube, ich habe meine Sache ganz ordentlich gemacht und direkt Schwung gebracht gegen die Franzosen, als diese einen richtig guten Tag hatten.“ Das hatte offenkundig auch Nationaltrainer Ralf Rangnick registriert, der den Neu-Internationalen gegen Kroatien prompt mit acht weiteren Minuten belohnte.

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Nun ist Romano Schmid beim österreichischen Verband kein Unbekannter, hat diverse U-Teams des ÖFB durchlaufen. Die Eingliederung in die neue Mannschaft fiel ihm also leicht – auch weil Werder-Kapitän Marco Friedl mithalft. „Marco hat mich sehr gut integriert“, lobt Schmid seinen ebenfalls nominierten Landsmann. „Das hat er damals auch schon in Bremen sehr gut gemacht, als ich neu kam. Ich kenne Marco jetzt schon länger, er hat eine hohen Stellenwert für mich. Ich bin sehr stolz, gemeinsam mit ihm zur Nationalmannschaft zu reisen.“

Marco hat mich sehr gut integriert. Das hat er damals auch schon in Bremen sehr gut gemacht, als ich neu kam.
Romano Schmid über Marco Friedl

Vor ihm haben das bereits einige Österreicher im Werder-Trikot getan. Von insgesamt 13 Bremer Profis aus der Alpenrepublik spielten bisher elf zeitgleich auch für ihr Land – Schmid ist nun die Nummer zwölf. Einer der prominentesten Vorreiter ist Andreas Herzog. Der zog lange im Werder-Mittelfeld die Fäden, war bis zu diesem Wochenende Rekordnationalspieler Österreichs, ehe ihn mit Marko Arnautovic ein anderer Ex-Bremer ablöste. „Er hat stets sehr gut über mich gesprochen, das ehrt mich sehr“, sagt Spielmacher Schmid über Spielmacher Herzog. „In diese Fußstapfen zu treten, ist sehr schwer. Er war bis vor kurzem noch Rekordnationalspieler, hat auch bei Bayern München gespielt, war bei Werder super erfolgreich. Ich will einfach das Beste aus mir herausholen, da schaue ich jetzt nicht auf andere Spieler.“

Den Rückenwind der Länderspielreise nimmt er trotzdem gern mit. Nach einer Corona-Infektion zu Saisonbeginn hatte er kurzfristig seinen Stammplatz eingebüßt, diesen durch den verletzungsbedingten Ausfall von Leonardo Bittencourt aber zurückerhalten. Nun arbeitet Bittencourt an seiner Rückkehr – schon im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr) könnte Schmid wieder die Reservistenrolle drohen. Doch der bleibt gelassen. „Ich habe keine Sorge. Wir freuen uns, dass Leo zurückkommt, weil damit auch eine enorme Qualität, die wir in der Bundesliga brauchen, auf den Platz zurückkommt.“ Im Bremer Mittelfeld gab es zuletzt insgesamt viel Bewegung. Jens Stage pendelt zwischen Startelf und Bank, Niklas Schmidt ist in Lauerstellung, und zuletzt brachte sich Ilia Gruev als Alternative auf der Acht ins Spiel. Und Nicolai Rapp gibt es ja auch noch.

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Werder-Trainer Ole Werner hat also die Qual der Wahl, könnte gegen Gladbach aber auch wieder auf jenes Duo setzen, dem er schon zu Zweitligazeiten vertraute. Da wurde aus einem „oder“ nämlich ein „und“, Schmid und Bittencourt spielten Seite an Seite. Doch da war die Sehnsucht nach kreativer Offensivkraft auch noch größer als die nach Absicherung, die jetzt in Liga eins elementar ist. „Gerade in Leverkusen habe ich gezeigt, dass ich richtig gut spielen kann“, gibt sich Schmid trotzdem selbstbewusst. Doch er weiß, dass er diesen Auftritt bestätigen muss: „Alles Weitere liegt an mir.“

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