Bratseth bereut Kritik an Kohfeldt

„Es war falsch, zu sagen, dass der Trainer gehen muss“

Nach der Pleite gegen Leverkusen hat Rune Bratseth die Entlassung von Florian Kohfeldt gefordert. Das bereue er inzwischen, sagte der Ex-Werderaner im NDR-Sportclub.
01.06.2020, 11:32
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Von wkf
„Es war falsch, zu sagen, dass der Trainer gehen muss“

Rune Bratseth erlebte als Spieler enorm erfolgreiche Zeiten mit Werder.

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Seine Kritik sorgte für viel Unruhe, schließlich forderte Rune Bratseth nicht weniger als die Entlassung von Werder-Trainer Florian Kohfeldt. So deutliche Worte, wie sie der frühere Bremer Libero nach dem 1:4 gegen Leverkusen im norwegischen Fernsehen äußerte, sind selten in der Werder-Familie. Nachdem kurz darauf auch Ehrenspielführer Dieter Burdenski im WESER-KURIER deutliche Kritik an den Verantwortlichen übte, brodelte es in Bremen. Die Lage hat sich jedoch schnell wieder beruhigt. Sportchef Frank Baumann berichtete vor rund einer Woche von der Versöhnung mit Burdenski, und Bratseth bereut inzwischen, dass er Kohfeldts Ablösung gefordert hat.

„Ich betrachte das aus weiter Entfernung. Ich gucke das Spiel im Studio und kritisiere, was ich sehe. Es war falsch, zu sagen, dass der Trainer gehen muss“, erklärte Bratseth am Sonntagabend im NDR-Sportclub. „Das Spiel war frustrierend. Ich war geschockt. Das musste man hart kritisieren, und das habe ich auch getan. Strukturell war es in Ordnung, aber sie haben die Zweikämpfe nicht angenommen, keine Aggressivität und keinen Willen gezeigt.“

Der 59-Jährige gewann mit Werder unter anderem zwei Meisterschaften und den Europapokal, ist immer noch gut mit Aufsichtsratschef Marco Bode befreundet. Bratseth betonte: „Ich bin selbst zu dem Schluss gekommen, dass das nicht richtig war. Niemand hat mich angerufen. Ich kann aus der Ferne schlecht beurteilen, wie der Trainer mit der Mannschaft arbeitet und wie das Verhältnis zur Vereinsführung ist. Ich bin da kein Experte oder Richter, der sagen kann, dass der Trainer weg muss. Ich sehe nur das Ergebnis.“ Nach Bratseths Kritik holte Werder zuletzt bekanntlich sieben Punkte aus drei Spielen und sorgte damit auch für Freude in Norwegen. „Die drei Spiele geben Hoffnung. Es wäre ganz schlimm, wenn wir absteigen würden“, sagte Bratseth.

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