Werder Bremen - Schalke 04 0:2 Werder Bremen schlägt sich selbst

Bremen. Zwei schlimme Patzer von Assani Lukimya haben Werder Bremens Heimspiel gegen Schalke 04 entschieden. Nach der 0:2-Pleite ist Bremen nun schon seit sieben Partien sieglos - und steckt weiter mitten im Abstiegskampf.
06.04.2013, 17:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Werder Bremen hat sich im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 selbst geschlagen. Nach überlegener erster Halbzeit sorgte Assani Lukimya mit zwei schlimmen Patzern für einen Schalker 2:0-Sieg im Weserstadion. In Halbzeit zwei zeigte Bremen dabei erschreckende Auflösungserscheinungen und legte insgesamt eine nicht bundesligataugliche Leistung hin.

Trainer Thomas Schaaf musste seine Startelf im Vergleich zum 1:1 in Mainz umbauen, weil viele Profis verletzt felten. Für Mehmet Ekici und Theodor Gebre Selassie rückten Marko Arnautovic und Sebastian Prödl ins Team. Weil auch noch Philipp Bargfrede kurzfristig mit Knieproblemen ausfiel, bekam Eljero Elia eine weitere Bewährungschance. Daraus ergab sich - anders als zuletzt - eine sehr offensive Anfangsformation.

Und offensiv war auch das Stichwort für Werders Anfangsphase. Die Gastgeber übernahmen das Kommando und kamen gleich zu guten Szenen. Elia verpasste eine Sokratis-Flanke knapp (10. Minute), dann scheiterte Kevin de Bruyne aus kurzer Distanz gleich doppelt an Timo Hildebrand (11.). Auch bei de Bruynes Versuch aus spitzem Winkel war der Schalke-Keeper auf dem Posten (16.).

Bremen war das bessere Team, machte aus seiner Überlegenheit aber zu wenig. Eine tolle Konterchance schenkte Nils Petersen mit einer schlechten Ballannahme her (22.), in einer weiteren Szene schloss de Bruyne überhastet selber ab, anstatt auf den besser postierten Petersen querzulegen (26.). Von Schalke kamen in der Offensive kaum Impulse - die Gäste beschränkten sich fast ausschließlich auf Defensivarbeit. Echte Torszenen gab es bis zur Pause nicht mehr.

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Anders als in Halbzeit eins begann Werder den zweiten Abschnitt unkonzentriert. Nach einem langen Freistoß köpfte Joel Matip frei aufs Tor, Sebastian Mielitz rettete sehenswert (47.). gegen Matips Kopfball. Ein Weckruf war der Schalker Warnschuss für Werder aber nicht, im Gegenteil: Mit einer Slapstick-Einlage schenkte Bremen wenig später den Gästen die Führung. Eigentlich hatte die Werder-Abwehr einen Schalker Angriff über Raffael bereits geklärt, doch vertändelte Assani Lukimya beim Klärungsversuch das Leder wieder. Den Querschläger nutzte Julian Draxler mit einem Flachschuss ins leere Tor zur Schalker Führung (51.).

Schalke verpasst höheren Sieg

Schalke nutzte die Bremer Verunsicherung und legte offensiv nach. Wenig später machte Lukimya seinen Patzer zumindest teilweise wett, als er nach einer Unsicherheit von Mielitz per Fallrückzieher auf der Linie klärte und damit das schnele 0:2 der Gäste verhinderte (54.). Doch war auch Werder um eine Antwort bemüht: Ein Hunt-Freistoß strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei (57.).

Werder hatte das Spiel längst aus der Hand gegeben und weil Schalke sich aus eigener Kraft mit dem Toreschießen schwer tat, halfen die Gastgeber freundlich mit. Erneut war es Lukimya, der mit einem katastrophalen Fehler das 0:2 verschuldete. Der Innenverteidiger spielte einen Rückpass auf Mielitz direkt in die Füße von Raffael, der dann Ciprian Marica vor dem leeren Tor in Stellung brachte. Der Rumäne schob locker zur Entscheidung ein (68.).

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Wenig später hallten erstmals Pfiffe durchs Weserstadion: Sie galten dem nahezu unsichtbaren Elia, der nach 71 Minuten gegen Özkan Yildirim ausgewechselt wurde. Zu allem Überfluss musste später auch noch Aleksandar Ignjovski angeschlagen vom Feld, für ihn kam Aleksandar Stevanovic zu seinem Saison-Debüt.

Auf dem Rasen war die Partie längst entschieden, von Werder kam keine Reaktion mehr. Stattdessen hätte Schalke noch deutlich höher gewinnen können, ließ aber beste Chancen durch Farfan (77., 79. und 90.) und Roman Neustädter (78. und 82.) liegen. Während die mitgereisten Schalke-Fans bester Laune ihre Mannschaft feierten, herrschte unter den Werder-Fans eine bedrückende Stille. Kein Wunder angesichts der auf Rasen immer mehr auseinanderfallenden Bremer Mannschaft. Am Ende blieb es beim 0:2 - damit ist Werder nun bereits seit sieben Partien sieglos.

Für Werder Bremen geht es in der Bundesliga am kommenden Sonnabend weiter. Dann sind die Grün-Weißen ab 15.30 Uhr beim abstiegsbedrohten Tabellen-Nachbarn Fortuna Düsseldorf zu Gast. Wir berichten wie gewohnt in Liveticker und Liveblog vom Spiel.

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Spielstatistik:

Werder Bremen: Mielitz - Sokratis, Prödl, Lukimya, Ignjovski (78. A. Stevanovic) - Trybull - Arnautovic, de Bruyne, Hunt, Elia (72. Yildirim) - Petersen

FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac - Höger, Neustädter - Farfán, Draxler (70. Fuchs), Bastos (46. Raffael) - Marica (89. Pukki)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)

Zuschauer: 42.160 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Draxler (51.), 0:2 Marica (68.)

Gelbe Karten: Sokratis (6) / Neustädter (5)

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