Beispiel Havertz

So hielt Werder-Trainer Anfang das Talent Chiarodia in Bremen

Mit gerade mal 16-Jahren war Fabio Chiarodia bei den europäischen Top-Clubs gefragt. Doch Trainer Anfang konnte das Talent überzeugen, bei Werder zu bleiben - dabei spielte Kai Havertz eine wichtige Rolle.
12.10.2021, 14:54
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Von kni

Am Montagabend hat er wieder getroffen – und zwar für Deutschland: Kai Havertz ist längst ein Topstar. Und ein junger Spieler des SV Werder Bremen hat bei diesem 4:0-Sieg der DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien möglicherweise ganz genau hingeschaut. Denn auch wegen Havertz ist Fabio Chiarodia in Bremen geblieben. Besser gesagt: Der neue Werder-Coach Markus Anfang gab dem erst 16-jährigen Talent den Havertz-Kick.

Für Chiarodia war es ein besonderer Sommer. Zahlreiche Topclubs – auch aus dem Ausland – wollten den gebürtigen Oldenburger mit italienischen Wurzeln verpflichten. Werder gab ebenfalls alles, um den Innenverteidiger zu halten. Schließlich war dieser schon mit neun Jahren an die Weser gewechselt und dort ausgebildet worden. Dafür gab es nun auch Lob vom neuen Cheftrainer Markus Anfang. Björn Schierenbeck und Thomas Wolter als Köpfe des Nachwuchsleistungszentrums hätten genauso wie die vielen Trainer sehr gute Arbeit geleistet. Auch Sportchef Frank Baumann und Clemens Fritz setzten sich intensiv für einen Verbleib von Chiarodia ein.

Ob das allein gereicht hätte, ist nicht bekannt. Aber Anfangs Einsatz dürfte gewiss nicht geschadet haben. Der Coach hatte kurz nach seinem Start bei Werder im vergangenen Juni von dem besonderen Talent gehört und sich von Nachwuchscoach Christian Brandt ein paar Video-Sequenzen besorgt. Anfang war überzeugt und half sofort mit beim Werder-Projekt Chiarodia.

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Anfang sucht Gespräch mit Chiarodia und seiner Familie

„Ich habe mich recht zeitnah mit dem Jungen und seiner Familie getroffen“, berichtet der Ex-Profi. Es ging vor allem auch um das besondere Zusammenspiel zwischen Fußball und Schule. Dabei diente Havertz als Beispiel. Den kennt Anfang aus seiner Zeit als Trainer im Nachwuchsleistungszentrum von Bayer Leverkusen. Noch heute hat der Werder-Coach Kontakt zu Havertz, der inzwischen beim FC Chelsea spielt. „Natürlich habe ich mit Fabio und vor allem mit seiner Familie über Kai gesprochen. Es ist ja auch eine Herangehensweise – nicht nur an den Sport, auch an die Schule, wie man das am besten hinbekommt. Ich weiß, wie es ist, wenn du von der Schule befreit werden musst, wenn du auf Länderspielreisen gehst oder mit den Profis am Wochenende unterwegs bist und nebenbei für das Abitur lernen musst.“

Ähnlich sei das mit Florian Wirtz beim 1. FC Köln gewesen, wo Anfang später als Chefcoach der Profis arbeitete: „Florian wollten wir nach oben ziehen. Das wurde dann anders gesehen.“ Wirtz wechselte zu Bayer Leverkusen – und ist nun Teamkollege von Havertz in der Nationalmannschaft.

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Chiarodia gehört offiziell zum Profi-Kader bei Werder

Anfang überzeugte die Chiarodias aber nicht nur mit Worten, sondern auch „mit der Nähe zu den Profis, die wir ihm geben konnten“. Der junge Italiener, der körperlich schon sehr erwachsen wirkt, trainiert seit Wochen bei Niclas Füllkrug und Co. mit, durfte sich auch schon in einem Testspiel beweisen. Seit der Vertragsunterzeichnung vor einer Woche gehört Chiarodia auch offiziell zum Profi-Kader, ist von Oldenburg ins Werder-Internat im Weserstadion gezogen. Spielpraxis soll er weiterhin in der U19 sammeln, trainieren aber bei den Profis. „Wir wollen ihn nicht verheizen“, sagt Anfang und gibt sich vorsichtig optimistisch: „Wir müssen den Jungs die Zeit geben, sich zu entwickeln. Auf Strecke wird der Junge hier seinen Weg machen, da bin ich mir ganz sicher.“ 

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