Starke Form

Sargent für Werder immer wertvoller

Stürmer Josh Sargent liefert gerade ab - und das in einer ganz neuen Zuverlässigkeit. In den vergangenen drei Ligaspielen war der US-Amerikaner erfolgreich. Das macht ihn für Werder doppelt wertvoll.
11.03.2021, 19:25
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Von Daniel Cottäus
Sargent für Werder immer wertvoller

Josh Sargent traf in den vergangenen drei Spielen.

Andreas Gumz

Angesichts des jüngsten Trends war die Frage absolut gerechtfertigt, schließlich gibt es in der Bundesliga aktuell nur zwei Namen, die Josh Sargent in Sachen Torausbeute noch überflügeln. Lediglich Bayerns Robert Lewandowski (6 Tore) und Dortmunds Erling Haaland (4) haben in ihren vergangenen drei Ligaspielen häufiger getroffen als der Werder-Stürmer, der zuletzt dreimal hintereinander erfolgreich war. Als ein Journalist nach dem 2:0-Erfolg in Bielefeld von Werder-Trainer Florian Kohfeldt wissen wollte, ob auch Sargent ein internationaler Top-Mann werden könne, wich der 38-Jährige aber fast schon erschrocken zurück. „Hey, langsam, langsam“, sagte Kohfeldt, „da ich kein Prophet bin, kann ich das nicht sagen.“ Was er aber sehr wohl konnte, war ein Loblied auf Sargent zu singen – und ihm mit Blick auf seine sportliche Zukunft einen Ratschlag zu geben.

„Josh kann nahezu alle Elemente des Spiels abdecken“, sagte Kohfeldt und ließ folgende Aufzählung folgen: „Er arbeitet gut gegen den Ball, er kann Kombinationsfußball spielen, kann dank seiner Geschwindigkeit auch auf dem Flügel zum Einsatz kommen, und jetzt zeigt er nach und nach, was wir im Training ständig von ihm sehen.“ Womit Kohfeldt am entscheidenden Punkt angekommen war: „Nämlich, dass er im Strafraum einen Top-Torriecher hat.“ Erst gegen Frankfurt (2:1), dann in Köln (1:1) und nun auch in Bielefeld – Sargent liefert gerade ab, in einer ganz neuen Zuverlässigkeit. Was für Werder wiederum doppelt wertvoll ist.

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Einerseits natürlich sportlich, weil die Tore des US-Amerikaners beim jüngsten Aufschwung eine tragende Rolle gespielt haben. Gegen Frankfurt markierte er den Siegtreffer, in Köln und Bielefeld jeweils das wichtige 1:0, woraus am Ende insgesamt vier weitere Punkte wurden. „Für mich bleibt weiterhin das oberste Ziel, bei uns am Ende der Spieler mit den meisten Treffern zu sein“, sagte Sargent am Tag nach der Bielefeld-Partie gegenüber den Vereinsmedien – wohl wissend, dass er sich da auf einem guten Weg befindet. Mit nunmehr fünf Saisontoren führt er das werder-interne Ranking vor Niclas Füllkrug, Leonardo Bittencourt und Kevin Möhwald (je vier Treffer) an. Das sorgt für Aufmerksamkeit. Setzt Sargent seinen Höhenflug fort, dürften Vereine auf Stürmersuche demnächst wieder etwas genauer nach Bremen schauen, was Sargent auch ganz buchstäblich wertvoll macht, weil Werder im Sommer attraktive Angebote für den 21-Jährigen ins Haus flattern könnten.

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Mit einem Marktwert von neun Millionen Euro ist Sargent derzeit drittwertvollster Spieler im Bremer Kader und damit angesichts der großen finanziellen Nöte, in denen sich der Club befindet, automatisch ein Verkaufskandidat. Hört man bei Kohfeldts Ausführungen über den Mittelstürmer aber genauer hin, klingt ganz gut durch, dass der Verein eigentlich andere Pläne mit seinem derzeit torgefährlichsten Profi hat. Vor dem Bielefeld-Spiel hatte Kohfeldt über Sargents Entwicklung gesagt, in jetzt erstmal in Ruhe lassen zu wollen, „und dann schauen wir, welchen Schritt er im nächsten Jahr machen kann“. Und auch folgender Sätze, ausgesprochen am späten Mittwochabend auf der Bielefelder Alm, klangen eher nicht nach Abschied im Sommer: „Ich denke, Josh fühlt sich extrem wohl in Bremen. Was dann in zwei, drei oder vier Jahren ist, kann ich nicht sagen“, hielt Kohfeldt fest und ergänzte: „Bei aller Euphorie braucht er auch seinen Raum zur Entwicklung, und ich glaube, dass er sehr gut daran tut, sich stetig weiterzuentwickeln.“ Eine Perspektive, die Werder Sargent bieten kann. In Bremen dürfte er auch künftig sehr viel Spielzeit bekommen. Sein Vertrag läuft ohnehin noch bis 2023.

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