Schöne Anekdote der Werder-Legende

Pizarro: „Wandabu“ im Parkhotel

Claudio Pizarro hat viel erlebt. Eine besonders schöne Geschichte erzählte er nun über seinen ersten Tag in Deutschland, als er die Leute im Bremer Parkhotel unfreiwillig zum Lachen brachte...
12.05.2020, 12:44
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer
Pizarro: „Wandabu“ im Parkhotel

"Heute muss ich selbst darüber lachen", sagt Claudio Pizarro.

Collage: Kremer/Matthey

Jetzt ist Claudio Pizarro also wieder in jenem Parkhotel, wo 1999 für ihn das Abenteuer Bremen begann. Wenn Werders Sturm-Legende dort nun in der Corona-Quarantäne durch die langen Flure schreitet, denkt er auch an jenen Sommertag zurück, als er dort zum ersten Mal übernachtete. Und wie er damals viele Leute unabsichtlich zum Lachen brachte. Diese Geschichte erzählte er im Magazin „Pizarro – Würdigung einer Legende“, das der WESER-KURIER in diesem Frühjahr herausgegeben hat.

„Es war mein allererster Tag in Bremen, ich war gerade erst aus Peru angekommen“, erinnert sich Pizarro, „Werder holte mich am Flughafen ab und brachte mich zum Parkhotel. Klaus Allofs war dabei, auch Marita Hanke aus der Medienabteilung des Klubs.“ In der für ihn so neuen Welt wollte der gut erzogene Peruaner einen guten Eindruck machen, schon bevor er die Leute mit seinen fußballerischen Qualitäten überzeugen würde. „Ich habe also an der Rezeption eingecheckt und war wirklich beeindruckt davon, wie gut das alles organsiert war und wie reibungslos alles funktionierte. Ich wollte mich dafür bedanken.“

„Es war die Aufregung“

Doch wie? Er konnte noch kein Deutsch, und auf Spanisch wollte er das nicht machen. „Also habe ich Marita zur Seite gezogen und sie gefragt, wie man sich auf Deutsch bedankt oder wie man sagen könnte, dass alles einfach toll ist. Marita sagte mir, ein passendes Wort wäre „wunderbar“. So ging ich also zurück zur Rezeption und merkte mir im Kopf immer dieses eine deutsche Wort: wunderbar, wunderbar.“

Doch dann lief die Sache etwas aus dem Ruder, wie Pizarro mehr als 20 Jahre später mit einem herzhaften Lachen erzählt: „Als der junge Mann an der Rezeption, der sich um mich gekümmert hatte, dann vor mir stand, sagte ich mit meinem schönsten Lächeln zu ihm: Wandabu! Alle um mich herum haben herzhaft gelacht - und ich wusste erst gar nicht, was ich falsch gemacht hatte. Ich konnte mir dieses „Wunderbar“ einfach nicht merken und habe mich vor Aufregung vertan.“ Mit seinem Charme und seinem Lächeln löste er auch diese Situation.

„Heute muss ich drüber lachen“

Es sollte nur wenige Monate dauern, bis er schon sehr gut Deutsch verstand und sich wunderbar ausdrücken konnte. „Ich mag diese Geschichte, es ist einfach eine nette Anekdote“, sagt Pizarro, „heute muss ich selbst darüber lachen. Wenn man so will, war mein erstes deutsches Wort also Wandabu.“

Das 100 Seiten starke Sonderheft des WESER-KURIER über Claudio Pizarro war zwischenzeitlich ausverkauft, jetzt wurde eine zweite Auflage gedruckt. Es gibt das Magazin zur Würdigung der Werder-Legende also weiterhin bequem per Klick in unserem Online-Shop, in den Kundencentern des WESER-KURIER, in Werders Online-Shop sowie in den Zeitschriftenregalen in Bremen und Umgebung. Viel Spaß damit!

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