Gebre Selassie über Rassismus

„Ich musste mir schlimme Sachen anhören“

Insbesondere als Kind musste Theodor Gebre Selassie einige Erfahrungen mit Rassismus machen. Darüber hat Werders Außenverteidiger nun mit den Internetportalen „Spox“ und „Goal“ gesprochen.
12.10.2020, 13:57
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Von dpa/wk
„Ich musste mir schlimme Sachen anhören“

Theodor Gebre Selassie spielt seit 2012 für Werder.

nordphoto

Werders tschechischer Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie hat in seiner Fußball-Karriere nach eigenen Angaben bereits zahlreiche Erfahrungen mit Rassismus machen müssen. „Schon in der Jugend haben sich manche Gegenspieler oder Eltern in dieser Hinsicht nicht vorbildlich verhalten. Später in den unterklassigen Ligen, wo die Zuschauer nah am Spielfeld standen, ging es so weiter“, sagte der 33-Jährige im Interview der Internetportale „Spox“ und „Goal“ (Montag). Rassismus ziehe sich durch sein ganzes Leben.

„Wissen Sie, ich war schon als kleines Kind in der Schule oder bei meinen Vereinen der einzige Dunkelhäutige“, erläuterte Gebre Selassie, Sohn eines Äthiopiers und einer Tschechin. „Man gewöhnt sich daran und merkt es fast nicht mehr. Ich hatte auch das Glück, dass ich von Anfang an viele Freunde hatte und das Thema nie zu einem großen Problem für mich wurde. Ich musste mir aber über die Jahre einige schlimme Sachen anhören."

Dass Werder sich immer wieder klar gegen Rassismus positioniert, begrüßt Gebre Selassie sehr. „Mich macht es wirklich stolz, in einem Verein zu spielen, der öffentlich klipp und klar Haltung zeigt.“ Seit 2012 spielt er in Bremen, nach der laufenden Saison will er voraussichtlich nach Tschechien zurückkehren. Über die lange Zeit bei Werder sagte Gebre Selassie: „Es gibt eine bestimmte Wechselwirkung: Die Fans sind stolz auf einen und ich selbst bin stolz, so lange bei einem tollen und traditionsreichen Verein mit fantastischen Fans in einem tollen Land zu spielen. So empfinde ich es jedenfalls.“

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