Bis Saisonende

Thomas Schaaf: Nach acht Jahren doch wieder Werder-Trainer

Nach fast genau acht Jahren kehrt Thomas Schaaf zu seiner alten Wirkungsstätte zurück und übernimmt das Traineramt bei Werder. Seine Mission könnte dabei nicht schwieriger sein.
16.05.2021, 15:01
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Von Daniel Cottäus
Thomas Schaaf: Nach acht Jahren doch wieder Werder-Trainer

Thomas Schaaf trainiert Werder bis Saisonende.

nordphoto GmbH / Kokenge

Viel hat nicht gefehlt, und es wäre eine kalendarische Punktlandung geworden: Acht Jahre und einen Tag, nachdem Thomas Schaaf am 15. Mai 2013 als Cheftrainer des SV Werder Bremen aufgehört hat, kehrte er am 16. Mai 2021 offiziell als Interimstrainer zurück – mit einer denkbar schweren Mission. Als Nachfolger des freigestellten Florian Kohfeldt soll er mit der Mannschaft am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Bundesliga sichern. Ein Himmelfahrtskommando, an dessen Ende der Double-Trainer von 2004 zusätzlich mit dem Abstieg von 2021 in Verbindung gebracht werden könnte. Warum er sich das antut? Weil der ewige Bremer Schaaf, der sich erst am Montag gegenüber der Öffentlichkeit äußern möchte, gar nicht anders kann, als seinem Herzensverein zu helfen. So glücklich (und erfolgreich) wie er es in Bremen einmal als Spieler und Trainer gewesen war, war er danach bei keinem anderen Club mehr.

380 Pflichtspiele als Profi hat Schaaf von 1980 bis 1995 für Werder bestritten, dabei wurde er je zweimal DFB-Pokalsieger (1991 und 1994) und Deutscher Meister (1988 und 1993) und gewann 1992 den Europapokal der Pokalsieger. Der heute 60-Jährige wäre allein dadurch schon eine der ganz großen Ikonen des Vereins, dem er bereits seit 1972 angehört. Endgültig Legenden-Status sollte er jedoch erst Jahre später als Trainer erlangen.

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Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übernahm Schaaf im Sommer 1995 den Trainerposten bei Werders U23, die damals noch unter dem Namen „Amateure“ firmierte. Vier Jahre später folgte der Sprung auf die große Bühne: Im Endspurt der Saison 1998/1999 übernahm Schaaf als Interimscoach für den entlassenen Felix Magath, rettete Werder vor dem Abstieg und gewann mit der Mannschaft das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München. Es war der Beginn einer großen Ära, die 2004 mit dem Gewinn von Meisterschaft und Pokal gekrönt wurde und erst in der Saison 2012/2013 enden sollte. Als die Vereinsführung Schaaf vor dem letzten Spieltag beim 1. FC Nürnberg mitteilte, dass es nach der Saison für ihn nicht mehr weitergehen würde, legte er umgehend sein Amt nieder.

In den folgenden Jahren intensivierte Schaaf seine Arbeit für die UEFA, für die er als Spielanalyst und Ausbildungsleiter aktiv war. 2014 kehrte er dann als Trainer von Eintracht Frankfurt in die Bundesliga zurück. Nach nur einer Saison, in der er mit der Mannschaft Neunter wurde, musste er wegen Unstimmigkeiten im Mai 2015 schon wieder gehen. Zur Rückrunde der folgenden Spielzeit stieg Schaaf bei Hannover 96 ein, um das Team vor dem Abstieg zu retten. Ein Engagement, das sich als großes Missverständnis entpuppen sollte: Nach elf Spielen (zehn Niederlagen, ein Sieg) wurde Schaaf im April freigestellt.

Bis zu seiner Rückkehr zu Werder dauerte es danach zwei Jahre: Am 1. Juli 2018 übernahm Schaaf das neu geschaffene Amt des Technischen Direktors, aus dem er jetzt für den letzten Spieltag der laufenden Saison sowie für eine mögliche Relegation auf den Trainerstuhl wechselt. dco

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