Nur beim Mannschaftsrat zögert Kohfeldt noch

Werders Kapitänsfrage: Land in Sicht

Die Kapitänsbinde ist bei Werder zur Wanderbinde geworden, und nun könnte sich erneut etwas ändern. Trainer Florian Kohfeldt kündigte an, den Kapitän vielleicht schon vor dem Pokalspiel zu bestimmen.
06.09.2020, 12:09
Lesedauer: 2 Min
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Werders Kapitänsfrage: Land in Sicht
Von Jean-Julien Beer
Werders Kapitänsfrage: Land in Sicht

Der Trainer und sein - bisheriger - Kapitän: Florian Kohfeldt mit Niklas Moisander.

nordphoto

In den Testspielen an diesem Wochenende trugen gleich drei Werder-Spieler die Kapitänsbinde: Beim 2:0-Sieg gegen Hannover zunächst der offizielle Spielführer Niklas Moisander, nach dessen Auswechslung während der zweiten Halbzeit übernahm Theo Gebre Selassie. Im zweiten Spiel gegen Rehden führte dann Leonardo Bittencourt die Mannschaft beim 7:0-Sieg als Kapitän aufs Feld.

Wer in der neuen Saison Kapitän von Werder Bremen sein wird, ist noch offen. „Ich kann mir vorstellen, dass ich auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Jena etwas zur Kapitänsfrage sage, ich lasse mir aber noch ein kleines Hintertürchen offen“, kündigte Florian Kohfeldt am Wochenende an. Bei Werder wird der Kapitän nicht von der Mannschaft gewählt, sondern vom Trainer bestimmt. Und dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Moisander übernahm als Anti-Kruse

Der amtierende Kapitän Moisander übernahm die Binde erst im vergangenen Jahr von Max Kruse, der Werder ablösefrei verlassen hatte. Moisander war schon bei Ajax Amsterdam lange Zeit Kapitän gewesen, es war eine logische Entscheidung – zumal man im vergangenen Sommer bei Werder glaubte, eine Art Anti-Kruse würde der Mannschaft als Führungsfigur gut tun; und das ist der seriöse Moisander ganz bestimmt.

Den Innenverteidiger im Amt zu bestätigen, wäre für Kohfeldt der einfachste Weg. Dagegen spricht, dass Moisander in diesem Monat 35 Jahre alt wird und nicht mehr als unangefochtener Stammspieler gilt. Es wäre ein guter Zeitpunkt, einen jüngeren Spieler in die Verantwortung zu nehmen, zumal auch das Durchschnittsalter des Kaders in diesem Sommer deutlich gesenkt wurde. Bei solchen Überlegungen wäre Maximilian Eggestein eine passende Wahl.

Abwarten beim kleinen Mannschaftsrat

Zu den Favoriten im Falle eines Kapitänswechsel zählen aber auch der jetzige Vizekapitän Davy Klaassen sowie Werder-Urgestein Gebre Selassie. Bei Klaassen schwingt jedoch die Gefahr mit, dass er bis Ende des Transferfensters am 5. Oktober noch interessante Angebote anderer Klubs bekommen könnte. Mit Blick auf den Ligaauftakt gegen Hertha BSC in zwei Wochen sagte Kohfeldt: „Ich möchte mit dem Kapitän auf jeden Fall ins erste Bundesligaspiel gehen, so viel kann ich schon mal sagen.“ Möglicherweise aber auch schon ins Pokalspiel.

Die Zusammenstellung des künftigen Mannschaftsrates soll erst später besprochen werden, erklärte der Trainer: „Das hat ganz einfach den Grund, dass das Transferfenster in diesem Sommer länger geöffnet ist.“ Kohfeldt will abwarten, wer nach dem 5. Oktober wirklich noch zum Kader gehört, vor allem von den Leistungsträgern. „Den Mannschaftsrat werde ich deshalb etwas später benennen“, sagte der Trainer, nur von der Größe dieses Gremiums, mit dem immerhin so heikle Themen wie der Gehaltsverzicht besprochen werden müssen, hat er schon eine ziemlich genaue Vorstellung: „Ich bin schon ein großer Freund davon, fünf bis maximal sechs Spieler im Mannschaftsrat zu haben, sonst wird es zu beliebig. Mehr als sechs Spieler werde ich auf keinen Fall benennen.“

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