Bargfrede, Bartels und Langkamp fehlen Trainingsauftakt ohne drei

Wenn Anfang August die Saisonvorbereitung beginnt, fehlen drei, die vielleicht später Teil des Kaders sein werden: Philipp Bargfrede, Fin Bartels und Sebastian Langkamp. Eine kuriose Situation!
22.07.2020, 13:18
Lesedauer: 3 Min
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Trainingsauftakt ohne drei
Von Christoph Sonnenberg

Jetzt ist es raus: Werder startet am Montag, den 3. August in die Vorbereitung auf die neue Saison. Zunächst stehen zwei Tage lang die üblichen Leistungstests an, ab Mittwoch (5. August) geht es für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt dann auf dem Platz los. Die Einheiten werden jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Manager Frank Baumann erklärt dazu: „Die aktuellen Hygienevorschriften lassen momentan leider nur ein Training ohne Zuschauer zu. Wir werden jedoch in den kommenden Wochen die Entwicklung der Corona-Maßnahmen verfolgen und hoffen, uns im Laufe der Vorbereitung auch unseren Fans öffentlich präsentieren zu können.“ Das Training soll bis dahin im Weserstadion oder auf Platz 11 stattfinden.

Wenige Tage später reist Werder ins Trainingslager im Zillertal. Vom 15. bis 25. August sind die Grün-Weißen in Zell am Ziller zu Gast. Rund drei Wochen später beginnt die neue Saison mit der ersten Runde des DFB-Pokals (11. bis 14. September). Der erste Spieltag der Bundesliga ist für den Zeitraum vom 18. bis 21. September terminiert.

Bargfrede, Bartels und Langkamp sind vertragslos

Vieles läuft eben noch immer in anderen Bahnen, Corona ist schuld. Betroffen sind davon in einem speziellen Fall drei Spieler, die vielleicht in der kommenden Saison wieder für Werder auflaufen. Vielleicht aber auch nicht. Aktuell sind Philipp Bargfrede, Fin Bartels und Sebastian Langkamp jedenfalls vertragslos. Ihre Kontrakte sind mit dem Ende der vergangenen Saison ausgelaufen. Wie es weitergeht? Das ist offen.

Es ist eine kuriose Situation, wie auch Baumann zugibt. „Wichtig ist, dass wir offen und transparent mit den Spielern gesprochen haben, dass wir jetzt noch keine Entscheidung treffen wollen“, sagt er. „Weder in die eine noch in die andere Richtung.“ Und weil das auch noch eine ganze Weile dauern kann, bis diese Entscheidungen getroffen sind, werden alle drei mit großer Sicherheit beim Trainingsauftakt nicht mit auf dem Platz stehen.

„Es kann sein, dass es bis zum Trainingsstart von unserer Seite noch nicht entschieden werden kann“, sagt Baumann. „Ich kann nicht ausschließen, dass es sich noch länger hinzieht.“ Was zur Folge hätte, dass alle drei nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen dürften, wie der Sportchef dem WESER-KURIER mitteilt: „Ich gehe nicht davon aus, dass sie mit in die Vorbereitung einsteigen.“ Es geht da in erster Linie um versicherungstechnische Fragen. Ohne Vertrag keine Versicherung – und ohne Versicherung kein Schutz im Fall einer Verletzung. Während die Bremer Spieler sich am Weserstadion auf die Saison vorbereiten, müssten Bargfrede, Bartels und Langkamp ihr eigenes Programm durchziehen, alleine.

„Es zeigt, dass sie sich mit diesem Klub identifizieren"

Eine merkwürdige Vorstellung, weil alle ja zu einem späteren Zeitpunkt wieder Teil des Kaders werden könnten. Oder zumindest der eine oder andere der drei. Aber viele Personalentscheidungen sind schwierig, die Planung des Kaders ist eine enorm komplizierte Aufgabe. Und so sieht Baumann das Schicksal Bargfredes, Bartels‘ und Langkamps nicht als Sonderfall in der Bundesliga, sondern auch auf andere Profis zukommen. „Grundsätzlich ist es dieses Jahr so, dass mehr Spieler im Juli oder Anfang August noch keinen Vertrag haben werden.“ Das seien die Auswirkungen der vergangenen Spielzeit, sagt der Sportchef: „Es war keine gewöhnliche Saison. Nicht Mitte Mai war sie beendet, sondern am 6. Juli.“

Grund zur Eile gibt es vonseiten Werders ganz offensichtlich nicht. Verständlich, der Klub spart gleich drei Gehälter, was in der aktuellen finanziellen Situation selbst für eine überschaubare Zeit eine willkommene Hilfe ist. Außerdem hat keiner der drei Profis angekündigt, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Auch das hat natürlich mit den Folgen der Corona-Krise zu tun, viele Klubs müssen ihre Personaletats deutlich knapper kalkulieren. Für ältere Spieler wie Bargfrede, 31, Bartels, 33, und Langkamp, 32, ist die Marktlage noch einmal komplizierter. Baumann sieht in der Absicht, nicht gleich woanders zu suchen, etwas Positives: „Für mich zeigt es, dass alle drei sich mit diesem Klub identifizieren. Dass sie lieber auf Werder noch etwas warten, bevor sie etwas anderes machen.“

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