Gericht soll am Montag entscheiden

TV-Übertragung des Werder-Spiels gefährdet

Der Bundesliga droht ein TV-Blackout am ersten Spieltag des Re-Starts. Für die Partie Bremen gegen Leverkusen gibt es keinen Sender. Löst sich das Problem wenige Stunden vor Anpfiff?
16.05.2020, 19:27
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa
TV-Übertragung des Werder-Spiels gefährdet

DAZN könnte Werders Spiel gegen Leverkusen übertragen. Ob der Streamingdienst das auch darf, ist noch unklar.

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Die Situation spitzt sich zu: Die Live-Übertragung des Werder-Spiels gegen Bayer Leverkusen am Montagabend ist gefährdet. Der Zeitdruck steigt, doch am Wochenende ist keine Entscheidung zu erwarten. Die Liga hofft am Tag des Spiels auf eine juristische Lösung. Der Streamingdienst DAZN, der die bisherigen Montagsspiele übertrug, will auch aus Bremen übertragen, darf aber womöglich nicht. Grund ist die Auseinandersetzung des Konzerns Eurosport/Discovery und der Deutschen Fußball Liga (DFL): Das Medienunternehmen beruft sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf ein Sonderkündigungsrecht des TV-Vertrages wegen der Corona-Krise. Anfragen dazu lässt Eurosport/Discovery seit Tagen unbeantwortet.

Der Hintergrund: Eurosport hatte sich in der bisher letzten Ausschreibung die Live-Rechte für insgesamt 40 Spiele gesichert: für die 30 Bundesliga-Partien am Freitag, jeweils fünf am Sonntag und Montag. Glücklich wurde der Spartensender damit nicht. Er verkaufte nach zwei Spielzeiten mit mäßigem Zuschauererfolg in diesem Sommer eine Sublizenz an DAZN. Direkter Vertragspartner der DFL ist aber weiterhin Eurosport.

Erfolglose Gespräche

„Wir haben derzeit eine andere Auffassung über die Interpretation der Verträge als Eurosport/Discovery“, hatte DFL-Chef Christian Seifert zuletzt gesagt. „Da sind wir in Gesprächen.“ Bisher blieben diese allerdings erfolglos. Jetzt muss wohl ein Gericht entscheiden.

Noch deutlicher als Seifert war zuletzt Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge geworden. „Ich bedaure das Verhalten von Eurosport sehr, ja, ich finde es unanständig, dass man in einer Krise einen Vertrag aufkündigt“, sagte Rummenigge der „Sport-Bild“: „Und ich denke, dass das für Eurosport einen großen Imageschaden bedeutet. Wer geht denn mit einem solchen Sender in der Zukunft noch eine Partnerschaft ein?“ Auch zu Rummenigges Vorwürfen wollte sich der Spartensender nicht äußern.

Zahlt DAZN mehr?

DAZN stände bereit für die Übertragung, ist aber auf Eurosport/Discovery angewiesen. Das Problem: Der Streamingdienst muss nach dpa-Informationen pro Saison nur einen Teil der geschätzten 70 Millionen Euro an Eurosport zahlen, den der Spartensender als DFL-Vertragspartner an die Liga abführen muss.

Eine theoretische Lösung wäre daher, dass DAZN den vollen Preis zahlt. Das scheint aber unwahrscheinlich. Obwohl der Streamingdienst unter den fehlenden Live-Spielen der vergangenen Wochen besonders leidet und seinen Kunden keine frische Ware liefern kann.

Eine kurzfristige Übertragung der Montagspartie wäre zumindest technisch kein Problem. Die Spielbilder aller Bundesligabegegnungen werden den Sendern geliefert, produziert von Sportcast, einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der DFL.

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