Dabei gibt es mehrere Faktoren zu bedenken

Werder macht den Profis ein Impfangebot

Der SV Werder hat allen Angestellten – also auch den Spielern – über das Betriebsarztzentrum Bremen ein Impfangebot gemacht. Doch gerade bei der Impfung der Profis gibt es einige Dinge zu bedenken.
08.06.2021, 12:35
Lesedauer: 1 Min
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Von Carsten Sander
Werder macht den Profis ein Impfangebot

Der SV Werder Bremen hat allen Fußballprofis ein Impfangebot gemacht. Dabei gibt es nicht nur die Verfügbarkeit von Impfstoff zu berücksichtigen.

Daniel Karmann /dpa

Die Impfpriorisierung in Deutschland ist aufgehoben – was bedeutet: Grundsätzlich kann fortan jeder gegen das Corona-Virus geimpft werden, der geimpft werden möchte. Ohne Berücksichtigung von Alter oder Vorerkrankungen. Auch für Fußball-Profis gilt diese Regel, und sie bietet die Chance, dass ein Verein wie Werder Bremen mit einer durchgeimpften Mannschaft in die neue Saison gehen und damit das Risiko von Teamquarantänen drastisch reduzieren könnte.

Doch ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Bei Werder ist jedenfalls derzeit von einem Run auf die Vakzine oder gar einer Impfung der Spieler unter organisatorischer Aufsicht und Anleitung des Clubs nicht die Rede. Es gibt dabei mehr Faktoren zu berücksichtigen als das eine Grundproblem, das alle haben: die Verfügbarkeit eines Impfstoffs.

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Der SV Werder hat allen Angestellten – also auch den Spielern – über das Betriebsarztzentrum Bremen ein Impfangebot ohne konkreten Impftermin gemacht. Doch gerade für die Profis herrschen Bedingungen, die den scheinbar erleichterten Zugang zum Impfstoff dann doch wieder erschweren. Denn auf die erste Impfung muss bei den meisten Vakzinen sechs oder zwölf Wochen später auch der zweite Piks folgen. Sollte sich also ein Spieler zu Beginn der Saisonvorbereitung in knapp zwei Wochen impfen lassen wollen, bekäme er die zweite Dosis in der laufenden Saison injiziert – was immer auch das Risiko eines kurzfristigen Ausfalls wegen einer Impfreaktion beinhaltet. Das sorgt für Bedenken. Andererseits: Vielleicht besser so, als weiter Infektionen und Quarantänen fürchten zu müssen. Eine Nachfrage beim SV Werder bringt keinen Aufschluss, wie der Zweitligist vorzugehen gedenkt, was er seinen Spielern empfehlen wird.

Grundsätzlich gilt natürlich: Der SV Werder kann keinen Spieler zur Anti-Covid-Impfung verpflichten. Wer nicht will, der will nicht. Wer sich aber impfen lassen möchte, sollte den Club darüber informieren, sich mit den Ärzten des SV Werder abstimmen. Wie bei jeder anderen medizinischen Maßnahme auch.

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