VW stellt keine Dienstwagen mehr

Ferrari ist wieder erlaubt

Der Sponsorenvertrag mit Volkswagen ist zum 30. Juni ausgelaufen, die Werder-Profis dürfen wieder im Privatwagen am Weserstadion vorfahren. Der eine oder andere Spieler hat das jedoch ohnehin getan.
30.07.2020, 16:24
Lesedauer: 2 Min
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Ferrari ist wieder erlaubt
Von Christoph Sonnenberg
Ferrari ist wieder erlaubt
Nordphoto

Bei Dienstwagen für Profi-Mannschaften ist es wie mit Schuluniformen, sie haben auch ihr Gutes. Als Miroslav Klose noch für Werder spielte, fuhr er zum Training im Skoda vor. Klose war Werbepartner und bekam Geld dafür, im Vergleich zu den Autos der Mitspieler, es parkten Ferrari, getunte Mercedes, Hummer und Lamborghini am Weserstadion, war sein Wagen ungewöhnlich normal. Eines Tages steckte eine kreditkartengroße Karte an der Seitenscheibe. „Wir kaufen ihr Auto" stand drauf. Klose zog sie ab und warf sie auf den Boden. Torsten Frings wäre das mit seinem Ferrari nicht passiert.

2008 stieg VW als Sponsor bei Werder ein. Seitdem variierte die Palette der Spieler-Fahrzeuge maximal zwischen den zwei Premiunfahrzeugen des Herstellers. Es war wie mit einer Schuluniform: Plötzlich waren alle gleich. Ersatzspieler lenkten das gleiche Auto wie die Stars der Mannschaft.

Werder verliert 1,3 Millionen Euro

Das ist nun vorbei. Der Vertrag mit VW endete am 30. Juni und wurde nach insgesamt zwölf Jahren Partnerschaft nicht mehr verlängert. Rund 1,3 Millionen Euro gehen Werder dadurch verloren. Dabei war der neue Vertrag mit dem Wolfsburger Konzern schon ausverhandelt. Ungefähr zu Jahresbeginn hatte VW hatte eine Zusage gegeben. Dann kam die Corona-Pandemie, von der der Konzern wie alle in der Branche hart getroffen wurde und ein Rückzug aus dem Geschäft. Keine schöne Wendung für Werder.

Einen Sponsorenvertrag mit einem Automobilhersteller soll es dennoch geben. Nach Informationen des WESER-KURIER steht er bereits kurz vor dem Abschluss. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich jedoch erheblich von denen, die es mit VW gab. Viel Geld soll zunächst nicht fließen. Es geht eher um Markenbindung, so ist es zu hören. Dass es in der aktuellen wirtschaftlichen Situation überhaupt einen Vertrag mit der Automobilbranche gibt, ist bemerkenswert.

Elia versteckte seinen Porsche

Ab sofort dürfen die Spieler also wieder in ihren privaten Limousinen zum Dienst fahren. Viele haben das ohnehin getan, zumindest zwischendurch. Mal öffentlich, wie Lamine Sané. Der Verteidiger tat auf Nachfrage so, als wisse er nichts von einer dienstlichen Anweisung, im VW zur Arbeit zu fahren. Dafür hat er seinen Ferrari gerne so geparkt, dass dieser gleich zwei Parkplätze belegte.

Eljero Elia wussten immerhin, dass es da eine Regelung gibt. Weil er aber trotzdem lieber in seinem weißen Porsche Cayenne CLR 558 GT-S zum Preis von 130.000 Euro (der Umbau kostete weitere 40.000 Euro) durch Bremen gondeln wollte, parkte er in einer Seitenstraße des Osterdeich und lief die letzten Meter zu Fuß. Dumm nur, dass er dabei von einem Fotografen beobachtet wurde. Vertragsstrafen, die dafür angeblich vom Sponsor vorgesehen waren, wurden zwar gegenüber Journalisten angekündigt, nach Angaben des Klubs aber nie vollzogen.

Einen erstaunlichen Wechsel zwischen Protz und Bodenhaftung gab es bei Tim Wiese. Auch er kam gelegentlich mit einem Ferrari, dann wieder im Ford Mondeo. Auf die Frage eines Fans, weshalb er denn nur einen Ford fahren würde, erwiderte Wiese barsch: „Wieso, ist doch ein gutes Auto!" Dagegen ist nichts einzuwenden. Ein ganz ähnliches Modell steht übrigens mittlerweile auf dem Trainerparkplatz.

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