Fragen und Antworten zur Fan-Rückkehr

Was beim Stadionbesuch zu beachten ist

Gegen Hertha BSC dürfen wieder Zuschauer ins Weserstadion, doch es gibt einige Dinge zu beachten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Fan-Rückkehr.
14.09.2020, 19:04
Lesedauer: 3 Min
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Was beim Stadionbesuch zu beachten ist
Von Christoph Bähr
Was beim Stadionbesuch zu beachten ist

Am Sonnabend dürfen wieder Fans ins Weserstadion.

nordphoto

Was vor nicht all zu langer Zeit alle zwei Wochen ganz normal war, wird plötzlich zu etwas ganz Besonderem: ein Besuch im Weserstadion. Erstmals nach sieben Monaten dürfen am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Hertha BSC wieder Fans bei einem Werder-Heimspiel dabei sein. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Stadionbesuch.

Wie läuft die Kartenvergabe ab?

Bis Montagmorgen konnten die Dauerkarteninhaber ihr Interesse anmelden. Insgesamt verteilen sich die 25.000 Werder-Dauerkarten auf 12.000 Inhaber, von denen 5000 gerne beim Hertha-Spiel dabei wären. Jeder konnte bis zu zwei Tickets bestellen, sodass es mehr Anfragen gab als die reduzierte Stadionkapazität von 8500 Zuschauern hergibt. Die Tickets werden nun elektronisch verlost. Wer leer ausgeht, wird beim folgenden Heimspiel gegen Bielefeld bevorzugt behandelt, sofern dann erneut Zuschauer erlaubt sind. „Für die Auslosung haben wir eine Software, die auch schon bei DFB-Pokalspielen im Einsatz war, wenn es mehr Anfragen als Karten gab“, erklärte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald. Übrigens: Eine Ausnahme von der Begrenzung auf zwei Tickets pro Dauerkarteninhaber kann für Familien gemacht werden. Diese sollen sich an Werders Ticket-Center wenden.

Was ist beim Einlass ins Stadion zu beachten?

Wer bei der Verlosung ausgewählt wurde, erhält von Werder alle Informationen zum Stadionbesuch und sein Ticket zum Ausdrucken per E-Mail. Darin steht auch ein Zeitfenster, in dem das Stadion betreten werden muss. Der Einlass beginnt um 13.30 Uhr im halbstündigen Rhythmus. „Wir können in der aktuellen Situation nicht allen individuellen Gepflogenheiten gerecht werden. Wer um 14 Uhr kommen soll, aber erst um 15.10 Uhr da ist, dem wird aller Voraussicht nach kein Einlass gewährt“, betonte Hess-Grunewald. Wichtig: Die Tickets sind personalisiert, und jeder muss den Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis bei der Einlasskontrolle vorzeigen. Die Mitnahme von Taschen ist nur eingeschränkt möglich und sollte möglichst vermieden werden. Taschen oder Rucksäcke sollen die Din-A4-Größe nicht überschreiten.

Wie sieht der Ablauf im Stadion aus?

Es gilt die Maskenpflicht. Nur am Sitzplatz darf die Maske abgenommen werden. Der Plan sieht vor, dass maximal zwei Leute nebeneinander sitzen und dann zwei freie Plätze folgen. Das Weserstadion wird in insgesamt zehn Sektionen unterteilt. „Zu jeder Sektion gibt es separate Zu- und Abwege. Es darf keinen Austausch zwischen Fans in unterschiedlichen Sektionen geben“, sagte Hess-Grunewald. 600 Ordner sind im Einsatz, um die Einhaltung der Regeln zu überwachen – so viele wie sonst bei einem ausverkauften Stadion. Dem zu erwartenden Andrang während der Halbzeitpause begegnet Werder mit einem Einbahnstraßensystem in den Toiletten, in denen es baulich möglich ist. Auf den Herren-WCs sind Urinale abgesperrt. „Der Abstand von 1,50 Meter muss gewahrt werden“, sagte Hess-Grunewald.

Gibt es Stehplätze und VIP-Plätze?

Stehplätze sind laut Hygienekonzept nicht erlaubt. Die Ostkurve wird daher in einen Sitzplatzbereich umgewandelt. Die Ultras, die normalerweise einen großen Teil der Stehplätze belegen, kommen wohl nicht zum Hertha-Spiel. „Ich glaube, dass sie an der Position ,Alle oder keiner' festhalten“, sagte Hess-Grunewald. „Sie sehen unsere schrittweise Annäherung sehr kritisch. Daher wird die organisierte Fanszene nicht oder sehr reduziert davon Gebrauch machen, Tickets zu bekommen.“ Die VIP-Bereiche sind zu 40 Prozent ausgelastet, was etwa 1500 Besuchern entspricht.

Könnte die Zuschauerzahl für das Hertha-Spiel noch erhöht werden?

Nein. Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollen am Dienstagnachmittag über eine bundeseinheitliche Regelung für die Zuschauer-Rückkehr beraten. Selbst wenn dann eine höhere Auslastung erlaubt werden sollte, würde Werder davon keinen Gebrauch machen. „Die Entscheidung wäre für das kommende Wochenende zu kurzfristig für uns“, erklärte Hess-Grunewald. Nach neuesten Berechnungen dürften ins Weserstadion maximal 10.300 Zuschauer, wenn die Abstandsregeln eingehalten werden sollen.

Lohnt sich die Fan-Rückkehr für Werder finanziell?

„Nur unter wirtschaftlichen Aspekten wäre es nicht sinnvoll, aber es geht darum, dass wir uns Schritt für Schritt einer Normalisierung anpassen und unsere Fans wieder ins Stadion bringen. Das geht nicht von 0 auf 100“, sagte Hess-Grunewald. Immerhin: Ein Zuschussgeschäft wird das Hertha-Spiel für Werder auch nicht. Der zu erwartende Gewinn sei aber so gering, das er in keinem Verhältnis zum Ordnungsaufwand stehe, verdeutlichte Hess-Grunewald.

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