Was der Transferstopp für die Scouts bedeutet

„Wir sind vorbereitet und haben unsere Listen“

Werder braucht Einnahmen, um Transfers zu tätigen. Durch das Abwarten steigt die Gefahr, dass Spieler von der Wunschliste zu anderen Klubs wechseln. „Damit müssen wir leben“, sagt Leiter Scouting Clemens Fritz.
08.09.2020, 15:46
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„Wir sind vorbereitet und haben unsere Listen“
Von Christoph Bähr
„Wir sind vorbereitet und haben unsere Listen“

Clemens Fritz ist der Chef von Werders Scouting-Abteilung und seit Kurzem auch Leiter Profifußball.

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Werder befindet sich in der Warteschleife, und niemand weiß ganz genau, wie lange noch. Um auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, müsse erst ein Spieler verkauft werden, betont Sportchef Frank Baumann seit Wochen. Was heißt das für Werders Scouting-Abteilung, die nun einmal dafür da ist, neue Spieler aufzuspüren? Natürlich stellt sie die Arbeit jetzt nicht einfach ein, bis wieder Geld in der Kasse ist. „Für uns hat sich durch die aktuelle Situation nicht so viel verändert“, sagt Werders Leiter Scouting Clemens Fritz dem WESER-KURIER. „Wir versuchen, so viele Spiele wie möglich zu sehen, sind jetzt auch bei einigen Länderspielen vertreten. Einige Ligen haben auch schon begonnen, zum Beispiel die Liga in Belgien.“

Die Werder-Scouts wollen bestmöglich vorbereitet sein, wenn der Klub doch noch einen Spieler verpflichten will. „Durchscouten“ nennt Fritz das. Wo es geht, sind die Mitarbeiter der Scouting-Abteilung live im Stadion dabei. Ansonsten setzen sie auf die Video-Analyse von Spielern. Wo aktuell der Schwerpunkt liegt, ist schon länger kein Geheimnis mehr. „Es ist ja bekannt, dass die Sechser-Position für uns Priorität hat“, sagt Fritz. Wenn also bei Werder noch etwas passiert, dann wahrscheinlich erst einmal im defensiven Mittelfeld. „Was uns noch gut tun würde auf der Sechs, wäre ein bisschen Dynamik. Einer, der Offensivaktionen anläuft und nicht nur nach hinten, sondern eher nach vorne gedacht werden kann“, beschrieb Trainer Florian Kohfeldt kürzlich das Profil, das der neue Mann erfüllen sollte.

Spieler, die diesen Anforderungen entsprechen, dürften die Werder-Scouts bereits unter die Lupe genommen haben. Fritz nennt natürlich keine Namen, er sagt nur: „Wir sind vorbereitet und haben unsere Listen, die wir stets aktualisieren.„ Dass Werder momentan abwarten muss, führt dabei allerdings zu einem Problem: „Je länger das Transferfenster offen ist, desto größer ist natürlich die Gefahr, dass jemand von der Liste wechselt und nicht mehr auf dem Markt ist“, sagt Fritz. „Aber damit müssen wir leben.“

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