Die sieben wichtigsten Fragen und Antworten

Was man über die Relegation wissen muss

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte tritt Werder in der Relegation an. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesen besonderen Spielen zwischen Abstiegsangst und Aufstiegshoffnung.
30.06.2020, 17:10
Lesedauer: 3 Min
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Was man über die Relegation wissen muss
Von Christoph Bähr
Was man über die Relegation wissen muss

Kennt sich mit Relegationsspielen bestens aus: Niclas Füllkrug war schon viermal dabei.

nordphoto/gumzmedia

Viele Fußball-Fans wollen sie nach wie vor am liebsten wieder abschaffen, doch nach einer verkorksten Saison kann sie eben auch der letzte Strohhalm sein: die Relegation. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ist Werder dabei. Am letzten Spieltag sprangen die Bremer noch auf den Relegationsrang 16 und kämpfen nun gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Heidenheim um den Verbleib in der Bundesliga. Das Hinspiel steigt am Donnerstag, 2. Juli, in Bremen, das Rückspiel wird am Montag, 6. Juli, in Heidenheim ausgetragen (Anpfiff jeweils um 20.30 Uhr). Im Vorfeld dieser Duelle, die für beide Klubs historisch sein werden, beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Relegation.

Wer überträgt die Relegationsspiele?

Live zu sehen sind die beiden Partien bei den kostenpflichtigen Streaming-Anbietern DAZN und Amazon Prime Video. Beide bieten übrigens einen kostenlosen Probemonat für Neukunden an. Im Free-TV zeigt das ZDF jeweils eine Zusammenfassung des Spiels (Donnerstag ab 23.15 Uhr und Montag ab 23.45 Uhr).

Seit wann gibt es die Relegation?

Von 1982 bis 1991 kämpften der Tabellen-16. der Bundesliga und der Dritte der 2. Liga bereits in Hin- und Rückspiel um die Zugehörigkeit zum Oberhaus. Bei Gleichstand gab es damals noch ein drittes entscheidendes Spiel. Zur Saison 2008/09 wurden die Relegationsspiele wieder eingeführt.

Wie fällt die Bilanz der Erstligisten aus?

Seit der Wiedereinführung der Relegation setzte sich in acht von elf Fällen der Erstligist durch. Nürnberg (2010 gegen Augsburg), Gladbach (2011 gegen Bochum), Hoffenheim (2013 gegen Kaiserslautern), Hamburg (2014 gegen Greuther Fürth und 2015 gegen Karlsruhe), Frankfurt (2016 gegen Nürnberg) und Wolfsburg (2017 gegen Braunschweig und 2018 gegen Kiel) schafften über diesen Umweg den Klassenerhalt. Nur dreimal durfte am Ende der Zweitligist jubeln: Nürnberg (2009 gegen Cottbus), Düsseldorf (2012 gegen Hertha) und Union Berlin (2019 gegen Stuttgart) stiegen über die Relegation auf.

Wie lief es für den Relegationsgewinner in der Folgesaison?

Wer sich in der Relegation gerade noch rettet, hat den Abstieg keinesfalls nur aufgeschoben. Seit der Wiedereinführung gelang der Mannschaft, die sich in der Relegation durchsetzte, in der folgenden Spielzeit zehnmal der Klassenerhalt. Nur einmal stieg der Relegationsgewinner ein Jahr später ab: Düsseldorf ereilte dieses Schicksal 2013.

Wie ist der Modus?

Es gilt der gute, alte Europapokal-Modus. Herrscht nach Hin- und Rückspiel im Gesamtergebnis Gleichstand, zählen Auswärtstore mehr als Heimtore. Steht es am Ende des Rückspiels insgesamt unentschieden und auch die Auswärtstore beider Teams sind gleich, dann folgt eine zweimal 15-minütige Verlängerung. Fällt auch dort keine Entscheidung, muss das Elfmeterschießen für Klarheit sorgen.

Warum spielt Werder zuerst im Weserstadion?

Das Heimrecht im Rückspiel besitzt laut Reglement für die Relegation der Klub, der weniger spielfreie Tage vor dem Hinspiel hatte. Der mögliche Nachteil durch die kürzere Vorbereitungszeit soll ausgeglichen werden durch den vermeintlichen Vorteil, im entscheidenden zweiten Spiel Heimrecht zu besitzen. Heidenheim bestritt die bislang letzte Partie einen Tag später als Werder und darf somit das Rückspiel daheim bestreiten. Da aufgrund der Corona-Pandemie keine Zuschauer beim Spiel sein werden, bleibt abzuwarten, ob der Heimvorteil in diesem Jahr überhaupt eine Rolle spielt.

Wer sind die Rekordspieler der Relegation?

Seit der Wiedereinführung gibt es drei Spieler, die in sechs Relegationsspielen dabei waren: Koen Casteels (Wolfsburg, Hoffenheim), Dennis Diekmeier (Nürnberg, Hamburg) und Raphael Schäfer (Nürnberg). Sollte er in beiden Partien gegen Heidenheim zum Einsatz kommen, würde Werder-Stürmer Niclas Füllkrug zu dem Trio aufschließen. Füllkrug spielte bislang viermal in der Relegation, jeweils für den Zweitligisten. 2014 scheiterte er mit Greuther Fürth an Hamburg und 2016 mit Nürnberg an Frankfurt. Nun spielt er erstmals in der Relegation für den Erstligisten und wird somit zum ersten Spieler, der seit der Wiedereinführung für drei verschiedene Vereine in den Entscheidungsspielen auflief.

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