Im Schaufenster für einen Wechsel Weshalb Rashica jetzt spielen muss

Transfer-Theater, einige Verletzungsprobleme – Milot Rashica hat Probleme, seine Form zu finden. Doch das muss er möglichst schnell, damit ein Wechsel im Winter Werder die nötigen finanziellen Mittel einbringt.
07.11.2020, 13:14
Lesedauer: 3 Min
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Weshalb Rashica jetzt spielen muss
Von Christoph Sonnenberg

Es ging um die Leistung von Milot Rashica. Der wichtigste Hinweis auf seine 65 Spielminuten gegen den 1. FC Köln steckte jedoch in einem Satz über Tahith Chong. „Man hat gesehen, welchen Schwung Tahith gebracht hat„, sagte Florian Kohfeldt. Denn der habe „seine Eins-gegen-eins-Situationen gewonnen. Das war der kleine Unterschied.“ Womit Kohfeldt wieder bei Rashica angekommen war. Während Chong nach seiner Einwechselung in der 74. Minute mit Tempo am Gegner vorbeidribbelte und ein paar gefährliche Flanken in den Kölner Strafraum wuchtete, verhedderte sich Rashica ein ums andere Mal in der vielbeinigen Kölner Defensive.

„Man hat schon gesehen, dass Milot noch einen kleinen Moment braucht, um reinzukommen", sagte Kohfeldt. Das ist einerseits verständlich. Die Partie gegen Köln war sein erster Startelfeinsatz in dieser Saison, gegen Freiburg und Frankfurt kam er erst spät ins Spiel. Hartnäckig zogen sich Rashicas Knieprobleme fast durch die gesamte Vorbereitung. Er hat viel verpasst vom Grundlagentraining, jetzt fehlt Wettkampfpraxis und damit ein Spielrhythmus. „Milot war sehr bemüht, Einsatz und Eifer kann man ihm nicht absprechen", sagte Kohfeldt. „Dass alles andere noch ein bisschen braucht, ist für mich ganz normal."

Bis zur Mini-Pause stehen nur noch sechs Spiele auf dem Programm

Dumm ist nur, dass Werder und Rashica diese Zeit eigentlich nicht haben. Da in der Transferphase des Sommers ein Wechsel in letzter Sekunde scheiterte, soll dieser im Winter nachgeholt werden. Bis zur Mini-Pause zwischen Weihnachten und Silvester stehen nur noch sechs Spiele auf dem Programm. Rashica sollte in diesen zum Einsatz kommen, um sich in die Form zu bringen, die ihn für andere Klubs interessant macht. Werder muss ihn ins Schaufenster stellen, ansonsten sinken die Chancen auf einen millionenschweren Verkauf.

Das können sich die Bremer kaum leisten. Rund 30 Millionen Euro Mindereinnahmen in Folge der Corona-Pandemie belasten die Bilanzen enorm. Vergangene Woche sprach Hubertus Hess-Grunewald über Werders finanzielle Situation und erklärte, dass die Saison bis zum Jahreswechsel durchfinanziert sei. Dürfte die Bundesliga auch in der Rückrunde nur ohne Zuschauer spielen, müssen sie in Bremen die Finanzen neu ordnen. Das geht fast nur über den Verkauf eines Spielers, wahrscheinlich braucht es sogar die Einnahmen von zwei Transfers.

„Wir sind dabei, alle Geldquellen zu erschließen, alle Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen. Und natürlich auch zu sehen, was wir an möglichen Transfererlösen noch erzielen werden„, sagte Hess-Grunewald. „Mit Davy Klaassen haben wir einen Transfer getätigt, ein anderer ist in letzter Sekunde nicht zustande gekommen. Im Laufe der Saison haben wir noch Optionen, um an der Stelle etwas machen zu können.“

Um in Form zu kommen, muss er spielen

Die wichtigste dieser Optionen ist der Verkauf Rashicas. Er wollte bereits im Sommer unbedingt wechseln, auch sein familiäres Umfeld und sein Berater hätten diesen Schritt nur zu gerne vollzogen. Am Ende stellten alle fest, dass Rashica bei vielen Klubs aber auch nur eine Option von mehreren war. Um dies zu ändern, muss er jetzt konstant spielen und sich so in Form bringen.

Daran arbeitet er, auch im Training. Manchmal so verbissen, dass er den Erfolg im Dribbling oder bei Fernschüssen ein bisschen zu sehr erzwingen will. „Milot soll in Eins-gegen-eins-Situationen gehen. Gerade gegen tiefstehende Gegner ist das ein probates Mittel", sagt Kohfeldt und stellt fest: „Er ist unser bester Dribbler." Gleichwohl sieht er, dass es bis zur Bestform noch ein weiter Weg ist. „Ich wollte Milots Tempo sehen. Und hatte gehofft, dass er in Fernschüsse kommt. Das ist nicht ganz so gut gelungen."

Die Länderspielpause soll helfen, in bessere Form zu kommen. „Milot wird seinen Weg gehen in den nächsten Wochen, da bin ich optimistisch", sagt Kohfeldt. Das ist es, was alle Seiten hoffen.

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