Wie Kohfeldt jetzt trainieren lässt

Passübungen und Torabschlüsse

In Vierergruppen darf wieder auf dem Platz trainiert werden, normale Einheiten sind aber noch nicht möglich. Florian Kohfeldt erklärt, wie unter den neuen Bedingungen mit seiner Mannschaft arbeitet.
09.04.2020, 11:08
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Passübungen und Torabschlüsse
Von Christoph Sonnenberg
Passübungen und Torabschlüsse
nph / Kokenge via www.imago-images.de

Der Ball rollt wieder am Weserstadion. Seit Dienstag wird in Kleingruppen bis zu vier Personen auf dem Platz geübt. Und auf den Fotos, die die Spieler beim Gang auf den Platz zeigen, ist durchaus zu erkennen, wie sehr sie sich darüber freuen, auf dem Rasen zu stehen statt durch den Wald zu laufen. „Wir reden nicht vom Idealzustand, aber den fordert auch niemand ein", sagt Florian Kohfeldt zu den Rahmenbedingungen, in denen Training wieder möglich ist.

In einem auf der Vereinshomepage gezeigten Interview, geführt von der Medienabteilung des Klubs, sprach Kohfeldt am Mittwochnachmittag über den ersten Schritt zurück auf den Fußballplatz. „Es gibt Rahmenbedingungen, mit denen hat sich jeder auseinanderzusetzen. Man sollte sie annehmen und nicht sagen, drei oder vier Spieler mehr wären besser", sagte Kohfeldt. Er war sichtlich bemüht, keine zweite Ebene in seinen Sätzen zuzulassen. Immer wieder benutzte er relativierende Begriffe oder gar Sätze. „Es geht jetzt darum, sich den Vorgaben unterzuordnen", war so einer, oder: „Ich empfinde es als Pflicht, sich vorbildlich zu verhalten."

Besser als Läufe durch den Wald

Kohfeldt weiß, dass der Fußball im Verdacht steht, Sonderregelungen zu beanspruchen. Diesen Eindruck will er vermeiden. Kohfeldt ist aber auch Trainer, und er muss seine Mannschaft vorbereiten für den Fall, dass diese Saison doch noch zu Ende gespielt wird. Und es besteht kein Zweifel, dass er als Sportler auf den sportlichen Wettkampf hofft.

Auf den bereitet er seine Spieler nun in Vierergruppen auf dem Platz vor, so hat es der Bremer Senat erlaubt. Diese Gruppen haben „einen größeren Sinn als individuelles Training„, sagt Kohfeldt. Passübungen sind möglich, Torabschlüsse. „Man bekommt wieder das Gefühl für fußballspezifische Bewegungen. 10 Kilometer durch den Wald zu laufen ist etwas anderes, als Bewegungen auf dem Platz zu machen.“

Die Abstimmung und Zusammenstellung dieser Gruppen sind eine Herausforderung, sagt Werders Trainer. „Das zu koordinieren und es sich zu überlegen, ist relativ aufwendig.„ Heraus kommen dann Kombinationen aus vier Innenverteidigern. Da gehe es um Optionen in der Spieleröffnung, den ersten Kontakt, präzises Passspiel, erklärt Kohfeldt. „Eine Gruppe bestand aus Augustinsson, Lang, Sargent und einem Torwart. Da ging es um verschiedene Flankensituationen und Verwerten im Strafraum.“

Abstandsregeln werden eingehalten

Hinzu kommen technische und teilweise auch gruppentaktische Aspekte, die so abgearbeitet werden können. Der fußballspezifische athletische Teil kann besser trainiert werden. „Läufe mit Ball, Richtungswechsel, all das, was man im Wald schwer machen kann„ sagt Kohfeldt. Was unter den erlaubten Bedingungen nicht möglich ist, sind Spielformen und Zweikämpfe. „Wir halten uns auf dem Platz an Abstandsregeln, es gibt keinen Körperkontakt“, so Kohfeldt.

Dass in anderen Bundesländer andere Regelungen gelten, die zum Teil mehr Spieler zur gleichen Zeit auf einem Platz zulassen, will der Trainer nicht bewerten. „Andere Gruppengrößen bieten andere Möglichkeiten. Ob die besser oder schlechter sind, weiß ich nicht„, sagte er lapidar. „So lange die Abstandsregeln eingehalten werden, sehe ich da keine großen Unterschiede oder Vorteile.“

Ein Vorteil der spiel- und trainingsfreien Zeit ist, dass Langzeitverletzte womöglich noch einmal in die Saison eingreifen können, falls gespielt wird. Das betrifft Philipp Bargfrede, dessen Fitnesslevel einen normalen Ablauf zulässt. „Philipp würde ich nicht mehr als Rekonvaleszenten bezeichnen„, sagte Kohfeldt. Ömer Toprak hingegen beginne jetzt erst mit seinem Reha-Programm. „Wenn er Mitte Mai wieder für uns spielen könnte, wäre der Verlauf gut.“ Vorausgesetzt natürlich, dass die Saison zu Ende gespielt wird.

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