Fritz über Johannes Eggestein

„Natürlich ist eine Unzufriedenheit da“

Johannes Eggestein hat sich in der Vorbereitung wieder ins Gespräch gebracht, doch in den Pflichtspielen bekam er noch keine Chance. Das liege vor allem an der großen Konkurrenz im Angriff, sagt Clemens Fritz.
23.09.2020, 15:00
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„Natürlich ist eine Unzufriedenheit da“
Von Christoph Bähr

Er war ein Lichtblick der Sommervorbereitung, schoss vier Tore in den Testspielen. Dadurch kämpfte sich Johannes Eggestein in den ersten zwei Pflichtspielen immerhin wieder zurück in den Werder-Kader, nachdem er in der Schlussphase der vergangenen Saison nur noch auf der Tribüne gesessen hatte. Für echte Einsatzzeit reichte es aber nicht, nur gegen Jena durfte der 22-Jährige für eine Minute auf dem Platz stehen. „Der Trainer hat sich mit seinem Team eben so entschieden“, sagt Clemens Fritz, Leiter Profifußball. „Der Konkurrenzkampf ist groß. Davie Selke hat eine gute Vorbereitung gespielt. Niclas Füllkrug kommt immer besser rein. Leo Bittencourt und Yuya Osako haben es in der Vorbereitung ebenfalls gut gemacht.“

In der Offensive bieten sich in der Tat viele Optionen für Trainer Florian Kohfeldt. Nach der gescheiterten Umschulung zum Mittelfeldspieler ist Johannes Eggestein jetzt wieder für den Angriff eingeplant, wo er auf der linken Seite oder als zweite Spitze eingesetzt werden kann. Gegen Hertha spielte aber Josh Sargent auf der für ihn ungewohnten Linksaußenposition und tat sich dort schwer. Macht Johannes Eggestein mangels Perspektive nun womöglich sogar noch den Abflug vor dem Transferschluss am 5. Oktober? Schließlich muss der U21-Nationalspieler regelmäßig spielen, um im kommenden Jahr in den Olympia-Kader berufen zu werden. „Wir haben von Anfang an betont, dass wir gar nichts ausschließen können“, sagte Fritz dazu. „Aber bei Jojo gibt es nichts Konkretes. Wir hoffen, dass er es hier schafft.“

Eggestein gehe mit der Situation sehr professionell um. „Er arbeitet wirklich sehr intensiv, macht vieles individuell, hat im Athletik-Bereich viel getan. Er ist ein Vollprofi“, lobte Fritz den Offensivspieler. „Natürlich ist eine Unzufriedenheit da, Jojo will spielen.“ Es gelte allerdings, auf das Urteil von Florian Kohfeldt zu vertrauen. „Er ist ein Förderer von Jojo und kennt ihn lange. Da hat er ein besseres Gefühl“, betonte Fritz.

Der Weg eines Talents führe eben nicht immer nur steil nach oben. Auch Johannes' älterer Bruder Maximilian Eggestein habe eine schwierige Phase durchlaufen, sagte Fritz. „Er war schon bei den Profis dabei, und man hat gemerkt, dass er noch Probleme hat. Dann ist er in die U23 gegangen. Das ist ein Prozess.“ Maximilian Eggestein kehrte damals nach vier Monaten zurück zu den Profis, wo er schnell Stammspieler wurde. Bei Johannes Eggestein dagegen stagniert die Entwicklung jetzt seit über einem Jahr.

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