Vor dem Spiel in Stuttgart

Fortschritt mit Füllkrug als großer Werder-Vorteil?

Josh Sargent ist gelbgesperrt, daher beruhen die Hoffnungen bei Werder Bremen auf einem Mann: Niclas Füllkrug. In der Länderspielpause hat der Stürmer sich wieder ans Team herangearbeitet.
02.04.2021, 20:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Maik Hanke
Fortschritt mit Füllkrug als großer Werder-Vorteil?

Niclas Füllkrug dürfte am Ostersonntag den gesperrten Josh Sargent im Werder-Sturm ersetzen.

nordphoto / Rauch

Länderspielpausen im Fußball haben zurzeit einen eher bescheidenen Ruf. Reisen mitten in der Corona-Pandemie, zusätzliche Belastungen bei der Nationalmannschaft und weniger Training mit dem Mannschaftsverbund beim Verein. Für den SV Werder Bremen hatte die Unterbrechung vor dem Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart am Sonntag (15.30 Uhr, Live-Ticker beim WESER-KURIER) aber auch einen nicht ganz unwichtigen Vorteil.

Florian Kohfeldt hatte mehr Zeit. Der Coach des SV Werder Bremen konnte sich verstärkt um die große Baustelle kümmern, die die Grün-Weißen schon die ganze Saison beschäftigt – das Herausspielen und Verwerten von Torchancen. „Wir haben zwei Blöcke gesetzt, wie wir mehr Tiefe in unser Spiel bekommen“, erzählt Kohfeldt. Und er konnte mit einem Mann trainieren, der in Stuttgart womöglich besonders wichtig wird – Niclas Füllkrug.

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Weil in Josh Sargent der Fixpunkt in der Offensive gegen Stuttgart gelbgesperrt fehlt, muss Kohfeldt umplanen. Wen er statt des US-amerikanischen Nationalspielers in die Startelf stellen will, verrät der Coach freilich nicht. Die Auswahl dürfte sich auf Füllkrug und Davie Selke beschränken. Dass die Wahl am Ende auf Füllkrug fallen wird, lässt sich schon ein bisschen heraushören: „Am Ende ist es so, dass er jetzt spielen muss“, sagt Kohfeldt über den 28-jährigen Mittelstürmer. „Das gibt ihm die Wettkampfhärte.“

Die hatte zuletzt noch etwas gefehlt. Nach einem guten Start in die Saison samt Dreierpack gegen Schalke 04 hat sich die Spielzeit für Füllkrug bisher aus zwei sich abwechselnden Phasen zusammengesetzt. Phase 1: Verletzung. Phase 2: Herankämpfen. Wegen einer Wadenverletzung und Sprunggelenksproblemen war Füllkrug schon zweimal wochenlang ausgefallen. Seitdem kam er erst auf einen Startelf-Einsatz und ein Tor.

Zuletzt war Füllkrug allerdings auch deshalb meist nur zweite Wahl, weil Sargent mit drei Toren aus den letzten fünf Spielen zwischenzeitlich seinen Torriecher gefunden hatte. Durch Sargents Sperre bekommt Füllkrug nun wohl wieder zu einer Chance, sich festzuspielen. Der Coach sieht ihn dafür in jedem Fall bereit. „‚Fülle‘ hat die Länderspielpause mit dem ganzen Training richtig gut getan“, sagt Kohfeldt. „Ich glaube, dass wir jetzt körperlich in einem sehr guten Zustand bei ihm sind.“

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Für Werder Bremen wäre das gut, denn noch ist der Klassenerhalt nicht sicher. Vor den Spielen gegen die dicken Brocken RB Leipzig und Borussia Dortmund wäre ein Erfolg gegen den VfB Stuttgart am Sonntag schon ziemlich wichtig. Kohfeldt sieht allerdings keine erhöhte Bedeutung in der Partie. „Wenn wir gewinnen, sind wir nicht durch. Und wenn wir verlieren, ist keine dramatische Situation entstanden.“ Als Tabellenzwölfter mit 30 Punkten liegen die Bremer immerhin noch sieben Zähler vor dem Relegationsplatz. Doch Kohfeldt mahnt: „Wir müssen einfach Spiele gewinnen. Und dabei muss vollkommen egal sein, ob man rechnerisch schon durch ist oder nicht.“

Ein fitter und frischer Niclas Füllkrug soll dabei helfen und ist womöglich genau das, was dem VfB Stuttgart gegen Werder fehlen könnte. In Nicolas Gonzalez (sechs Saisontore, Muskelfaserriss) und Silas Wamangituka (elf Treffer, Kreuzbandriss), dem Zwei-Tore-Werder-Schreck beim 2:1-Sieg der Schwaben in der Hinrunde, fehlen dem VfB zwei enorm wichtige Angreifer.

„Das tut ihnen weh, das sagen die Stuttgarter ja auch selber“, meint Kohfeldt. „Aber trotzdem ist die Variabilität und Breite in ihrem Kader so groß, dass sie um Sasa Kalajdzic herum ihren Offensivfußball spielen können.“ Kalajdzic ist aber auch noch ein Fall für sich. Die Stürmer-Entdeckung der Saison hat schon 13 Tore auf dem Konto und traf in den letzten acht Bundesliga-Spielen acht Mal. Er alleine kann die Werder-Abwehr in Gefahr bringen. Allerdings hat er eine schlauchende Länderspielreise mit drei Einsätzen (und drei Toren) für Österreich hinter sich. Der 23-Jährige dürfte zumindest schwere Beine haben. Vielleicht noch ein weiterer kleiner Vorteil für Werder aus der Länderspielphase.

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