Bayern München - Werder Bremen 4:1 Werder bricht im Spitzenspiel auseinander

München. Werder Bremen hat das Spitzenspiel bei Bayern München mit 1:4 (0:1) verloren. In einer ereignisreichen Schlussphase ist Werder von den Bayern regelrecht vorgeführt worden und hat in Person von Aaron Hunt auch noch die Nerven verloren.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Ben Binkle

München. Werder Bremen hat das Spitzenspiel bei Bayern München mit 1:4 (0:1) verloren. In einer ereignisreichen Schlussphase gab das über weite Phasen chancenlose Werder einen möglichen Punktgewinn noch her und verlor zudem Aaron Hunt durch eine komplett unnötige Rote Karte.

Gegenüber dem 2:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart in der Vorwoche nahm Thomas Schaaf zwei Veränderungen in der Startelf vor: Claudio Pizarro (nach Knieverletzung) und Sokratis (nach Gelb-Rot-Sperre) rückten für Markus Rosenberg und Lukas Schmitz ins Team. Bei den Bayern vertraute Trainer Jupp Heynckes der gleichen Elf, die zuletzt 2:3 bei Mainz 05 unterlag.

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena begann Werder ungewohnt defensiv. Die Grün-Weißen überließen den Münchnern den Spielaufbau, verteidigten aufmerksam und waren bissig in den Zweikämpfen. Der Rekordmeister tat sich schwer und kam trotz 65 Prozent Ballbesitz nicht zu Torszenen.

Werder setzte in der Offensive auf Konter, wurde dann aber paradoxerweise selber ausgekontert. Ausgangspunkt des Münchner 1:0 war ein schwacher Freistoß von Hunt am gegnerischen Strafraum, anschließend verlor Philipp Bargfrede den Zweikampf im Mittelfeld, am Ende schloss Franck Ribery mit schönem Solo und präzisem Abschluss zum 1:0 ab (22.). Zwischen Hunts Freistoß und Riberys Tor lagen nicht einmal 15 Sekunden.

Rosenberg trifft aus dem Nichts

Werders Defensivtaktik war damit hinfällig, dennoch brachten die Gäste auch in der Folge keine gute Offensivszene zustande. Bayern hatte das Spiel fest im Griff, ohne dabei besonders zu überzeugen. Pizarros auffälligste Szene war ein Ellenbogencheck gegen Holger Badstuber (41.), den Schiedsrichter Florian Meyer nicht als Tätlichkeit wertete. Glück für Werders Torjäger, der ohne Rote Karte davonkam. So blieb es in einer Partie, die weit entfernt von einem Spitzenspiel war, bis zur Pause bei der verdienten Bayern-Führung.

Thomas Schaaf reagierte auf den Auftritt seiner Mannschaft und brachte zum zweiten Abschnitt Markus Rosenberg für Marko Arnautovic ins Spiel. Und tatsächlich kam Werder zu seiner ersten Chance. Nach einer Ecke von Marin köpfte Naldo knapp am langen Pfosten vorbei (47.). Fünf Minuten später durften dann die mitgereisten Werder-Fans tatsächlich jubeln. Rosenberg schnappte sich kurz hinter der Mittellinie das Leder, lief der Bayern-Abwehr davon und traf aus 18 Metern flach zum Ausgleich (52.).

Das Tor aus dem Nichts gab den Werder-Spielern neues Selbstvertrauen, die bis dato klar überlegenen Bayern verloren zeitweise den Faden. Heynckes brachte nach einer Stunde Arjen Robben für David Alaba, um die Münchner Offensive neu zu beleben. Doch war nun Werder in dieser Phase das aktivere Team. Einen Flachschuss von Marin konnte Manuel Neuer noch um den Pfosten lenken (65.).

Doch kam Bayern zurück ins Spiel: Als Thomas Müller dann doch einmal eine Lücke in der Werder-Defensive fand und frei vor Mielitz auftauchte, konnte Andreas Wolf den Münchner nur noch mit einem Foulspiel stoppen. Den fälligen und unstrittigen Foulelfmeter verwandelte "Joker" Robben zur erneuten Bayern-Führung (69.).

Hunt verliert die Nerven

Schaaf brachte in Sandro Wagner für Marin einen dritten Stürmer, doch jubelten erneut die Bayern. Das 3:1 durch Mario Gomez nach 75 Minuten wurde aber wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt - eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Gespanns. Lange ärgern mussten sich die Münchner darüber aber nicht, den nun ließ Werder die Großchancen praktisch im Minutentakt zu. Erst konnte Sebastian Mielitz noch glänzend gegen Thomas Müller klären (77.), wenige Sekunden später staubte dann erneut Ribery nach einem Konter zum 3:1 ab (77.).

Es war die Entscheidung, der negative Höhepunkt aus Bremer Sicht folgte aber noch, als ein frustrierter Aaron Hunt mit beiden Beinen voran in Toni Kroos rauschte und komplett zu Recht die Rote Karte sah (80.). Die Bayern reagierten auf die Bremer Härte sportlich und schraubten das Ergebnis weiter hoch: Ribery holte gegen Sokratis den nächsten Elfmeter raus, den erneut Robben zum 4:1 verwandelte (82.).

Sandro Wagner hatte noch eine Chance für Werder, die Neuer aber glänzend pariererte (85.), ansonsten brachte der Rekordmeister die Partie sicher nach Hause. Das nächste Pflichtspiel für Werder Bremen steht am kommenden Sonnabend an. Ab 15.30 Uhr ist dann der VfL Wolfsburg zu Gast im Weserstadion. Auch von diesem Spiel berichten wir wie gewohnt im Liveticker.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+