Co-Trainer Zenkovic schwärmt von Kohfeldt

Keine Lust auf Rangnick-Fußball

Danijel Zenkovic ist der neue Mann im Trainerteam von Florian Kohfeldt. Am Donnerstag hat der Österreicher erzählt, warum Werder aktuell genau der richtige Klub ist - und was er an Ralf Rangnick gar nicht mag.
20.08.2020, 11:04
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Malte Bürger und Christoph Sonnenberg
Keine Lust auf Rangnick-Fußball

Werders neuer Co-Trainer Danijel Zenkovic

nordphoto

Danijel Zenkovic lebt für seinen Job. Das ist dem 33-Jährigen in jedem Moment anzumerken. Werders neuer Co-Trainer liebt den Fußball, tüftelt gern an neuen Ideen und Übungen, um ein Team besser zu machen. Jahrelang tat er dies in den Nachwuchsabteilungen von RB Salzburg und Ajax Amsterdam, in der vergangenen Saison beim österreichischen Erstligisten TSV Hartberg. Doch Zenkovic wollte mehr - und fand das für ihn perfekte Angebot. „Ein Topname heißt nicht immer, dass man dort glücklich ist“, sagte er am Donnerstag. Ihm war zwar bewusst, dass Werder „ein geiler Verein in einer geilen Liga“ sei, aber eine Garantie zum Glücklichsein sei dies eben noch lange nicht. „Deswegen waren die Gespräche mit Florian Kohfeldt für mich entscheidend, er hat mir ein Topgefühl gegeben. Da habe ich gemerkt, dass wenn wir so als Team arbeiten, wie er mir das vermittelt, ich das genial finde.“

Im Umkehrschluss bedeutet das aber eben auch, dass Danijel Zenkovic schon andernorts erlebt hat, wie es auch laufen kann. Und um diese Erfahrungen macht er keineswegs ein Geheimnis, sondern benennt sie überraschend offen. „Florian denkt den Fußball aus dem Ballbesitz, aus der Offensive heraus. Das gefällt mir“, sagte Zenkovic. „In meiner Zeit bei RB Salzburg habe ich mit sehr vielen Niederländern gearbeitet, die auch so ticken. Mit Ralf Rangnick ist dann aber die Pressing/Gegenpressing-Philosophie hereingekommen, mit der sie natürlich auch erfolgreich spielen. Es ging aber nur noch um die Arbeit gegen den Ball. Doch der Ballbesitz, dieses Romantische, wofür wir alle ins Stadion gehen wollen, hat eine untergeordnete Rolle gespielt.“

Folglich suchte Danijel Zenkovic nach einem anderen Weg, der ihn in diesem Sommer schließlich an die Weser führte. „Ich fand es super spannend, dass jetzt ein deutscher Trainer mich anruft und über Ballbesitz redet. Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich“, sagte er. Nun ist Zenkovic also mittendrin im Abenteuer Bundesliga. Tim Borowski kannte er bereits von gemeinsamen Telefonaten aus der Vergangenheit, er war es auch, der den Kontakt zum Österreicher herstellte. Jetzt arbeitet das Duo gemeinsam mit Florian Kohfeldt - und Danijel Zenkovic genießt es. „Florian hat nicht das Ego, fühlt sich nicht zu groß, unsere Vorschläge auch anzunehmen“, sagte er. „Es gibt auch Trainer, die hören sich zwar deine Meinung an, machen dann aber doch ihr Ding. Das ist hier anders.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+